Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Ferien. Zeit für ruhige Geschichten voller Frieden.

∞  5 September 2011, 21:07

Wir sitzen in einem Esszimmer mit tief hängender Decke. Der Durchgang ins Kaminzimmer liegt im Dunkeln. Ich bleibe am Tisch sitzen, eine glückliche müde Leere im Kopf. Ich bin in den Ferien angekommen. Nach nur zweieinhalb Stunden Fahrt sieht die Welt innerhalb der Schweiz ganz anders aus. Das ist immer wieder faszinierend, führt allerdings nicht dazu, dass ich häufiger herum reise. Wenn ich es aber tue, wenn ich Luftveränderung wünsche, ohne mich ins Flugzeug zu setzen, dann bietet die Schweiz wohl eine einmalige Vielfalt auf engstem Raum.

Dieser knappe Raum ist unser Problem, bestimmt so manche Eigenart, ist eine Bedrohung mit seiner Enge – aber vieles von diesem Raum ist auch Teil einer Natur, die sich trutzig wehrt gegen allzuviel Verschandelung durch uns Menschen. Wie lange noch? muss man zwar gerade hier bei uns fragen – jede Sekunde wird ein Quadratmeter zusätzlich überbaut – und doch hofft man, wenn man so auf einer Bank in Mergoscia hoch über dem Stausee sitzt, draussen wie drinnen, wir mögen doch zur Vernunft kommen und mehr teilen. Wie dieses Haus, das zur Ferienmiete ausgeschrieben ist. Längst ohne eigenes Ferienhaus, entdecken wir, zwanzig Jahre später, das Tessin neu, und es ist herrlich, zu erleben, wie so Vieles die Erinnerungen in meiner Frau neu belebt und sie ins Erzählen kommt. Wie ich, der ich nun hier sitzen darf und meine eigenen Geschichten bekomme.

Ich habe Ferien.




  1. Relax-Senf · 6. September 2011, 14:51 · #

    Schön, dass Du in den Ferien angekommen bist und trotz einer “müden Leere im Kopf” in die Tasten greifst und Fotis machst, welche bei mir Sehnsucht nach eigenem Erleben dieser herrlichen Umgebung wecken! Ferien tun gut und wenn trotz Vorbereitungs- (USB-Stick konfigurieren) und Reise-Müdigkeit die Wahrnehmungssensoren positive Impulse empfangen, dann läuft der Erholungsprozess gut ab. Auch wenn der zeitverzögerte Empfang von herrlichen Relax-Signalen Geduld erfordert.
    Auch die tief hängende Decke ist für das gut gewachsene Mannsbild einfach als Fitnessübung zu sehen um schlicht auch die Kopfneigemuskulatur in Schwung zu halten. Normalerweise geht ja Dein Blick nach oben um anfliegende Tennisbälle zu erkennen, Fotosujets zwischen Erde und Himmel zu entdecken und die Steigerungskurven – Deiner Kunden? Deiner Umsätze? Click rates bei Lookabout? – zu verfolgen. Ah, da fällt mir ein, dass es einen sehr wichtigen Grund gibt, warum Du sicher nicht nur mit himmelwärts gerichtetem Blick durchs Leben marschierst. Und das ist gut so.

    Allerdings hoffe ich für Dich, dass das Kopfeinziehen im Esszimmer keine Fortsetzung – mit Knie anwinkeln – im Bett findet. Wie dem auch sei, ein guter Schluck hilft immer. Vor und nach dem Kopf anschlagen.


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