Eigentlich…. bin ich sprachlos
Ich wälze immer wieder die gleichen Gedanken. Und sie drehen sich im Kreis. Die Probleme, die uns drohen, sind immens. Überall ist sie das grosse Thema: Die Schuldenkrise unserer Volkswirtschaften. Wir haben den Karren sehr gründlich in den Dreck gefahren.
Ehrlich gesagt, fällt mir zurzeit nur wenig ein. Und was ich schreiben könnte, klingt immer gleich. Genau so tönt es auch in meinem Kopf, und ich bin nicht gerade optimistisch, wenn ich in die Zukunft schaue. Ich nehme an, Ihnen geht es auch so, gerade als Medienkonsument:
Auf allen Kanälen die gleichen Tonlagen.
Drohender Staatsbankrott in Griechenland.
Portugal am Boden. Spanien mit miesen Perspektiven. Nun bald Italien. Malta. Zypern.
Und dort, wo es Europa nicht so zwickt, sind sie schon längst in der absoluten Maloche angekommen: Island. Irland.
Der Rest macht weiter Schulden, damit die Schulden bezahlt, übernommen, abgefedert, gestundet werden können. Und ennet am Teich ist die stolze Supermacht USA im Grunde zahlungsunfähig. Derweil kämpfen die Chinesen im Land gegen die Inflation und kaufen auf den fremden Kontinenten tüchtig ein. Nichts ist mehr im Gleichgewicht – und alles lässt sich, unserer unruhigen inneren Ahnung folgend, daran festmachen, dass die ganze Welt im Casino gespielt und jede Hemmung verloren hat, alte Verbindlichkeiten mit neuen zu toppen.
Wie konnte “man” so leichtfertig sein?
Wie gesagt, ich kann auch nicht hellsehen, wie es weiter gehen wird. Und ich mag keine Prognosen stellen. Aber irgendwie überlagert diese unsägliche Situation alle meine übrigen Betrachtungen. Nichts anderes scheint mehr einer grösseren Mühe wert. Denn ich kenne mich in dieser unserer und meiner Welt nicht mehr aus. Niemand steht hin, auch heute nicht, und macht deutlich, dass er bereit ist, den Gürtel enger zu schnallen. Die SVP diskutiert derweil über eine neue Ausschaffungsinitiative.
Auch das ist eine Form von Bankrott.

zentao · 12. Juli 2011, 21:25 · #
Mach Dir keine Sorgen, es kommt so wie es muss. Ursache und Wirkung, wir werden es audbaden müssen, irgendwann, womöglich im nächsten Leben. Alle -auch die Verursacher, das ist doch irgendwie tröstlich.
Liebe Grüsse zentao
Stefan Wehmeier · 13. Juli 2011, 16:33 · #
Die „Finanzkrise“ (beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes)
Ursache: eine seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung und die daraus resultierende systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Kapitalismus), sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten.
Einzige Lösung: unverzügliche Durchführung einer konstruktiven Geldumlaufsicherung in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (Natürliche Wirtschaftsordnung).
Ursache der Verzögerung: eine Programmierung des kollektiv Unbewussten, die vor Urzeiten erforderlich war, um den Kulturmenschen durch selektive geistige Blindheit an ein bis heute fehlerhaftes Zwischentauschmittel mit Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) anzupassen, damit das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, überhaupt entstehen konnte.
Was passiert, wenn nichts passiert: http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html
Thinkabout @ Stefan Wehmeier · 14. Juli 2011, 21:17 · #
Ach, ich weiss nciht, ob es so sehr am System liegt – als vielmehr am Menschen, der, in welchem System auch immer, im Zentrum hockt und sich da sehen will. Machen Sie ein Gut knapp – oder bieten Sie es im Überfluss an. Ist es begehrenswert genug, oder eben zu knapp, so wird sich Gier bzw. Verdrängungsinstinkt durchsetzen und neue Fakten und Abhängigkeiten schaffen. In welchem System auch immer. Geht man davon aus, dass es in seiner Lehre und damit im Grundsatz das Gute im Menschen für die Menschen als Gemeinschaft nutzen will, so scheitert es am Ende daran, dass seine Regeln gebrochen werden. Und Schulden angehäuft. Was immer bedeutet, dass plötzlich die Konsequenzen ausgeblendet werden. Man kann sie aber nicht mal aussetzen. Sie gehören zum System, zur Regel und zum Bruch derselben. Der Boden, den Sie ansprechen, ist ja eines der knappsten Güter, die man sich für die nächsten Jahrzehnte, gerade in der Schweiz vorstellen kann. Da mag ich mich eher der Utopie widmen, es gelänge, in der konkreten Sache Vernunft anzunehmen, als dass ich glaubte, es liessen sich die Mechanismen der politischen Ordnung verschieben – mal abgesehen davon, dass ich den Menschen, die solche Ordnungen dann ordnen, planen, durchsetzen und regeln, kaum mehr trauen mag als jenen, die ich im aktuellen Umfeld als Übel ausmache.
Thinkabout @ Zentao · 14. Juli 2011, 22:19 · #
Lieber Zentao
Daran tröstet mich allenfalls, dass bei allem (Be-)Kümmern eine überlagerte Ordnung über mein Sorgen Lächeln mag. Ich schreibe nicht Belächeln. Und ich will mich auch nicht besser machen als andere – schon gar nicht vor meinen eigenen Augen. Ich sehe ja durchaus, wie wenig ich selbst vermag, die Prinzipien wirlich hoch zu halten. Und fest. Wahrscheinlich, weil es vom Prinzip zur Wahrheit noch ein ganzes Stück Weg ist.
Stefan Wehmeier · 16. Juli 2011, 14:15 · #
“Ach, ich weiss nicht,…”
Eben. Sie wissen gar nichts. Wenn Sie das ändern wollen, ist dafür der komplette Inhalt von “Der Weisheit letzter Schluss” die Grundvoraussetzung.
Thinkabout @ Stefan Wehmeier · 17. Juli 2011, 01:24 · #
Menschen, die der Weisheit letzten Schluss kennen, bevor sie gestorben sind, agieren als Missionare des Hörensagens. Ich halte mich hier einfach mal an das, was ich aus meiner ganz persönlichen Makroökonomie kenne: Schulden müssen bezahlt werden, so lange sie bezahlbar sind. Und wird es eng, sind neue Schulden der Beginn des Erstickens.