Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Die Gier wird weltweit immer neu entfacht

∞  16 April 2008, 06:45

Die globalisierte Gier geht weiter. Das Beispiel der Entwicklung der Nahrungsmittelpreise belegt dies sehr eindrücklich. Unsere Autos haben Hunger. Und da wir die besseren Preise bezahlen können als die Besizter hungernder Bäuche, wird auf unser Bedürfnis Rücksicht genommen. Also wird für Biosprit Mais angebaut. Die US-Regierung hat die Gewinnung von Bio-Treibstoff allein letztes Jahr mit 6 Mia Dollar subventioniert. Es gilt, vom Öl weniger abhängig zu werden… Die Grundnahrungsmittelpreise für Mais, Reis, Soja haben sich innert Monaten zum Teil verdoppelt oder verdreifacht. Unsichere Börsen bieten den Spekulanten an, ihre Gier nun auf die Erwartung weiterer Steigungen zu richten und in Grundnahrungsmittel zu spekulieren. Also steigen die Preise noch mehr.

Am Anfang stand die Idee, damit das Klima schützen zu wollen… Ach ja: Für die Produktion dieser Nahrungsmittel für Sprit braucht es übrigens Unmengen von Wasser. Die nächste Knappheit, die auf uns zukommt. Knappe Güter bedeuten gute Geschäfte für wenige. Aber sie stehen auf der Seite der Subventionen und der Macht – 6 Milliarden US-Dollars dafür, dass wir mit billigem Sprit unsere teuren schweren Geländeautos in der Innestadt spazieren führen können. Auf der anderen Seite würden für die wichtigsten Hunger-Bekämpfungsprogramme ein paar hundert Millionen gebraucht…

Ich frage mich, ob wir nicht noch viel dümmer sind, als uns Gott je voraus gedacht hat…

Den Artikel, der zu diesem Eintrag führte, unbedingt lesenswert, wenn auch bedrückend, finden Sie hier:
heise.de via Facts.ch, wo die Leserin Marianne zur anderweitig aktiven Community desillusioniert schreibt, in die Stille hinaus fragend:


Dies ist schon der dritte Artikel, der sich mit diesem Thema befasst. Schade, dass sich niemand dafür interessiert.


Wirklich schade. Aber die Realität. Wehe aber, wenn der Hunger militant wird…


Bildquelle: publik.verkdi.de, kohlhase / deepol

Dieser Artikel wird bei FACTS2.0 näher diskutiert

  1. Menachem · 16. April 2008, 23:32 · #

    Ich glaube nicht, daß sich niemand dafür interessiert. Das ist ja bedauerlicherweise nur ein Beispiel, von vielen, die mich mit einer bisher nicht bekannten Wucht der Globalisierung treffen und langsam erst verdeutlichen, was da auf uns zukommt. Genmanipulationen weltweit führen zu totalen Abhänigkeiten, Banken krachen zusammen, Olympia ohne Zeichen gesetzt, junge Soldaten sterben in Afghanisatn, Irak und wo noch, weil ein einzelner Mensch im weißen Haus meint heilig gesprochen zu werden dank seiner Meinung von Weltfrieden (der Papst ist ja schon da, kann er direkt durchziehen), – das alles ist wirklich viel und es fehlt mir die Kraft, die Vorbilder, der aktive Wille da wirklich durch meine tuenden Hände entgegenzuwirken.
    Da kann es schon mal passieren, vielleicht auch den Mitlesern, aus Scham nicht mehr die richtigen Worte zu finden, und noch weniger, Taten.

  2. Thinkabout · 17. April 2008, 08:25 · #

    Lieber Menachem
    Ich glaube, Bush ist nicht mal sich selbst gegenüber so verklärt, dass er vergessen würde, um was es ihm wirklich geht: Money makes the world go round.
    Aufzählungen, die bedrücken, konnten zu allen Zeiten angeführt werden. Unser Problem ist allerdings, dass alle Probleme mittlerweile globalisiert sind, sich viel unmittelbarer für alle auswirken. Dass der einzelne nichts tun kann, war dem Einzelnen ebenfalls in allen Zeiten schon einsichtig. Und damals wie heute ist das richtig und falsch: Gerade, weil wir nicht nach oben oder in die Ferne schauen und hoffen können, dürfen wir uns mit unserer kleinen Welt beschäftigen und darin für Werte und vor allem Inhalte sorgen. Was davon wie gegen aussen strahlt, muss uns nicht so sehr kümmern. Aber das Beispiel zählt in jedem Fall. Und sei es nur für Orientierung und Trost einiger besonders lieber naher Menschen. Es ist nie verkehrt, gegen den Verdruss anzugehen und der Hoffnungslosigkeit das Samenkorn entgegen zu setzen. Und es findet sich immer ein Stück Humus, das dieses Samenkorn aufnimmt und in sich bewahrt. Immer.


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