Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Dankbarkeit zwischen Backformen

∞  15 Dezember 2007, 14:37

Der Wohnzimmertisch ist übersät von Gitterrosten, die Küche von Backformen, Ausstechformen, feiner Mehlstaub auf dem Tisch – lauter kleine Versprechungen überall.
Keine Telefonate heute – dafür viel Zeit für das Plätzchen backen. Und für mich die Gelegenheit, die ersten weihnachtlichen Gedanken aufkommen und sich setzen zu lassen.

Ich werde wohl meine letztes Jahr geschriebene Weihnachtsgeschichte nochmals reloaden. Sie gefällt mir auch deshalb so gut, weil ich letztes Jahr den Advent sehr bewusst begangen habe – etwas, was diesmal nicht so leicht gelingt. Die „Anfahrt“ auf den Advent war aus Australien etwas gar weit…
Aber Dankbarkeit spüre ich sehr wohl – für vielfältige Formen von Sicherheiten, die Geborgenheit schenken. Meine Situation ist sicher eine sehr schöne, auch wenn ich keine Vergleiche anstellen mag.

Sieht man sich um auf der Welt und betrachtet sich das harte Leben der meisten Menschen, so kann es einem ob der eigenen Situation schon mal die Sprache verschlagen.
Erst recht, wenn, gäbe es so was, das Glücksgefühl-Barometer bei uns trotzdem nicht unbedingt höhere Werte anzeigen würde als in einem indischen Dorf oder wo auch immer: Wohlstand oder zumindest stabile demokratische Politsysteme sind keine Garantien, die uns das Leben bewusster und zufriedener nutzen lassen. Ist das eine Schande? Wohl eher ein Indiz, dass tieferes Glück wenig mit äusseren Werten zu tun hat, viel aber mit dem inneren Einklang, aus dem das Bewusstsein wächst, mit dem wir dem Ort und den Umständen begegnen, in denen wir leben.


  1. WerkRaumLebensArt · 16. Dezember 2007, 06:00 · #

    Ach Herr Thikabout – nun bin ich fast beschämt. Zuerst diese Ihre Zeilen, dann Ihre Weihnachtsgeschichte, nochmals diese Zeilen – und plötzlich ein wönzig kleiner Gedanke – husch “sind sie auch ein Nikolaus?” – upsalah.
    Zufrieden sein in dem was ist, demütig dem gegenüber, was man haben, sein und leben darf. Statt immer trachten nach, was noch könnte, sollte, doch besser wäre und so, an eben dem, was schon längst ist, vorbeileben.

    Und auch mal das Potenzial der Anderen nutzen und würdigen. Also ich hätte da so eine Idee. Sozialwerk Güetzibacken mit Bestellformular und Versand. Diese Ihre Bilder da mit dem click & guck, die gibts nicht etwa auch noch mit Duft und Rüberschickanlage – so blobb ein Zimmetduft und ein Güetzi aus dem Bildschirm spuck …

    Ihnen und Ihrer Frau herzenswärmste Gedanken. Wenn sie sehen könnten, wie mein Lebenspartner schaut, wenn ich von einem Ohr zum anderen ein breites Schmunzeln im Gesicht habe, mit ihm am Abend in der Stube sitzend … mit hochgelegten Beinen.


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