Fehler - ja! Und Stärken auch.
Mit mir selbst verbindet mich Vieles oder nichts.
Es liegt ganz an mir. – Von der Kraft, Schwächen annehmen zu können.
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Es braucht so viel Mut, schwach zu sein, Verletzlichkeit zu offenbaren, ja, nur schon einen Fehler zuzugeben… Tatsächlich aber ist auch jede Abschottung, jedes zurückhaltende Verhalten nur bedingt ein Schutzmechanismus: Es bedeutet, sich nicht der Gefahr auszusetzen, niedergemacht, kritisiert, ausgelacht zu werden. Darin liegt ein Schutz – aber keine Stärke. Wir bleiben verletzlich, fehlerhaft, und indem wir uns verbergen, geben wir anderen die Macht über uns, härter darüber zu urteilen, als wir es selbst machen würden.
Ja, wir machen Fehler. Ja, wir können auf Grund unserer Erfahrungen mit gewissen Situationen nicht gut umgehen. Wir haben keinen ausbalancierten Charakter, die Stimme ist zu laut, der Mund schief, was weiss ich. Ich könnte ein Jahr lang jeden Tag über Dinge schreiben, die mir an mir nicht gefallen.
Falsch daran ist, dass ich womöglich nicht genau so lange über Dinge schreiben könnte, die ich an mir klasse finde. Und schon gar nicht würde ich darüber reden:
Wer aber seine Fehler aushält, wer sie annehmen kann, der ordnet auch seine postivien Eigenschaften vernünftig ein, fern von Selbstüberschätzung und ohne den bemühenden Drang, sich gut darzustellen. Es gibt nichts Herrlicheres, als mit sich selbst entspannt umgehende Menschen – denn sie sind auch gern so frei, sich ohne Vorbehalt neugierig auf uns einzulassen.
Es ist Zeit, in den Spiegel und den Menschen ins Gesicht zu schauen und zu leben. Genau so, als wäre der nächste Moment so besonders wie wir selbst…
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Uwe · 19. Februar 2011, 10:49 · #
“Ich könnte ein Jahr lang jeden Tag über Dinge schreiben, die mir an mir nicht gefallen.”
Gute Idee! Das fände ich spannend. :)
Kirsten Evers · 19. Februar 2011, 12:00 · #
Solche Artikel von Dir lösen bei mir immer sehr viel Resonanz aus, denn ich bin aufgrund meiner nicht wenig leidvollen Lebensgeschichte zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen. Deshalb war es mir auch möglich, meinem Lebensweg eine völlig andere Richtung zu geben, in der es sogar sehr notwenig ist, mit sich selbst gut auskommen und seine Fehler annehmen zu können. Die Offenheit, sich auf Neues einlassen zu können, auf andere Menschen zugehen zu können, ist auch notwendig dafür, das zu zeigen, was wirklich in mir ist. Früher habe ich Stolperstellen benannt und Webseiten betreut, heute stelle ich mich vor ein Publikum und singe. Das wäre niemals möglich gewesen, ohne den Schutzmechanismus aufzugeben, der mich vor Verletzungen schützen sollte.
Aber promt passiert es auch, dass Mitmenschen meine verletzliche Seite sehen können und manche genau dort hinein stechen. Ich weiß es aber nun und kann besser damit umgehen als früher. Dennoch passiert es mir auch heute noch, dass mir Dinge, die mir Menschen abwertend sagen, sehr weh tun, dann kann es vorkommen, dass ich wieder anfange, mich selbst zu verurteilen. Doch solche Artikel wie dieser bringen mich wieder auf den richtigen Weg, danke dafür! :-)
Thinkabout · 19. Februar 2011, 16:58 · #
@Kirsten
Sich vor Publikum hinstellen, ist scho eine besondere Situation. Aber die Deine beginnt ja viel früher: Du musst ja Deine Kunst auch anbieten, musst für Dich selbst werben – es ist wirklich ein ganz besonderes Spannungsfeld. Schön, wenn ein Text von mir dazu beiträgt, dass Du Deine ganze Sensibilität bejahst, und für das brennst, was Du als echt an Dir erkennst:
Es wird immer genügend Zuspruch geben. Und vor allem gibt es Zuhörer, welche ihre eigene Seele mitgebracht haben, welche zufühlen, nicht nur abhören. Indem Du immer wieder diese Feinfühligkeit und Sensibilität bejahst, wirst Du auch zu einer Art Sprachrohr, einer Übersetzerin von Lebensgrundgefühlen für Deine Zuhörer. Und für Dich selbst auch. Immer wieder.
@Uwe
Ich weiss nicht, ob das spannend wäre? Es könnte das starke Gefühl bei den Lesern aufkommen, mich mal gründlich in den Hintern treten zu wollen, dass ich endlich die Kurve kriege…
Uwe · 19. Februar 2011, 21:26 · #
@Thinkabout
Vielleicht auch nicht. :) Manchmal bringt es gute Gespräche in Gang, wenn jemand den Mut hat über die eigenen Schwächen und Zweifel zu reden. Aber natürlich kann ich nichts versprechen. ;)
Ich jedenfalls bin deprimiert. Mir macht gerade nichts Freude. :(
Relax-Senf · 20. Februar 2011, 12:24 · #
Thinky, Du hast nichts zu monieren,
oder tust Du nur ein bisschen kokettieren.
Willst Du, dass man Dich bedauert,
obwohl dabei manche Falle lauert.
Prachtvoll siehst Du aus,
das denkt auch manche süsse Maus.
Doch Du bist kein Kachelmann,
an Dich kommt keine einfach ran!
Doch Geduld müssen wir Alle mit Dir haben,
dafür dürfen wir uns an Deinen Gedanken laben.
Diese Kraft des Swiss Thinking pur,
erlebt man so und nicht anders bei Thinkabout nur.
Elegant kannst Du Dich drehen im Kreis,
auf Dich wartet noch ein Preis.
365 Tage lesen was Du anders wotsch,
verschon uns, Du bist doch kein Totsch.
Nein 365 Tage würde ich es nicht ertragen,
vorher würde ich Thinkabout’s wife befragen.
Knackig und präzise könnte sie sagen,
was sie gerne anders möchte haben.
Doch zur Umsetzung würde sie nicht schreiten,
auf einem Karussellpferd will niemand durch die Gegend reiten.
Einzigartig und unverwechselbar,
diese Menschen die sind rar.
Verschönerte Menschen ab der Stange,
bei diesem Gedanken wird mir bange.
In diesem Sinne bleib wie Du bisch,
Du bist eine Zierde an jedem rustikalen Tisch.
Relax-Gruss
Thinkabout · 20. Februar 2011, 14:12 · #
@Relax-Senf
jetzt ist’s aber gut!
Danke, danke.
Ich leide in keiner Weise an meinem Selbstbild. Zumindest im Moment nicht. So ist der Artikel durchaus aus gelassener Warte geschrieben worden.
@Uwe
ja, das gibt’s, diese grauen Tage und Stimmungen. Vielleicht als Trost: So dumpf alles scheinen mag, das Helle entsteht auch nicht aus der Umwälzung der Welt zum Guten, sondern beruht oft auf einer Kleinigkeit, die eben ganz besonders sein darf. Ein Stimmungskleinod, nur für Dich. Wünsch ich Dir auf jeden Fall!
Urs · 20. Februar 2011, 15:17 · #
Ich übe mich im Verzeihen, auch und vor allem mir gegenüber. Das hilft mir etwas, den Müll meiner Fehler zu entsorgen.
Herzliche Grüsse, Urs
Relax-Senf · 20. Februar 2011, 17:16 · #
@Thinkabout:
Man schreibt nicht nur verschieden, man liest auch verschieden. Eine banale Feststellung die hinlänglich bekannt ist, in diesem Thread aber einen Platz hat.