Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Die Lauten und die Stillen

∞  27 Juli 2007, 23:08

Themen: SMS zum Tag und
Zwischen Tagen schwebende Gedanken

Man kann still für sich denken, weil das Geltungsbedürfnis fehlt – oder aus Angst vor Blamage.
Auf dem Weg zu Ersterem muss Letzteres öfter überwunden werden.



Wer mag sie schon, die Lauten? Die, welche nie mit ihrer Meinung hinter dem Berg halten? Oft würde man sich deren Senf gerne ersparen.

Noch verzweifelter macht mich aber oft das Schweigen jener, von denen ich mir einen echten Beitrag zu Lösungen vorstellen kann.
Vielleicht sollten ein paar bescheidene Geister, die nur negative Reaktionen anderer vorne weg nehmen und deshalb stumm bleiben, sich öfter in die erste Reihe wagen. Nach dem Motto: Wenn DER das kann…

Wer seinen Platz dann gefunden hat, wird auch durch seine Haltung allein schon wirken, ohne dass er sie erklären muss. Aber auch dafür braucht er das Selbstvertrauen, das im tiefen Wissen erst geborgen liegt. Und so wird jedes Wort auf dem Weg dahin immer gewichtig bleiben…

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  1. Tina · 28. Juli 2007, 07:12 · #

    Man kann sich die Charaktere nicht backen, und muß die Menschen nehmen wie sie sind; die lauten und die leisen…

    Jedoch gewinnt jede menschliche Gemeinschaft durch das ausgesprochene Wort, durch Fragen, die sich vielleicht auch die Schweigsamen schon oft genug gestellt haben, durch Komplimente, die den Schüchternen das nötige Selbstvertauen vermitteln….

    Was nie ausgesprochen wird kann mein Gegenüber auch nicht wissen, vielleicht ahnen, fühlen und vermuten, aber erst indem ich mich zu etwas bekenne, meine Meinung laut sage und evtl. Rückhalt biete oder Mißstände aufzeige gewinnt das Gesagte an Gewicht und Bedeutung.

    Auch im Aufzeigen von Straftaten wie Kindesmißhandlung schreibe ich den Zu- und Wegguckern, durch die es möglich gewesen wäre Leid zu verhindern, eine große Schuld zu.
    Schweigen ist nicht immer nur eine Tugend, manchmal auch Feigheit und ein Fehler.
    .


    http://www.sxc.hu/photo/819127
    .

    Insofern sehe ich das Überwinden der Angst vor Blamagen als wichtigen persönliche Weiterentwicklung an.

    Die heftig umstrittene Bild-Kampagne fällt mir dazu ein: “Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht”
    http://www.flickr.com/groups/bildzeitung/pool/

  2. Janna · 28. Juli 2007, 11:14 · #

    ..ich gehöre hier auch zu den Stillen – ich bin sehr oft hier, schreibe aber wenig – – nicht, das ich nichts zu sagen hätte….aber oft meint man, die eigenen Worte sind zu simpel, die Gedanken nicht wert, aufgeschrieben zu werden….so eine bisschen Angst vor Blamage ist schon dabei – gut ausgedrückt von dir!
    Und oft nimmt man sich nicht die nötige Zeit..
    Und du schreibst sehr viel…denke ich noch über Gestriges nach, finde ich schon wieder zwei denkenswerte Einträge… – und wer liest schon Gestriges oder Kommentare dazu?
    ich nehme aber immer wieder Anregungen mit – danke dafür
    ...:-) Janna


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