Ressort: Tagebuch(Weitere Infos)

05.Januar 2015, 16:08

Zinsen…?

Wir haben mal wieder das Kleingedruckte auf einem unserer Bankauszüge gelesen.
Ich zitiere gerne:

Zins auf diesem Privatkonto bis 25 Mio CHF:  0,05% p.a.
Zins auf diesem Privatkonto ab 25 Mio CHF: 0,0% p.a.

Geschulderter Zins bei fehlender Deckung: 9,75% p.a.

 

6 Gedanken zu „Zinsen…?

  1. LD

    Touché! Doch kaum jemand vermag diese Asymmetrie richtig zu interpretieren. Dabei müsste allen klar sein: das Zinsgeschäft ist legalisierte Kriminalität. Es beruht auf systematischer, langfristiger, exponentieller Übervorteilung des Schuldners. Deshalb sind Banken nie daran interessiert, dass Kredite getilgt werden, sondern nur daran, dass sie durch Realwerte gedeckt sind, die im Fall der Zahlungsunfähigkeit verwertet werden. In unserem zinspflichtigen Schuldgeldsystem wird Geld aus dem Nichts gegen Sicherheiten geschöpft. Doch leider bleibt die eigentlich recht simple Mathematik dahinter der grossen Mehrheit verborgen. Solche Perversionen auf den Bankauszügen machen zwar immer wieder einen etwas befremdenden Eindruck. Dieser ist aber meist nur von kurzer Dauer, denn zu vernebelt ist das Hirn des Gutmenschen, der gerne an das Gute glauben möchte, aber durch systematische Gehirnwäsche der Realität gegenüber immun gemacht wurde.

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    1. Thinkabout Artikelautor

      Ich sehe hier weniger den Gutmenschen als Problem, als den mit Konsum ruhig gestellten Wohstandsmenschen.

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  2. Relax-Senf

    @thinkabout: Der Hinweis auf den Kontoauszügen spiegelt mit wenigen, einfachen und verständlichen Worten (ein Kunststück!) die Marktrealität. Die Bank hat m e h r Geld zur Verfügung, als benötigt. Sie kann nicht – bzw. richtiger sie will nicht – Kredite geben, Finanzierungen vornehmen, weil sie mit der Risikokomponente nicht zufrieden ist.

    Die Einlagen bei Schweizer Banken steigen, was ein Minusgeschäft ist wenn die Bank dafür Zinsen bezahlen soll ohne gleichzeitig dafür Zinsen einnehmen zu können. Ausserdem hat ja die Schweizerische Nationalbank Minuszinsen eingeführt, welche die Banken auf ihre Guthaben bei der Nationalbank (abhängig von gewissen Definitionskriterien) bezahlen müssen. So gesehen kannst Du froh sein, solange der Minuszins nicht auf Dich als fleissiger Sparer übertragen wird.

    Bei den Ausführungen von @LD bin ich derart fassungslos – alle Körperhaare stehen auf – dass ich auf sogar auf eine satirische Reaktion verzichte.

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    1. Thinkabout Artikelautor

      Lieber Relax-Senf

      Danke Dir für Deine Ausführungen – ob die Diskrepanz in diesem Ausmass gerechtfertigt ist, kann niemand wirklich beurteilen, denke ich. Fest steht einfach, dass sie bei allen Marktlagen schon immer extrem gross zu sein schien.

      Und mit der Risikoabwägung ist das so eine Sache… Gerade hier würde sich – ausserhalb des Immobiliensektors – mancher Unternehmer wünschen, die Banken würden Unternehmertum besser fördern – es ist schon mehr als unbegreiflich und wahrscheinlich ein Teil des Problems der Bedeutung des ganzen Finanzsektors für unseren Wirtschaftsmotor, dass wir die besagte Zinsschere haben UND Kredite äusserst zurückhaltend vergeben werden – UND daneben ständig Milliardenbussen bezahlt werden können, für Risiken, die man im eigenen Handel mit den verschiedensten Instrumenten nur allzu gern bereit war einzugehen.

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  3. Relax-Senf

    Habe den Fokus nur auf den Wegfall der Zinsen gelegt, aber da ist ja noch die exorbitante Spanne zu den Sollzinsen. Zugegeben sehr ärgerlich, aber halt auch wieder Markt, wenn es alle ohne Absprache so handhaben, wobei 9.75 % noch als günstig einzureihen ist, gemessen an dem was andre Anbieter im Markt verlangen, womit gesagt sei, es handelt sich um eine bevorzugte Behandlung. Salär-Konto-Inhaber bezahlen mehr bei Banken, ohne Berücksichtigung der Schattenbanken. Nur Migrosbank und ZKB sind ebenfalls unter 10 Prozehnt dabei (evtl. noch die Bank Coop, aber die ist noch im Wiedergutmachungs-Modus für die falsch adressierten und somit falsch zugestellten Jahresende-Auszüge :-)

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