Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Bücher - eine Frauendomäne

∞  19 August 2008, 14:00

PricewaterhouseCoopers hat eine Studie mit dem Titel “Haben Bücher eine Zukunft” in Auftrag gegeben: Fazit und Antwort: Ja. Der Frauen wegen.


Frauen lesen durchschnittlich 13 Bücher, Männer neun [ich nehme an, pro Jahr?]
Finde ich eigentlich sehr viel, muss ich sagen. Männer sind übrigens eher “Zweckleser”:
63 Prozent der Männer lesen vor allem, um sich zu informieren. Bei den Frauen behaupten das nur 48 Prozent.
Für sieben Prozent der Männer ist Bücherlesen Zeitverschwendung, aber nur für zwei Prozent der Frauen.
Frauen sind dafür Entspannungs- und Genussleser:
76 Prozent von ihnen, aber nur 57 Prozent der Männer erklären, sich beim Lesen vor allem entspannen zu wollen.
56 Prozent der Frauen, aber nur 44 Prozent der Männer nehmen immer ein Buch [zum Lesen!] mit, wenn sie längere Zeit mit Bus oder Bahn verreisen.
46 Prozent der Frauen lesen meistens vor dem Schlafengehen im Bett, aber nur 32 Prozent der Männer.
Jede dritte Frau, aber nur jeder fünfte Mann verzichtet für ein fesselndes Buch schon einmal auf den Nachtschlaf und
Lesen ist für 28 Prozent der Frauen, aber nur für neun Prozent der Männer das grösste Hobby.
—-
Die vollständige Studie gibt es hier zu lesen und
Der Hinweis stammt aus der Federwelt, aktuelle Printausgabe Nr. 71, August/September 2008, Seiten 56/57.

Bild: (c) Thinkabout, aus den Media-Alben




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Wer schreibend die Frauen erreicht, fühlt sich wirklich gelesen


  1. Caro · 19. August 2008, 14:21 · #

    Muss ich mich jetzt wie bei den AA bekennen: ich bin eine anonyme Buchverschlingerin?
    ;-)
    Kein Abend ohne Buch, keine Zugreise ohne Buch, und das Schwerste im Reisegepäck sind – die Bücher!

  2. uertner · 19. August 2008, 14:59 · #

    @Caro: Das habe ich von Ihrem ersten Auftritt auf “facts.ch” sehr stark vermutet. ;-)
    Ein outing, wäre hier eine obszöne Ueberflüssigkeit. Wenigstens die Zugreisen versuche ich nun auch so zu nutzen. Habe eben “Zeitgeist und Berner Geist” von Gotthelf zuendegelesen: kann es nur empfehlen. Eine bitterböse Satire auf den “Liberalismus”, die heute in der Zeit des “Neoliberlismus” wieder sehr aktuell ist. Wobei Gotthelf einer der ganz grossen zeitlosen Klassiker der deutschen Literatur ist.

  3. Marianne · 19. August 2008, 16:54 · #

    @caro
    juhui, eine Leseschwester. Ich darf gar nicht sagen, wieviele Bücher ich pro Jahr lese – und immer kaufe ich neue dazu. Um keine Sprachkenntnisse zu verlieren und auch weil ich englisch so gerne habe, lese ich, fast nur, englische Bücher. Da das Fernsehen eh immer langweiliger wird, lese ich jeden Abend stundenlang. Ein Leben ohne Bücher – unvorstellbar.

  4. Mara · 19. August 2008, 23:11 · #

    Leider muss ich seit einiger Zeit immer öfters mit dem Auto unterwegs sein. ... seitdem lob ich die Erfindung des Hörbuches. Sind die hier in der Statistik mit einbezogen?

  5. Thinkabout · 19. August 2008, 23:35 · #

    Was für eine exquisite Gemeinschaft sich hier bei mir einfindet! Seid mir alle gegrüsst – und immer schön weiter lesen. Ganz offensichtlich bereichert es Euch Alle enorm und schimmert in allem durch, was ich von Euch schon erleben durfte.
    Und, Mara: Gute Frage!
    Ich vermute mal, dass – obwohl auf die Zukunft ausgerichtet – das ausser Acht gelassen wurde. Immerhin bringst Du mich da auf etwas! Auf langen Autofahrten, so kann ich mich noch erinnern, war ein Hörspiel früher ein Genuss. Hörbücher – eine sehr, sehr bedenkenswerte Idee, gerade fürs Auto.

  6. SeelenLeerer · 20. August 2008, 03:44 · #

    Für mich ist die Bibliothek der ideale Lieferant,
    da ich diese Menge weder bezahlen
    noch lagern könnte.

  7. SeelenLeerer · 20. August 2008, 05:38 · #

    Immerhin kann ich mich bei der Auswahl der geliehenen Bücher als Mann “re“positionieren.
    Hauptsache spannend lautet mein Motto
    und ich habe den Verdacht,
    dass meine holden Vorschreiberinnen
    da anders gelagert sind.

    Oder ist dies gar ein Vorurteil,
    dem ich dabei erlegen bin?

  8. Zappadong · 20. August 2008, 07:43 · #

    Auch ich oute mich als Vielleserin und, lieber Seelenleerer, auch ich habe mich dem Motto “Hauptsache spannend” verschrieben. Nur: Was spannend ist, ist eine Definitionssache :-)

    Übrigens: Mein Sohn verschlingt Bücher. Er bringt es auf ein Vielfaches dieser neun statistischen Werke. Auch er holt sich die meisten Bücher aus der Bibliothek.

    Immer wieder redet man im Zusammenhang mit den neuen Medien das Buch tot, und gleichtzeitig erscheinen immer wieder Statistiken, die dem total widersprechen. Schön.

  9. Caro · 20. August 2008, 07:53 · #

    Stimmt – wie liebte ich die Krimi-Hörspiele immer, die ich Donnerstabends aufnahm um sie auf meine lange Fahrten in die Schweiz anzuhören!

  10. daria3001 · 20. August 2008, 10:57 · #

    Das hatte ich irgendwie schon geahnt, aber eine Repräsentativstudie kommt in Diskussionen zur Stärkung der Position der Frau in der Literatur natürlich wesentlich besser ;)
    Danke! Werde vermutlich häufiger mal vorbeischauen.

    grüße,
    Daria

  11. Marianne · 20. August 2008, 12:47 · #

    Auch Frauen lesen querbeet und lieben spannende Bücher. Bei mir ist es Ian Rankins. Dieser Krimi-Autor macht süchtig.

  12. SeelenLeerer · 20. August 2008, 17:15 · #

    Danke Marianne,
    nun kann ich bei meinem nächsten Besuch mal zielstrebig rein.

  13. Thinkabout · 21. August 2008, 00:45 · #

    Na, Ihr Leserättinnen und -Ratten. Da erwarte ich aber Vorschläge und Rezensionen, als Gastbeiträge hier veröffentlicht, auf einem Blog eines Schreibers, der viel zu wenig zum selber Lesen kommt…

  14. Marianne · 22. August 2008, 12:42 · #

    Sehr gerne empfehle ich hier einen Schriftsteller, der, obwohl eventuell nicht so bekannt, unbedingt gelesen werden sollte. Per Petterson, ein norwegischer Autor, schreibt ruhige Geschichten über Menschen wie Du und ich. Zutiefst menschlich und so fesselnd, dass man seine Bücher am liebsten in einem Zug lesen möchte. “out stealing horses” und “in the wake” sind meine Lieblingsgeschichten. In der englischen Fassung sehr gut übersetzt von Anne Born. erschienen bei Vintage Books, London. Ich bin sicher, dass dieser Autor auch in deutscher Sprache erhältlich ist. Viel Vergnügen beim Lesen!

  15. uertner · 23. August 2008, 08:33 · #

    Eine spannende “geistesgeschichtliche” Entdeckung war der Roman “Lewis Reise” des Schweden Per Olov Enquist. Der Roman schildert die wahre Geschichte der schwedischen Pfingstbewegung und gibt klaren Einblick in psychologische und religionssoziologische Phänomene. Wenn Schweden uns heute in vielen sozialen Errungenschaften als Vorbild hingehalten wird, dann wird oft vergessen, dass dieser Sozialstaat im Luthertum gründet und in sozialen Phänomenen wie eben diese “Pfingstbewegung”. Eine aufschlussreiche Lektüre für alle, die vom “säkular-toleranten Schlauraffenland der Selbstverwirklichung” träumen.
    http://www.perlentaucher.de/buch/13048.htmll


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