Ressort: Gesellschaft(Weitere Infos)

09.Februar 2015, 22:20

Waffen segnen, aber doch keine Lesben!

Ein katholischer Pfarrer segnete ein lesbisches Paar. Er hatte sich dabei noch abgesichert und vorab das Pfarreiteam, den Kirchenrat und den Pfarreirat informiert, der sich auch im Grundsatz positiv dazu äusserte. Des Pfarrers überzeugendes Argument:  Heutzutage würden Tiere, Autos und sogar Waffen gesegnet. Warum solle nicht auch ein Paar gesegnet werden können, das den Weg gemeinsam mit Gott gehen möchte? – Nun muss der Pfarrer seinen Posten räumen.

Der Pfarrer der urnerischen Gemeinde Bürglen muss auf bischöfliches Geheiss seinen Dienst quittieren. Die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares sei aufgrund der katholischen Lehre nicht möglich.

Der Churer Bischof Vitos Huonder ist “dankbar” über diesen Schritt des Pfarrers. Diesen von Huonder angestrengten Schritt, mit dem der Pfarrer ins Bistum Lausanne zurück berufen wurde, wo er geweiht worden war. Das Churer Bistum ist also von einer schweren Last befreit worden – nur so lässt sich die Wortwahl Huonders erklären, die an Selbstgefälligkeit kaum zu überbieten ist. Aber wahrscheinlich kann ein katholischer Bischof in Amt und Würden unter Dankbarkeit nichts anderes verstehen, als Beseitigung von Unruhe und Lebensnähe.

Es ist dies der gleiche Bischof, der die Absetzung des fortschrittlichen, auf der Linie von Papst Franziskus agierenden Mediensprechers der Schweizerischen Bischofskonferenz, Simon Spengler, betrieben hat. Er war dem Bistum Chur schlicht zu wenig hierarchiehörig gewesen.

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2 Gedanken zu „Waffen segnen, aber doch keine Lesben!

  1. Relax-Senf

    Das Churer Bistum wird für längere Zeit ein Ort bleiben, wo alte Strukturen und neue Entwicklungen aufeinander prallen werden. Dabei ist der beschriebene Vorgang kein Pfund im Streit um Richtungsänderung, aber viele kleine Sandladungen bringen letztlich jedes Räderwerk zum Stillstand. In Chur regieren “Betonköpfe” die in der rückwärts orientierten Haltung eine “geistig vergleichbare” Blockadehaltung erkennen lassen, wie die gegen jeden gesellschaftlichen Fortschritt agierende “Diktatur-Clique” in Nordkorea. Beide Systeme werden nicht überleben, wobei dem Bischof in Chur nicht nur “Schäflein” verloren gehen sondern auch Steuerzahler und wo Miglieder und Geld verloren gehen, wird letztlich der Machtverwalter neu bestellt. Vom Vatikan.

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