Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Am Anfang übe ich ein bisschen Warten

∞  22 November 2010, 08:04

Der Tag beginnt mit warten.
Das ist, immerhin, nirgends so interessant, wie am Flughafen (wenn man denn Zersträuung sucht).
Man kann die Zeit natürlich auch dazu nutzen, ein paar philosophische Gedanken zu wälzen.

Immer wieder erstaunlich:
Warten ist nie ein Dürfen. Wir greifen zum Handy, die Gedanken springen voraus, als wollten sie mit virtueller Hektik jedem Stillstand entfliehen. Verzögerung ist ein Problem, das nach Überwindung verlangt. Nie aber ist sie ein Geschenk.

Ich konstatiere derweil zufrieden, wie gut es ist, dass wir heute so viel Reservezeit eingeplant haben, schlage die Beine übereinander und warte auf meinen Kollegen. Vielleicht lese ich auf dem iPad ein wenig Zeitung. Vielleicht. Später. Erst geniesse ich das Gefühl, zwischen den unruhig auf und ab tigernden Männern in dunklen Anzügen ganz still auf dem Bänkchen sitzen zu können.




  1. Jean-Paul Robin · 23. November 2010, 15:16 · #

    “Unerhört,” sagte die Deutsche, “eine Frechheit, dass ich mir das gefallen lassen muss. Ich bin wichtig, und jetzt werde ich schon wieder grundlos umplaciert.” Ihre neue Nachbarin sah keinen Grund für die Eile und begrüsste sie mit einem breiten Lächeln…


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