Bitte mehr aufgehen statt abgehen
Ich deponiere hier im alten Jahr noch eine Aversion gegen moderne Unwörter mit ab-.:
Nicht nur Kids fragen heute, was abgeht und haben nur noch Lust zum Abhängen.
Mir wird einfach nur schlecht bei diesem Slang. Abgelöscht hat es mir, irgendwie, wie wir im Dialekt sagen.
No Future? Auf jeden Fall irgendwie “no fun”. Finde ich alter Knacker.
Abgedreht, unser Abbild, das wir da liefern, blutleer die Party, voll auf Konsum, gegen jede Originalität. Oder doch nicht?
Irgendwie haben wir alle nach neuen Worten gesucht, als die Holländer Bern orange einfärbten. Wie viel sie konsumiert haben, ausser Bier, weiss ich nicht wirklich. Aber es machte nicht den Anschein, als würde es viel brauchen, um die Freude zu entzünden. Originell und ausgelassen waren sie auf jeden Fall. Und fröhlich. Und so manchem Gastgeber hat es dadurch eingehängt: Man hatte richtig Lust, auf diese Freude einzugehen, sich anstecken zu lassen. Da sind wir Schweizer nicht abgegangen – mehr mitgegangen.
Wenigstens bis zur Stadtgrenze.
Bye bye – und “Hüpp-hüpp Holland”, for ever.
Ob Sie es glauben oder nicht: Ich hatte in Deutsch mal richtig gute Schulnoten…
Bild: Die Antwort der Stadt Bern auf holländische Dankesbezeugungen ähnlicher Art: Grosses Inserat im holländischen TELEGRAAF, via Blick

°
Bunt Gemischtes
und
Erdlinge
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Marianne · 30. Dezember 2008, 18:58 · #
Herzlichen Dank, Thinkabout. Auch ich nerve mich, wenn abgetanzt, abgelacht etc. wird, Auch die Sätze mit: ..weil es wird überall so gemacht. So falsch, so verdreht. Einer sagt so etwas, all ahmen ihn nach. Schade um unsere schöne Sprache.
Claudio · 31. Dezember 2008, 13:12 · #
Ich versuche ja auch, mich über solche Dinge aufzuregen, muss aber sagen. Und die Präposition ab kann ja auch gar nichts dafür. So einfach, dass jemand etwas sagt, und alle etwas nachahmen, funktioniert auch Sprachwandel nicht. Oder: Wer hat denn das liebe Wort geil erfunden?
Titus · 31. Dezember 2008, 17:22 · #
Ich frag’ mich grad, ob das ein “pauschales Problem” der Jungen (und nicht mehr so Jungen) ist oder nur eines im deutschen Sprachraum?
Als Beispiel: “Was geht AB?” fragt man zwar auf deutsch, was auf englisch dem “what’s going ON” oder dem “what’s UP”? entspricht. Scheint demnach doch eher ein deutschsprachiges Phänomen zu sein. Oder kann das jemand widerlegen?
Titus · 5. Januar 2009, 23:54 · #
Via Kopfchaos bin ich aufs hinter meinem Namen verlinkten Video zum Thema deutscher Sprache gestossen… ;-)