Berlin
Es gibt nicht wirklich eine Erklärung dafür, warum einem eine Stadt gefällt. Nein, es gibt viel mehr unzählige. Subjektive.
An Berlin habe ich mein Herz verloren. Dabei ist an jeder Ecke was nicht so ganz in Ordnung. Aber es atmet für mich. Und es gibt eine Vielfalt der Stile, die etwas unglaublich Befreiendes hat: Da passe ich dann auch noch rein – ganz egal, wie ich gestrickt sein mag.
Dieses Mal sind die Eindrücke eigentlich ganz normaler Art. Den freien Tag habe ich zu einem Zoo-Besuch genutzt. Aber der Berliner Zoo ist wirklich besonders schön, wie ich finde, auch mit einem Knut, der, dem Erwachsenenleben näher rückend, die Last des Reifens zu spüren beginnen scheint…
Die Pelikane, die grossen Anlagen für Robben, Flusspferde etc., die Artenvielfalt auch, die integrierten Gebäude. Berlin atmet auch im Zoo Geschichte. Es gibt überall und immer ein Damals, ein Zuvor, das zum Jetzt geworden ist und danach fragen lässt: Und wie siehst Du morgen aus?
Und das Hotel! Unscheinbar in einer Seitenstrasse, eine flache Front. Zum Eintreten lässt man Sie mal erst runter steigen…
Aber im Innern öffnet sich ein verwinkeltes Durcheinander von Gängen und Räumen mit alten Möbeln, dunklem Holz – und einem Innenhof mit Palmen (!) und einer riesigen blinden Wand zum Nachbars-Grundstück – die von einem Effeuregen bedeckt ist – und zwar vollständig – mit Ausnahme eines kleinen blauen Vogelhäuschens…
Wenn nur die unsäglichen Bilder nicht wären. Alte “Helgen” grosser Meister – als Repros, natürlich, in goldenen Rahmen voller Ornamente. Die unvermeidliche Mona Lisa gibt es gleich zwei Mal. Und einmal davon ausgerechnet in meinem Zimmer. Dabei schielt sie noch nicht einmal…
Ich fühle mich beobachtet.
Aber auch behütet – was für ein Glücksgriff. Es lässt sich gut frühstücken hier. Weil einen wenig von dannen zerrt in Gedanken, während der Kaffee noch in der Tasse dampft. Und dies, obwohl es Berlin ist, das vor der Tür wartet. Aber Berlin ist eben auch hier drin.
Jetzt sitze ich in Gedanken doch tatsächlich noch immer beim Frühstück im Hotel…

werner · 19. September 2007, 08:30 · #
Ja. so hat sicher jeder und jede eine Stadt (oder vielleicht auch mehrere) zum Wohlfühlen und andere in denen man nicht so gerne ist.
Berlin gehört für mich (noch?) nicht dazu.
Meine “Wohlfühlstädte” sind eher Mainz und Köln, dann auch Stuttgart (wo ich in der Nähe groß geworden bin) und sicher auch ein wenig Trier.
Und in diesen Städten sind es für mich auch nicht unbedingt die Zentren mit ihrem manchmal recht hektischen Leben. Nein, es sind die etwas versteckteren Winkel und Seitenstraßen, in denen man – wenn man mit offenen Augen durchgeht – so manche Kostbarkeit entdecken kann.
Caro · 19. September 2007, 12:00 · #
Berlin … mal meinen Erinnerungen nachhängen. Die jetzt nicht mehr schmerzen … wird Zeit, dass ich meine Bilder von damals auspacke! Danke für den Input!
Janna · 19. September 2007, 19:28 · #
..jaaa – thinkabout…und ich schwärme mit! hab ich doch den bekannten “Koffer in Berlin” echt dort stehen – meine beiden Töchter wohnen dort…und in Berlin gehts mir immer gut!! die Stadt wirkt auf mich wie ein Glas Sekt am Morgen – und besonders angetan haben mir es die Menschen dort, die aus oft so wenig etwas machen….ich schicke dir mal per mail zwei Fotos. ..
Und zur Zeit birgt die Stadt das größte Wunder..mein erstes Enkelkind…grade mal so 4 1/2 cm groß ist es…..und bitte drück ein wenig die Daumen für uns…liebe Grüße von…:-) Janna
werner · 19. September 2007, 22:06 · #
Oh, Glückwunsch!
Ich drücke meine Daumen auch mit, denn ich weiß wie das ist wenn Enkelkinder erwartet werden. Hab das auch schon viermal erlebt. Und wie bei dir waren alle 4 weit weg. zwei in England und zwei hier in Deutschland ca 600 km von uns entfernt. (diese beiden wohnen inzwischen allerdings mit ihren Eltern jetzt hier ganz in der Nähe.)
Alles Gute Janna, dir und vor allem deinen Lieben!
Janna · 20. September 2007, 16:47 · #
..danke Werner….tut gut….:-) Janna