Ein bisschen Dankbarkeit ist angebracht
Ich wäre ja glücklich, mit dem, was ich habe, wenn ich nicht Angst hätte, es könnte mir genommen werden.
Ehrlich geäusserte Dankbarkeit will nicht vorauseilend einen Handel abschliessen: Wenn ich Dir, Schicksal, zeige, wie sehr ich schätze, was ich habe, wirst Du es mir auch erhalten.
Wie schön muss es sein, das Danke schlicht dem Moment zu schenken und dabei nicht an morgen zu denken. So, wie das Glück in mein Leben gekommen ist, so mag es auch wieder adieu sagen. Immer aber macht mich doch das reich, was ich lerne, nicht haben zu müssen, um zufrieden zu sein. Glück hat nicht mit Haben zu tun, sondern mit Sein. Nichts stellt in sich so wenig Bedingungen.

Tina · 18. Januar 2008, 05:30 · #
Die Angst etwas zu verlieren drückt ja andererseits auch etwas Gutes aus: daß etwas einen Wert für uns hat.
Die Dankbarkeit dafür wird manchmal getoppt von der Verlustangst, wobei ich diesen Antrieb nicht unwichtig finde, er vermeidet, daß wir uns dem Schicksal ergeben phlegmatisch treiben lassen ohne die Zukunft in betimmte Bahnen lenken zu wollen.
Ich wollte nicht nur zuschauen wie sich etwas entwickelt, sondern meine Möglichkeiten nutzen meine Vorstellungen zu verwirklichen.Dann lieber manchmal unfrei und unglücklich sein, weil sich meine Pläne mit der Realität nicht decken, als sich wie ein toter Fisch treiben zu lassen…
Man sollte wie Du schreibst, den Augenblick genießen können ohne an die Zukunft denken zu müssen.Das passt.
WerkRaumLebensArt · 18. Januar 2008, 09:52 · #
Glück
nicht vorausplanen wollen
nicht herbeisehnen wollen
nicht festhalten wollen
damit nichts bezwecken wollen
Glück
empfangen können in dem Moment es zu mir kommt
und nur für diesen Moment
doch was wenn dieser Moment des Glücks mich zufrieden und erfüllt sein lässt
ein tiefes Sehnen in mir stillt
Glück
so ich mir wünschte
dieser Moment könnte ewig dauern
anhalten … Stillstand
überdauern … versuchen die Erinnerung in mir zu wahren
Dankbarkeit
über diesen Moment über all diese Momente ebenso
Angst
es könnte mir genommen werden
nutzen um achtsam zu bleiben
nicht übermütig zu werden
nicht hochmütig
Glück
Zufriedenheit
nicht trist werden lassen
wenn ich es vermag nicht zu halten
so bleibt es vielleicht gar selbst
wenn ich mir das was ich nicht halten kann
das was ich nicht haben muss bewusst mache
mich löse von dem was ich meine ohne dies kann ich nicht sein
so kann ein Moment des Glücks zum befreien werden
mich befreit fühlen
zum Gefühl des inneren Frei seins
welch Glück
SeelenLeerer · 18. Januar 2008, 14:01 · #
Sobald Wir begreifen,
dass Wir Es
letztendlich ja doch nicht wirklich besitzen,
wird das loslassen
zur Selbstverständlichkeit.
WerkRaumLebensArt · 18. Januar 2008, 19:43 · #
ja genau
Thinkabout · 20. Januar 2008, 16:06 · #
@Tina: Verlustangst hat noch nie eine Liebe gerettet, noch das Glück in einen Besitz zurück gebracht. Wir erhöhen daraus vielleicht die Bereitschaft, uns um jemanden oder etwas zu bemühen – aber diese Energie wird nie gross genug sein, denn davon kehrt das Selbstvertrauen, ja das Vertrauen in die Beziehung, die “Bindung” nicht zurück: Und nur wenn wir glauben, dass eine Relation “natürlich” besteht, sie nicht erzwungen werden muss, ist sie lebensfähig, lebendig und belebt sie nach allen Seiten. Mit einem (wenn möglich toten) Fisch, der mit dem Strom schwimmt, hat das nichts zu tun.
Tina · 21. Januar 2008, 05:11 · #
@Thinky
Ich zähle die Verlustangst – genau wie andere schmerzvolle Erfahrungen- einfach nur zu den sinnvollen, wichtigen Emotionen, zu denen der Mensch fähig ist. Ein spürbares Signal, daß etwas nicht im Lot ist, wie die Gänsehaut, wenns kalt wird.
Du magst dieses Gefühl für Dich ausschließen; jeder empfindet unterschiedlich, hat andere Sichtweisen und ein unterschiedliches Niveau. Es muß nicht immer das Vertrauen in die Bindung gestört sein, manchmal langt schon die Gleichgültigkeit im Alltag die man nicht hinnehmen möchte. Man wird Glück nie in “seinen Besitz” zurückbringen, weil es keinen Anspruch darauf gibt, aber man sollte seine Chance nutzen, zur inneren Harmonie zu gelangen.
Du hast Recht, Sympathie kann man nicht erzwingen; aber man kann durchaus versuchen ein aussichtslos erscheinendes Ziel zu erreichen. Aufgeben kann man immernoch ganz am Schluß....
Ist natürlich viel einfacher, seine Ilusionen und Träume auf das “Realitäts-ist” herunterzufahren – mit dem Trick kann ich nie enttäuscht werden, weil ich nie etwas erwarte. Überschaubare Bandbreite, garntierte Zufriedenheit. Nur entgeht einem da dieses unglaublich schöne Gefühl gewonnen zu haben… fliegen zu können….zu leben.
SeelenLeerer · 22. Januar 2008, 00:21 · #
Liebe Tina
Wenn ich Thinky richtig verstanden habe,
will er Dir nicht die Existenz Deines Gefühles absprechen,
sondern stellt bloss deren Wirksamkeit in Frage.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung:
Wenn uns jemand weh tut,
ist oft Rache eine Emotion
zu welcher der Mensch fähig ist.
Doch ist die Rache auch ein sinnvolles Mittel mit dem Schmerz um zu gehen?
Thinky wollte bloss darauf hinweisen,
dass uns Angst meist nicht weiter hilft,
unser Herz dagegen lähmt.
Sobald unsere Hände offen sind,
kann das Leben wirklich etwas hinein legen.
Tina · 22. Januar 2008, 05:42 · #
@Lieber SeelenLeerer
Letztendlich sehe ich das ja genauso. Die Chance, daß die Angst einen Erfolg erzielt und ein Reisender gehalten werden kann ist gering – und selbst wenn, vermutlich nur von kurzer Dauer, wenn sich nix Grundsätzliches ändert.
Manchmal verspüre ich trotzdem den Wunsch daran zu glauben, daß man durch aktives Einsetzen das Ergebnis beeinflussen kann. Kann man das? Oder gehst Du davon aus, unser Leben ist sowieso vorbestimmt?
P.S.: Hältst Du Rache/Vergeltung für eine sinnlose Emotion?
SeelenLeerer · 22. Januar 2008, 13:14 · #
Liebe Tina
Keineswegs möchte ich irgendeine Form von Fatalismus propagieren.
Stell Dir vor, die Grundlage Deiner Handlung ist die Angst den Anderen zu verlieren. – Was soll dann dabei heraus kommen, wenn nicht die Erfüllung Deiner Angst?
Wenn ich schlechte Zutaten für meinen Kuchen nehme, kann ich noch so ein guter Koch sein, der Kuchen kann gar nicht schmecken.
Nicht zu reden vom Themenkreis der dabei entstehen kann, indem ich dem Anderen zuliebe Dinge tue, die gar nicht mir entsprechen, nur damit er bleibt.
Wie lange wohl, können Wir diese Form der Selbstlüge aufrecht erhalten?
Sich in Liebe öffnen, wie es Tinky meint, heisst darauf Vertrauen, dass der Andere MICH will, so wie ich bin und nicht so wie ich zu sein hätte, um seinem Idealbild zu entsprechen und wenn dieses Gegenüber noch nicht in unser Leben getretten ist, darauf vertrauen, dass Er/Es uns wirklich zusteht.
Klar braucht dies Mut und vorallem Geduld, doch führt dieser Weg uns wohl eher ins “Glücklich sein”.
Zum PS:
Wie gesagt, ist Verletzt sein eine “normale” Emotion, doch was soll durch Vergeltung wieder gut gemacht werden?
Macht es etwas ungeschehen?
Bringt es uns wirklich ein gutes Gefühl, wenn Uns dadurch selber Blut an den Händen klebt?
Meiner Meinung nach stellt uns dies nur auf die selbe, meist niedere, Stufe. Dort besteht der Unterschied einzig darin, dass der Eine angefangen hat – doch wer hört damit auf?
Wirkliche Befreiung entsteht meist nur durch loslassen und da wirkt das gute alte Verzeihen halt immer noch am besten.