Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Demut oder Hochmut

∞  13 August 2007, 23:53

Themen: SMS zum Tag und
Religion

Gott mein Unglück klagen
oder Gott für mein Unglück anklagen
ist zweierlei.
Genau wie Dankbarkeit für Wohlergehen
nicht dem Hochmut im Überfluss gleicht.



Gott wird in unserer Gesellschaft selten bemüht. Es ist eine Gesellschaft des Überflusses, die es sich leisten kann, über die Schlechtigkeit der Welt in theoretischen Phrasen zu fabulieren.

Dabei bin ich sicher, dass Gott das Klagen der vom Schicksal Getroffenen sehr wohl hört und auch annimmt, auch den Hader jener, die versuchen, Gott ernst zu nehmen, indem sie dem eigenen Ich, der eigenen Bestimmung nach leben wollen.

“An Gott glauben” wird aber erst dann eine verbindliche und interaktive Sache, wenn ein Dialog entsteht – und ein Vorgang, der nicht verstanden wird, eine Frage entstehen lässt – nicht eine Anklage.


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  1. N.N. · 14. August 2007, 00:11 · #

    Kardinal-Tugend -Todsünde der Überheblichkeit
    Welche Überraschung, davon in einem Blog zu lesen!

  2. Thinkabout · 14. August 2007, 05:25 · #

    Lieber N.N.: Ich hoffe, nicht so sehr mit mahnendem Zeigefinger gegen aussen als vor allem gültige, wichtige Erinnerung an mich selbst: Das Glück eines nicht sorgenschweren Tages zu verdanken, macht dieses Glück zu einem erlebten Geschenk.

  3. Tina · 14. August 2007, 05:55 · #

    Genauso wenig erfolgversprechend wie es ist, den Partner mit Vorwürfen zu attackieren, ist es sicher Gott anzuklagen.

    Ich denke, daß man sich im Gespräch mit Gott auch automatisch mit seinen Problemen so intensiv auseinandersetzt, daß man selbst zur Lösung oder besseren Akzeptanz eines ungewollten Zustandes gelangt.

    Diese biedere Volksweisheit “Hilf die selbst, dann hilft Dir Gott” gefällt mir insofern, daß sie Jammern als Lösung ausschließt. Anders herum gefiele sie mir noch besser: Gott hilft mir dann, wenn ich mich aktiv mit meinen Problemen auseinandersetze, Zug um Zug, bis ich sie – wie beim Schachspielen- matt gesetzt habe.

  4. Seelenleerer · 14. August 2007, 22:34 · #

    Meinen Gott kann ich auch mal anschreien,
    wenn ich stinkig bin.
    Er/Sie verzeiht mir auch das.


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