Das Leben deuten
Themen: SMS zum Tag undAchtsamkeit
Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.
Mir fällt das oft selbst schwer genug...
Die Bedeutung dessen, was uns widerfährt, bestimmen wir selbst.
Wunder sehen, Leid verstehen, Angst überwinden und Erfahrungen als Gewinn begreifen…
Wir können beneidet werden und selbst unser Glück nicht sehen, wir können bedauert werden, dabei möchten wir in keinem Fall tauschen… Was uns widerfährt, mag objektiv leicht oder schwer auszuhalten sein – was uns erhebt oder niederdrückt, ist aber oft unser ganz persönlicher Umgang mit unserem Geschick.
Ein Schicksal zu tragen, kann unmenschlich schwer sein. Das sehen wir leicht ein, denn angesichts einer leidvollen Lebensgeschichte möchten wir nicht tauschen. Aber ein unbeschwertes Leben ohne grosse Rückschläge nicht geniessen können? Wer würde das begreifen!? Her damit, wenn DU Dein Glück nicht willst!
Doch was nicht langsam, mit wachsendem Begreifen erfahren und erarbeitet wird, kann genau so übersehen werden wie eine unscheinbare Margarite am Strassenrand. Sinn ist keinem Ding durch sich gegeben. Wir müssen ihn zuordnen, finden, den Dingen ihren Wert geben können und unser Wissen über Beständigkeit und Verlässlichkeit möglicher Orientierungen im Leben durch Erfahrungen entwickeln.
Caro · 18. Juli 2007, 10:32 · #
Manoel-Opernhaus in La Valetta, Malta
Ich wiederhole mich: ich weigere mich, nach DEM Glück zu suchen. Ich erlebe es täglich in kleinen Geschenken und Führungen und gehe lächelnd durch den Tag. Auch Leid und Scheitern fügen sich zu einem wunderbaren Ganzen zusammen, das mich versöhnlich und dankbar zurückblicken und mit Mut der Gegenwart begegnen lässt.
Das Leben ist schön.
Margit Farwig · 18. Juli 2007, 12:02 · #
Suche eigentlich wenig. Eigentlich, wenn nicht irgendwo noch etwas mitschwingt, von dem ich nichts weiß oder auch nichts wissen will.
Ich war ein kompletter Amalgamfall, von allen aufgegeben. Auch bald von mir. Die 90er Jahre waren durchzogen von Kopfschmerzen mit allen migränen Attribuden versehen, die ebenfalls Schmerzen bedeuteten. Tage kämpfte ich mich nur durch die nach dem Augenaufschlag einsetzenden Kopfschmerzen, wenn die sofort eingenommene Tablette half, ging es, wenn nicht, lag ein Tag mit langsam hochkriechendem Schmerz vor mir und und und. DAnn war ich zu nichts mehr fähig. Das ein paarmal in der Woche und auch an den Wochenenden. Ich habe 100 Schlaftabletten zuhause, die ich nehmen wollte. Dann fiel mir ein, versuch es doch mal beim Zahnarzt, lass dir alles Amalgam rausnehmen. Der Zahnarzt wollte nicht, aber ich könnte ja nicht nur von Tabletten leben. So nach und nach nahm er alles raus, Kunststoff rein, den auch wieder raus, Kronen drüber. Und siehe, das war es.
Die Schmerzen verloren sich dahin, wo sie hergekommen waren, ich lebte wieder. Mittlerweile lernte ich den Vorsitzenden der Amalgamgeschädigten kennen, der mir riet, mich mit Spritzen entgiften zu lassen. Immer wenn ich Schmerzen bekam, ich zum Arzt, der die Spritzen gab, das machen wenig Ärzte. Was ist das denn nun, was Sie spritzen. Das ist Schwefel, Schwefel bindet Quecksilber (Chemiestunde), dieser bindet die Quecksilberdämpfe im Gehirn, der Auslöser, nimmt jedes Mal ein wenig mit. So einfach ist das, wenn man das weiß. Alle halbe Jahre bin ich nach beginnenden Restschmerzen hin, in der Apotheke liegen die reservierten Ampullen, damit alles schnell geht und nicht wieder ausufert.
Ich habe mein Schicksal selbst in die Hand genommen, nicht aufgegeben, darin sehe ich einen Sinn und bin stolz darauf. Erwarte daher auch nichts mehr, es sei denn, es fällt mir in den Schoß.