Ein trauriges Sinnlosbild
Es sind die kleinen Dinge, die ich über uns erfahre, die mich echt das Grausen lehren… Man nehme die heutige Talksendung bei Aeschbacher und da das Gespräch mit dem
Grabmacher Galler, wie er sich nennt, der in seinem langen Leben 30’000 erloschene Leben zu Grabe getragen hat.
Ein einziges Bild: Der Wandel der Urnen der Kremierten. Vom geschwungenen Tongefäss, das noch vor 100 Jahren getragen von Riten und Symbolen gefertigt wurde, zur Plastikbox, quadratisch, praktisch, gut.
Nun bin ich der Letzte, der es nicht begrüssen würde, wenn wir so offen auf unseren Tod blicken könnten, wie auf eine dreidimensionale Box ohne Kanten und Dellen.
Aber so ist es ja nicht. Das einzige, was wir dem Tod zur Antwort geben, ist unser Sinn fürs Praktische. Und dahin lassen wir uns treiben wie wir zuvor durchs Leben geschlittert sind.

Tina · 20. April 2007, 04:38 · #
“Das einzige, was wir dem Tod zur Antwort geben, ist unser Sinn fürs Praktische.”
Du hast Recht, Mystik und Zauber sind der Realität gewichen. Aber auch das liegt an der Veränderung der ganzen Werte- und Sozialstruktur
- “Wenn die Münze im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.” ...- die unbegründete Hoffnung sich ein späteres Wohlergehen erkaufen zu können war gestern.
- Genauso vorbei wie die Angst vorm Sensemann. Man hat eher Angst vor der langen Leidenszeit davor, und das Thema Sterbehilfe und Patientenverfügung gewinnt an Bedeutung.
- Wir organisieren die eigene Beerdigung, weil viele so einsam sind und zu Recht fürchten: bevor sich keiner drum kümmern will, mach es selbst!
Um es mit den Worten Gotthilf Fischers (Fischer-Chöre) mal zu sagen:
“Montags stirbt ein naher Verwandter, Mittwochs ist die Beerdigung und Donnerstags hat man schon wieder Termine frei…..”
(nicht immer – nur mal tendenziell gesehen…)