Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Eine Ansprache der Wüste

∞  1 Juli 2007, 20:41

Bearbeitung eines Textes vom 10.3.05



Du sagst, dass Du Dich noch immer in der Wüste wähnst.
Und dass Du Dich manchmal zwingen musst, darauf zu vertrauen, dass dies noch immer so sein darf.

Du leistest Kopfarbeit. Ich verstehe Dich. Aber die leise Panik bleibt, sitzt tiefer als Dein Kopf…

In der Wüste ist es leer, und sehr still. Brüllend still.

Alles, was Du hörst, kommt aus Dir.
Darum erlaube Dir, einmal nicht zu denken.
Fühle.
Die Wüste, die scheinbar so gnadenlose, bietet Dir auch einen Trost an:
Alles um Dich herum hat genau hier seinen Platz.
Die scheinbare Öde und Leere ist tatsächlich Teil einer Stille, die zu Deiner Ruhe werden kann.

Schweige mit.

Suche nur Deinen Platz, ohne Angst.
Noch besser: Lass ihn Dir zeigen.

Suche nach den Regeln, die Dir gut tun und Dich leben lassen,
genau so, wie es in der Wüste und für die Wüste Leben nach Regeln gibt.

Es ist weise, nach Regeln zu suchen – und sie vor allem zu akzeptieren.
Wir können erkennen, was uns gut tut, was wir brauchen.
Wir dürfen uns beschränken. Nicht zuletzt in den Ansprüchen an uns selbst.

Tausche das Schreien Deiner Seele mit dem Singen des Windes,
der um Dein Lager streicht.

Wirf in den Wind, was Dich belastet.

Was davon zu Dir gehört, wird wieder zu Dir finden.

Was nichts mit Dir zu tun hat,
ist leicht genug,
fort getragen zu werden
und sich in der Leere zu verlieren.

Werde selbst leer von allen sorgenden Gedanken
und lass Deine Seele reden.
Hier bei Dir wird sie gerne wohnen,
wenn sie ihren Platz bekommt.



in den Themen lyrisch-meditativ und Zeit und Leere abgelegt


  1. Werner · 1. Juli 2007, 21:08 · #

    Schweigen und hören…

    Diese Ruhe , die Einsamkeit der Wüste, die du beschreibst, finde ich zum Beispiel auch da –

    zum Beispiel im leisen Plätschern der Wellen am abendlichen See:

    oder im gleichförmigenRauschen der Wogen des Meeres:

    und auch beim Betrachten eines Getreidefeldes:

    Man darf sic h nur nicht ablenken lassen von all dem was die Konzentration stört.

  2. Margit Farwig · 1. Juli 2007, 23:07 · #

    Sich von einem Gedanken verzaubern lassen.

    Das Sanfte des Windes

    Deiner Seele süßes Sehnen
    schenke das Sanfte des Windes
    das zärtlich über Gräser streicht
    wenn sie sich wiegen
    sich in den Halmen liegen
    und das im Mohn den Staub verteilt
    wenn es im Sommer rote Blüten schneit
    zeigt den Grillen pianissimo auf
    und den Glasharfen kristallenen Laut
    sacht erklingen Melodien
    die als Liebeslieder ziehen
    himmelan zu den Sternen
    die Seelen tiefinnern wärmen

    © Margit Farwig

  3. Gabi · 2. Juli 2007, 00:26 · #

    DANKE

  4. Janna · 2. Juli 2007, 22:04 · #

    ..ich hinterlasse ein paar Fußtapfen….die der Sand gerade wieder zuschüttet…gut so…..:-) Janna


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