Ressort: Gesellschaft(Weitere Infos)

27.Januar 2015, 19:59

Die Schweizer Wirtschaft arbeitet weiter: kurz oder lang

credit: istockphoto.com/xeipe

credit: istockphoto.com/xeipe

Um die Wettbewerbssituation der Schweizer Unternehmen, die unter der Frankenaufwertung besonders leiden, zu verbessern, führt der Bundesrat alt bekannte Regelungen wieder ein: Wie schon 2009 sind nun Gesuche der Unternehmen für Kurzarbeit – oder für eine Verlängerung der gesetzlich Arbeitszeit möglich. Der Nutzen dieser Massnahmen ist in der Wirtschaftslehre umstritten. Persönlich bin ich von ihrer Wirksamkeit überzeugt.

Selbstverständlich ist die Gefahr des Missbrauchs enorm. Dennoch ist die Zahl der Beispiele gross, in denen diese Massnahmen den Unternehmen geholfen haben, die Währungskrise zu überstehen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Ich glaube nicht, dass wir Schweizer diese Instrumente erfunden haben, aber ich denke, dass unsere Gesellschaft mit diesen Massnahmen vertraut ist und es eine grosse Akzeptanz dafür unter den Arbeitnehmern gibt – und das ist entscheidend. Unternehmen mit hohem Auftragsbestand können so den Wegbruch der Gewinnmargen verhindern und mit motiviertem Personal mit Wille zur Mehrarbeit die Aufträge sichern: Stornierungen können mit neuen Offerten, welche diesem Umstand Rechnung tragen, verhindert werden.

Und Unternehmen mit ungenügend gefüllten Auftragsbüchern können mit Kurzarbeit Zeit gewinnen, um ihre Auftragslage zu verbessern und verhindern, durch Entlassungen Know How zu verlieren. Die Fachkraft des Unternehmens bleibt durch den Erhalt der Mitarbeiter hoch un die Krise kann unter Umständen mit Vollbestand überwunden werden.

Dies sind die Idealfälle. Dass die Systeme ausgereizt werden und es Profiteure gibt, bestreite ich nicht. Ich schätze aber den “inneren Wert” höher ein, der gewonnen (oder erhalten) wird, wo immer die Massnahmen der effektiven Geschäftslage entsprechen: Mitarbeiter und Unternehmensführung entwickeln zur Erreichung der Ziele mehr Zusammengehörigkeitsgefühl und Durchhaltewillen, statt dass die einen einfach hoffen, es möge den andern treffen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *