Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Der Sinn geordneter Tagesstrukturen

∞  1 Juli 2009, 07:50

Zeit haben. Wenig Verpflichtungen und Termine. Sein eigener Herr sein. Der Traum aller Eingebundenen, Fremdbestimmten.
Meine Erfahrung: Ich binde mich oft selbst, und für die Fremdbestimmungen vermag ich auch leicht selbst zu sorgen. Und wenn ich mir den Tag nicht einteile, dann ist er zwar nicht verplant, aber ich sehe ihn im Nachhinein dann oft vergeudet. Es ist unglaublich, wie schnell man sich verzetteln kann, und wie leicht es ist, zu glauben, man hätte (schon wieder) keine Zeit.

Ich vermute gleichwohl noch immer, dass da sehr viel Zeit ist, die auf sehr viel Orientierungslosigkeit trifft und dazwischen verrinnt. Also gebe ich mir mehr Struktur, mache Stundenpläne – und freue mich momentan wie ein Schulbub an der Ahnung, dass darin auch das Denken UND Fühlen leichter fällt. “Alles hat seine Zeit” kann der Spruch der gelassen spontan Unorganisierten sein, aber auch jener der Menschen mit strukturierten Tagesabläufen und festen Zeitplänen. Ich denke, mein Privileg sollte es nicht sein, keine festen Zeiten zu haben, sondern die Freude, sie mir frei selbst wünschen und einrichten zu dürfen.

Ich will nicht mehr Zeit haben. Aber sie endlich besser nützen.




  1. Claudia · 3. Juli 2009, 07:23 · #

    Ja, das denke ich auch oft. Führe mit unterschiedlicher Konsequenz einen Tagesplan/Wochenplan, um zumindest die Übersicht zu behalten – nicht aber als zwingende ToDoList, das klappte nie.

    Andrerseits: warum soll Zeit dauernd “sinnvoll genutzt” werden? Die Fähigkeit, Muße zu haben, droht, zu verschwinden im Versuch, immer etwas zu leisten, abzuarbeiten, zu planen – einfach nur so da sein und den Impulsen folgen ist auch mal schön! (Und eben NICHT nur als “Urlaub”).


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