Ausbeutung allenthalben
Nichts macht mich so mutlos in meinen Zukunftsbetrachtungen der Welt wie das, was ich “das Gesetz der ökonomischen Masse” nenne:
Jetzt sind also Biotreibstoffe das grosse Thema. Und flugs wandelt sich die Erleichterung, vielleicht doch nicht von Öl abhängig zu sein und etwas gegen die CO2-Emissionen tun zu können, in eine neue Beklemmung: Das Geschäft ist so interessant, dass wir Soja in Zukunft statt für Tierfutter eben für Treibstoff anbauen werden – noch immer aber nicht für die effektive Ernährung der Welt. Wir füttern unsere Autos mit Lebensmitteln und geben Gas.
Alle Umweltthemen inklusive Klimaerwärmung sind immer nur so interessant, wie es der Geldsäckel erlaubt. Der prall gefüllte, wohl verstanden. Nicht das Auskommen für möglichst Viele ist gefragt, sondern das möglichst Viele im eigenen Auskommen.
Wo das Geschäft winkt, wird die Gier siegen. Immer. Bis es knallt.
Ist das Evolution? Oder einfach die Kapitulation jeder Gesellschaftsform? Bis heute hat sich jede blühende Vokswirtschaft irgendwann ins Gegenteil verkehrt und ist untergegangen.
Masslosigkeit lässt alle Regeln einstürzen und damit jegliche altruistisch motivierte Moral utopisch werden. Wir sind da schon ganz weit vorn.

Zechbauer · 15. August 2007, 19:09 · #
Um’s mit einem Pearl Jam-Titel zu sagen: It’s Evolution, Baby!
Seelenleerer · 16. August 2007, 00:55 · #
Will ja nicht den Teufel an die Wand malen,
aber der Chef von Nestlé sagte in einem Interview im Tagi Magi, dass die Herstellung von einem Liter dieses Treibstoffes 3000 Liter Wasser verbraucht.
Interesant dabei ist, dass die ärmeren Mexikaner ihr Grundnahrungsmittel Mais für ihre Tacos bald nicht mehr vermögen, wenn die preise so weitersteigen.
Will auch keine Diskussion vom zaun brechen, aber
das mit dem Tierfutter ist energetisch sprich Umwelttechnisch leider auch nicht das Gelbe vom Ei.
Thinkabout an Seelenleerer · 16. August 2007, 08:49 · #
1 kg Orangen in Spanien zu produzieren benötigt 1´000 Liter Wasser… oder 10´000 – ich weiss es nicht mehr. Beides ist Irrsinn. Und wir spülen unsere Toiletten mit Trinkwasser… Die Verrücktheiten, bei denen der Mensch noch am Wickel gepackt werden kann oder wird, sind unzählig…
Seelenleerer · 17. August 2007, 03:44 · #
Interessant.
Nun ist mir wenigstens klar, wieso ich Orangen nie wirklich möchte, obwohl sie mir eigentlich schmecken.
Trinkwasser?
Nach dem Spülen wohl eher nicht mehr ;-)
Thinkabout · 17. August 2007, 07:14 · #
Thinkabouts Wife wusste Rat: Es muss heissen: 1 LITER Orangen, und es sind 1000 Liter Wasser – immerhin.