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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Das Handy-Pfand

∞  18 Juni 2012, 08:49

Das ist eine richtig gute Idee: Der deutsche Sachverständigenrat für Umweltfragen hat angeregt, für Handys und andere Computerhardware ein Pfand von bis zu 100 Euro einzuführen. Wegwerfen soll was kosten. Ein solches Pfand könnte einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Ressourcen beisteuern – und vor allem mithelfen, das Bewusstsein der Konsumenten zu verändern: Es ist für uns alle eh nicht kostenlos, wenn wir so viel Computerschrott ansammeln – mit unserem Nachfrageverhalten sorgen wir eh schon dafür, dass diese Ressourcen bis zum letzten ausgeschöpft werden – und die Knappheit dieser Reserven politisch zum Machtfaktor wird – je länger je mehr weltweit, wenn wir zum Beispiel an die seltenen Erden denken, die es, zumindest aktuell, für die Herstellung von Hardware aller Art braucht.

Wird ein solches Pfand kommen? Und wann? Es darf gewettet werden – und beobachtet, was wir an Gegenargumenten aufgetischt bekommen.


Umweltexperten fordern 100 Euro Pfand für Handys

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  1. gnaddrig · 19. Juni 2012, 10:50 · #

    Das Ziel, die Rücklaufquoten von ausgedienten Handys zu erhöhen, halte ich schon für sinnvoll. Ich bezweifle aber, das das mit dem Pfand so einfach erreicht werden kann. Aus dem Stand fallen mir folgende Gründe ein:

    Wenn man für die Ablieferung eines alten Handys beispielsweise 100 Euro Pfand kriegt, wird das sicherlich zu einer Welle von Handydiebstählen führen. Handys, die nicht mehr ganz neu sind, werden vermehrt gestohlen, weil man dann für alten Schrott noch das Pfand wird einstreichen können. Man müsste sich dann nicht mit teuren neuen Geräten abgeben und hätte keine Mühe mit dem Weiterverkauf.

    Dagegen kann man nur mit erheblichem bürokratischem Aufwand angehen: Man müsste beim Handykauf den Namen des Käufers erfassen und das Pfand hinterher nur an diesen auszahlen. Oder man erfasst, wer wann wo Handys zurückgegeben hat, und wenn jemand jede Woche ein paar Geräte abliefert und Pfand kassiert, liegt es nahe, dass es sich um einen gewohnheitsmäßigen Handydieb handelt.

    Die Erfassung führt dann aber zu datenschutzrechtlichen Problemen: Wer erfasst genau welche Daten, wo werden diese Daten gelagert, wie werden sie gesichert? Das wird wieder als ein Schritt in Richtung zum gläsernen Bürger gesehen und dürfte einen Proteststurm hervorrufen.

    Wer kontrolliert, ob für das Handy auch Pfand bezahlt wurde? Man könnte ja sonst billige Handys im Ausland kaufen und dann in Deutschland “zurückgeben” und von dem Pfand gut leben…

    Noch ein Problem: Ein Handy zu verlieren ist ohnehin schon ärgerlich und teuer. Das Pfand macht das ganze noch teurer.

  2. Thinkabout @Gnaddrig · 22. Juni 2012, 14:00 · #

    Das Argument, dass ein Pfand Handy-Diebstah attraktiver macht, hat vielleicht was für sich. Wenn ein gestohlenes Handy, als solches gemeldet, aber das Risikon in sich birgt, dass man so die Spur zurück verfolgen kann, wird das abgeschwächt. Und vielleicht werden seltene Erden so teuer, dass Sie so oder so besser auf Ihre Handys aufpassen müssen…

    Im Übrigen schadet es nichts, wenn ich nicht mehr achtlos meine Klingelbeutel rumliegen kann. Das trägt mit dazu bei, dass ich mir Kauf und Ersatz bewusster überlege.

  3. gnaddrig · 25. Juni 2012, 14:28 · #

    So ganz zuendegedacht habe ich das alles nicht. Sind aber alles Dinge, die man bedenken muss, wenn man mehr Handys wiederverwerten will.

    “Im Übrigen schadet es nichts, wenn ich nicht mehr achtlos meine Klingelbeutel rumliegen kann. Das trägt mit dazu bei, dass ich mir Kauf und Ersatz bewusster überlege.”

    Das sehe ich auch so. Je weniger Wegwerf jeder einzelne produziert, desto besser für die Umwelt. Wenn dann noch die Hersteller ihre Geräte nicht nur für die üblichen zwei Jahre auslegen, sondern etwas solider bauen, könnte man noch mehr Ressourcen sparen.

  4. Thinkabout @Gnaddrig · 28. Juni 2012, 01:02 · #

    Ein guter Punkt:

    Wenn dann noch die Hersteller ihre Geräte nicht nur für die üblichen zwei Jahre auslegen, sondern etwas solider bauen, könnte man noch mehr Ressourcen sparen.

    Wahrscheinlich haben wir hier Beide nur fromme Wünsche. Ich denke da an die subtile Masche, mit Apps zu werben, die dann nur auf dem neuesten iPad laufen – aus unerfindlichen Gründen, ausser dem Anspitzen aller iPad1 und 2-Besitzer, sich die neuste Version zu kaufen.

    Ich denke auch gern an das Beispiel des Hoover-Staubsaugers: In den Fünfziger-Jahren der absolute Knüller. Ein Gerät war so dauerhaft, dass man es für die Aussteuer kaufte und dann behalten konnte – für ein ganzes Leben lang. Oder fast. Bis Hoover nicht mehr genügend neue Geräte verkaufen konnte, in der Dauerhaftigkeit der eigenen Produkte einen Fehler erkannte und damit begann, Metallteile durch Kunststoffteile zu ersetzen…
    Und genau so funktioniert unsere ganze Wirtschaft. Darum wird mir übel, wenn neuerdings unser Konsum mit “Nachhaltigkeits-Argumenten” im Marketing angekurbelt werden soll…


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