Ressort: Gesellschaft(Weitere Infos)

20.Dezember 2014, 15:07

Waffenabgabe – sehr unbürokratisch

Eine Hausräumung, wie sie in jeder Familie irgendwann vorkommt. Die Bewohner müssen umziehen, das Haus, die Wohnung sind zu gross und damit zur Belastung geworden, die eine Treppe wird zuviel. Und die Räumung ist dann nicht selten Sache der Angehörigen, und manchmal kommt man ins Stöbern in alten Erinnernungen. Bei Waffen aber gilt für Viele: Man will sie los werden.

Schweizer Bürger leisten in einem Milizheer Militärdienst. Und sie nehmen ihre persönliche Waffe, die sog. Ordonnanzwaffe, mit nach Hause. Am Ende der Dienstzeit kann diese günstig erworben werden und geht definitiv in privates Eigentum über. Diese Praxis war früher absolut durchgängig üblich, heute entscheiden immer mehr Personen, die Waffe abzugeben und gelegentlich kommen auch Diskussionen darüber auf, ob es nicht besser und sicherer wäre, die Gewehre und Pistolen würden in den Zeughäusern verbleiben, wenn die Soldaten nach Hause gehen. Aber die Praxis ist so eingeführt, und es ist erstaunlich, wie wenig Unfälle oder Verbrechen wegen dieses Waffenarsenals in Schweizer Haushalten geschehen. Ich empfinde die Schweizer auch nicht als besonders waffennärrisch, und das Phänomen ist denn auch ziemlich einmalig.

Was ich da nun aber erzählt bekam, ist schon ein wenig speziell, finde ich:

Waffen bei Hausräumungen können auf örtlichen Polizeiposten abgegeben werden. Es muss auch nicht der “eigene” Polizeiposten sein. Das ist irgendwo möglich. In diesem Fall meldete man sich telefonisch dafür an, ging vorbei – und war die Dinger innert Sekunden los. Zwei Karabiner und eine kleinkalibrige, offensichtlich privat gekaufte Pistole mit ein wenig Munition. Kein Formular zu unterschreiben, kein Name anzugeben, keine Prüfung irgendwelcher Seriennummern oder dergleichen, keine Aufnahme von Personalien. Danke und tschüss! Wirklich wahr!

Das, finde ich, gelinde gesagt, schon ein wenig sehr unbürokratisch.

 

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