Die Entzündung des Feuers
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In diesen Tagen ist auf diesem Blog von den sakralen Elementen von Sportveranstaltungen, insbsondere Eröffnungs- und Schlussfeiern von grossen Spielen, die Rede – und dazu gehört durchaus, dass ich zugebe, dabei auch wirklich eigene Faszination zu empfinden. Zum Beispiel die Variante der Entzündung des olympischen Feuers an der Eröffnungsfeier bei Olympia London 2012 am Freitag.
Hier dieser Ausschnitt:
Und ich bleibe bei der Sammlung der positiven Umstände: Diesmal wurde das Feuer nicht nach einem Treppenlauf in luftiger Höhe durch einen Heroen der Sportwelt entzündet, sondern mitten im Stadion, am Boden, von Nachwuchsathleten. Auch darin kann eine gute Symbolik gesehen werden und eine richtig zu verstehende Botschaft.
Und die Art, wie sich das Feuer zu einer einzelnen Flammenkrone bündelt, ist eine kreative Meisterleistung in technischer Vollendung. Einfach schön. Ich finde, man kann das geniessen. Bevor man an die Wirkungen und Absichten denkt, die man mit solchen Inszenierungen auch verfolgen könnte. Im Grossen wie im Kleinen.
Wir Menschen stehen immer im Bann zwischen Individueller Identifikation und Auflösung aller Ausgrenzung in der Zugehörigkeit unter einer Idee, mag sie gute Absichten verfolgen, Sinn enthalten – oder Macht gewinnen wollen.
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Alice · 29. Juli 2012, 15:56 · #
Es tut mir leid: alles grosses Blabla. Symbolik für die Massen, derweil über Betroffene hinweggetrampelt wird.
Wir haben in den Ferien Menschen getroffen, die in dem Teil von London leben, der für die Spiele hervorgepeppt wurde. Die haben Null Komma Null davon. Und eigentlich nur beissenden Spott übrig für diese Spiele.
Aber vielleicht ist das immer so. Vielleicht muss das Kleine, ganz Reale, für den grossen Zauber hintenanstehen. Vielleicht sind all die Dinge, die wir für solche Spiele verraten (oder zumindest ignorieren) einfach nicht zu vermeidendes Beigemüse. Mir jedenfalls gehen diese Spiele am Hut vorbei, will heissen, ich lasse sie bewusst an meinem Hut vorbeigehen, weil ich mich nämlich sonst aufregen würde über all die Heuchelei, die damit einher geht.
Thinkabout @Alice · 29. Juli 2012, 23:47 · #
Vielleicht geht es ein wenig darum:
Ich kann Dein schönstes Buch schlecht reden, wenn ich finde, statt dass man es schriebe oder läse, würde man besser im miesesten Quartier der eigenen Stadt für Verbesserungen sorgen. Die Zeit wäre dann besser eingesetzt. Oder man kann das Schöne im Geschaffenen suchen – da ist es ja schon. Oder eben lesen – und daraus etwas ziehen, das sich mit positiven Gedanken verknüpft zu einem Handeln an anderer Stelle verdichtet.