Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Andrea Hämmerle schwelgt nochmals in Erinnerungen

∞  30 September 2011, 12:21

In einem Monat sind die Schweizer National- und Ständeratswahlen. 51 Parlamentarier kandidieren in vier Wochen nicht mehr. Einige blicken in einer kurzen Filmsequenz bei der Berner Zeitung zurück auf Ihre Zeit in Bern.

Wenn ein Nationalrat wie Andrea Hämmerle nach 20 Jahren im Parlament als sein politisches Highlight die Abwahl von Christoph Blocher als Bundesrat angibt, dann beweist das vor allem eines: Dass da einer die ganze Zeit über ein Hinterbänkler geblieben ist.

Und da kritisiert man dann die SVP-Politik, dass sie immer nur “dagegen” sei und keine gestalterische Kraft habe. Ein besseres Beispiel dafür, dass der fehlende Gestaltungswille auch in versteiften Gegenpositionen der anderen Parteien zum Ausdruck kommt, kann es gar nicht geben.







  1. Andreas Stricker · 30. September 2011, 13:29 · #

    Ein “Hinterbänkler”, der eine Bundesrats-Abwahl koordiniert? Naja…

    Aber ich vermute, Hämmerle hat vor allem zu Protokoll gegeben, dass sein Highlight die Wahl von Widmer-Schlumpf in den Bundesrat war. Der Rest – insbesondere die Titelsetzung – ist die übliche journalistische Sensationsgeilheit. 

  2. Thinkabout @ Andreas · 30. September 2011, 22:46 · #

    Tja, wenn ich einmal zum Strippenzieher werden kann, dann bliebt das eben ein “HIghlight” – genau so, wie er es gesagt hat. Das bringt ihn aber nicht endgültig von der Hinterbank weg, wenn es bei diesem Hochgefühl bleibt. Es ist – ganz einfach – befremdend schlechter Stil. Finde ich.

    Und die Sensationsgeilheit der Journis ist – natürlich – ein Problem. Nur, warum füttert man dann diese Gier auch noch so unbedacht? Oder noch schlimmer: Ganz bewusst? Hämmerle hat tatsächlich die Wahl von Widmer-Schlumpf als “noch wichtiger” nachgeschoben – aber eben: Zuerst kommt das Highlight des Rauskicks. Wir müssen es nciht zerreden, hier ist ganz sicher auch meine Optik festgefahren. Jeder soll sich sein eigenes Urteil bilden. Hämmerle wird sich auch seine Gedanken machen, auch und gerade, wenn Blocher just im Moment von Hämmerles Rückzug aus der nationalen Politik wieder ins Parlament einzieht…

  3. Andreas Stricker · 7. Oktober 2011, 18:55 · #

    Vielleicht lohnt es sich hier, Hämmerle zu zitieren: “Ich hatte zwei ganz grosse Highlights erlebt in diesen 20 Jahren. Das erste war die Annahme der Alpeninitiative. Das zweite die Abwahl Christoph Blochers, und, noch wichtiger, die Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf, an der ich ebenfalls beteiligt war.” Daraus verkürzt der Tagi dann: «Blochers Abwahl war mein Highlight». 

    Hämmerle ist also nicht einer, der stets einfach dagegen ist. Er hat zwei Highlights aufgeführt. Im ersten war er “dafür” (Alpeninitiative), im zweiten neutral (“gegen” Blocher und “für” Widmer-Schlumpf). ;-) Und insbesondere bei der Alprninitiative kann man wohl kaum von “fehlendem Gestaltungswillen” sprechen.

    Natürlich kann man die Blocher-Sache trotzdem noch als schlechten Stil bezeichnen, einverstanden. Ich bin dennoch anderer Meinung. Wenn man dazu beiträgt, denjenigen mit dem wirklich schlechten Stil (und zuden beachtlicher Inkompetenz, wie sich jetzt nach und nach herausstellt) ais dem Bundesrat zu entfernen, mag das vielleicht negativ motiviert sein. Trotzdem war die Nicht-Wiederwahl Blochers für die meisten der gut 70%, die nicht SVP wählen, eine schlichte Notwendigkeit. Er hat der Schweiz damit einen Gefallen getan.

    Über Hämmerle kann man vieles sagen; ein Hinterbänkler war er aber definitiv nicht. Hinterbänkler verhelfen keinen Volksinitiativen zum Sieg und sind auch keine Arena-Stammgäste.

  4. Thinkabout @Andreas_Stricker · 7. Oktober 2011, 22:24 · #

    Ich habe Ihren Einwand bei mir auch erwogen. Dennoch bleibe ich dabei: Aus 20 Jahren (!) Parlamentsarbeit drei Dinge aufzählen zu können, wovon zwei zusammenhängend eine Abwahl bzw., richtiger, eine Nichtwiederwahl betreffen (dass es dabei mehr um die Person Widmer-Schlumpf ging als um die Person Blocher glaubt Hämmerle ja wohl selber nicht) finde ich mager – und der schlechte Stil bleibt eine schäbige Tatsache: Indem man dem Polteri Blocher – wohlverstanden nach ausgestandener Schlacht – nachkartend noch einen Tritt nachschickt, so lange nach den Ereignissen, verwundert mich sehr.

    Aber ich danke Ihnen: Es ist richtig, das im Link gegebene Statement ganz zu zitieren. Dass die Medien daraus eine verkürzte Headline machen, das weiss ein Profi wie Hämmerle dann aber wieder ganz genau. Gerade, wenn Arena-Erprobung ein Kriterium für die Bedeutung eines Politikers ist.


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