Ressort: Lebenskunst(Weitere Infos)

28.Februar 2015, 22:40

Belastung. Und Abbau

Man kann tausend Dinge zu tun haben. Oder nichts. Zuviel oder zuwenig. Belastungen können sich auftürmen, so dass man manchmal das Gefühl hat, in der Falle zu sitzen.

Manche Pendenz bleibt an uns hängen: Wir sind dafür zuständig, es ist unsere Angelegenheit, iwir können das besser als andere. Wir müssen für die Kinder sorgen, den Mann, die Mutter, den Vater, wir müssen Dinge regeln, die sonst aus dem Ruder laufen. Wir haben uns womöglich unentbehrlich gemacht. Wir denken für zwei, wir denken mit, wir fragen: War wäre wenn, was kommt als Nächstes, was steht an? Was kommt auf uns zu?

Das ist belastend, und in einer Gruppe ist es fast immer so, dass Verantwortlichkeit von den einzelnen Personen ganz unterschiedlich definiert wird. Daher ist es wichtig, dass man sich immer wieder gegenseitig zeigen kann, welchen Wert gerade auch die Verschiedenartigkeit für die Gruppe haben kann, für mich: Ich kann mich über die Nonchalance eines Kollegen ärgern, der findet, viele Dinge würden sich von alleine regeln – dabei regeln sie sich nur, weil ich für ihn gedacht habe. Natürlich viel schneller, als er überhaupt damit begonnen hätte. Und wenn ich merke, dass innerlich andere darauf spekulieren, dass ich ein Problem schon lösen werde, dann muss ich das benennen, mich wehren und dazu Sorge tragen, dass ich mich um meine eigenen Interessen kümmere. Es kann aber auch sein, dass der Kollege Leichtfuss mir einen Hinweis darauf geben kann, wo ich selbst zu verbiestert agiere: Er kann mir auch zum Lehrer werden, während er umgekehrt erkennen mag, wie schön es wäre, er hätte was mehr von mir mit auf den Lebensweg bekommen: So sind die Lasten womöglich nie gleich verteilt, aber die Möglichkeiten, sich gegenseitig eine Hilfe zu sein, sind immer gegeben – und können ausgebaut werden.

 

4 Gedanken zu „Belastung. Und Abbau

  1. Gerhard

    Ich glaube, in der heutigen Zeit nehmen sich nur sehr wenige ein Thema eines anderen freiwillig an – man ist selbst ja bis oben zu.
    Man muß es – wieder – regelrecht üben, dem anderen zu helfen, trotz seinem eigenen Arbeitsanfall. Das will ich üben und damit auch Zeichen setzen.

    Antworten
    1. Gerhard

      Was aber ist damit geholfen, wenn es jemand aus einer Knigge-Haltung heraus tut? Oder nur um der Sache wegen – damit der Laden läuft?

      Antworten
      1. Thinkabout Artikelautor

        Ja, es gibt diese Mechanismen, wenn man zum Beispiel merkt, dass jemand “Gesprächsführung” gelernt hat und das nun ganz bewusst anwendet.
        Klärung aber bringt immer die Zeit: Geht es mir wirklich um den Menschen, will ich nicht wirklich einfach nur Netzwerken, mich gar unentbehrlich machen, muss ich Zeit mitbringen – und die Vorstellung zuhause lassen, dass es wohl nur so und so viel davon brauchen wird.

        Antworten
    2. Thinkabout Artikelautor

      Lieber Gerhard,
      Solche Beobachtungen machen mich traurig. Vor allem, weil ich glaube, dass sie richtig sind.
      Und dann klinge ich wirklich wie eine alte Glocke mit nervtötendem eintönigem Klang. Besser ist es tatsächlich, sich einfach in seiner eigenen kleinsten Welt zu bemühen – und dabei zu erkennen, dass es alles andere als Mühe ist, das bleibtn, wenn man sich genau in diesem Einfühlen übt.

      Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *