Ressort: Gesellschaft(Weitere Infos)

09.Januar 2015, 13:45

Was sollen Terrorwarnungen?

Vielleicht ist es gut, genau jetzt danach zu fragen: Wem nützen eigentlich die immer wieder über die Presse verbreiteten Warnungen, dass die Gefahr von Terroranschlägen wächst?

Fakt ist: Es ist unmöglich, Anschläge auszuschliessen. Und der normale Bürger kann dazu oder dagegen rein gar nichts ausrichten – und wenn er einigermassen rational denkt, wird er auch wissen, dass er das nicht mal von den Behörden verlangen kann.

Ich wäre mal an einer Statistik interessiert, wie viele Warnungen in den letzten Jahren ausgesprochen worden sind, ohne dass es danach in den entsprechenden Grossräumen überhaupt zu irgend welchen Aktivitäten gekommen ist?

Bringt nichts, ich weiss, denn es lässt sich ja dann immer sagen, dass die gesteigerte Aufmerksamkeit der Behörden die Anschläge eben verhindert hat. Wie wir nun sehen, ist das nicht wirklich möglich. Allenfalls lassen sich danach Datenspuren besser rückverfolgen, und die Fahndung wird erleichtert. Aber Anschläge von Terroristen, die sich nun mal dazu entschieden haben, ihr Leben dafür einzusetzen, werden nicht verhindert. Und wenn man sieht, mit welchem Aufgebot die beiden Terroristengangster in Frankreich gejagt werden, und wie schwer es ist, sie wirklich dingfest zu machen, dann ist das auch dafür ein Bild. Dies ist, ganz entschieden, kein Vorwurf an die Polizeikräfte – es ist schlicht die Realität. Und schlussendlich ist das auch gut so. Die absolute Kontrolle gibt es nicht – und es sollte sie auch niemand ernsthaft wollen. Denn das ist eine Kapitulation vor der Gewalt, die sich in dieser Weise in unserem Leben nur festsetzen kann, wenn wir das mit unserer Haltung zulassen.

Wir müssen vielmehr folgendes anstreben: Je grösser die Bedrohung tatsächlich wird, um so entschiedener sollten wir für die Werte einstehen, die uns wichtig sind. Wir können und wollen uns nicht eingraben, und wir wollen auch nicht für jede Reise oder geschäftliche Transaktion plötzlich unmögliche bürokratische Hürden vor uns haben. Wir geben mit derlei Reaktionen auf Gewalt Stück für Stück unsere Freiheit auf – für eine Sicherheit, die es nicht gibt.

 

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