Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Fernsehtipp: Todkrank und abgeschrieben

∞  7 Mai 2007, 16:59

Und schon komme ich mit einem tatsächlich “schweren” Thema:

Ich werde selbst nicht fernsehen, aber vielleicht interessiert jemanden ja das Angebot von

3SAT von heute abend, 20h15:

DOKU: Todkrank und abgeschrieben


Ich zitiere mal aus der Inhaltsbeschreibung in der heutigen Mittellandzeitung:

Die Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland hat dramatische Folgen: Viele Menschen sterben einen leisen Tod, weil sie keine Kraft haben, die bürokratischen Entscheidungen zu bekämpfen. Sie werden zerrieben in einer Maschinerie, in der über Schicksale von Menschen nur nach Aktenlage entschieden wird.


Auch wenn die Dok nicht unbedingt Ausgewogenheit in der Berichterstattung anstreben dürfte, scheint es mir wichtig, dass dieses Problem beleuchtet wird – und dass wir darüber reden und nachdenken, wenn wir eben (noch) nicht (und hoffentlich nie) in diesen Mühlsteinen stecken.
Etwas befremdend ist der Text für mich dennoch… : Einen leisen Tod möchte ich sehr wohl sterben. Gemeint ist wohl eher das verstummende Schreien der Betroffenen nach Würde, das – höchstens – auf Ohren trifft, aber nicht tiefer dringt.

***




Bild gefunden bei Shayanna
unter diesem Link nachzulesen ist auch ein sehr schönes Herbstgedicht von Nikolaus Lenau (oh ja, durchaus auch im Frühling)




  1. Tina · 8. Mai 2007, 05:04 · #

    Ich habe mir den Film gestern angeschaut und das Schicksal der Julia hat mich besonders berührt.

    Nun muß man dazusagen – sind ja solche Filme auch entsprechend emotional aufwühlend gedreht, daß sie uns unter die Haut gehen (sollen)....
    Der Kampf gegen die Windmühlenflügel der Bürokratie und die unterschiedliche Behandlung der Privatpatienten im Gegensatz zu den Pflichtversicherten ist himmelschreiend, gerade in Anbetracht der gezeigten Beispiele….aber nicht neu.

    Ebenso frustrierend, daß die Frage nach einer erfolgversprechenden Behandlung letztendlich an Kostengründen scheitert (Wenn dann die anderen 20.000 Patienten auch in den “Genuß” dieser Therapie kommen wollten würde das den Budgetrahmen sprengen….) und nicht an begrenzten Forschungsergebnissen oder Behandlungsmöglichkeiten.

    Ich bezweifle, daß diese Dokumentation/Anklage letztendlich etwas ändert. Auch ich habe keine Lösungsvorschläge für diese umfassenden Probleme des Gesundheitssystems, sonst ginge ich in die Politik und ließe mir mein Näschen vergolden. Wie immer muß man 2 Seiten sehen, und wie Du bereits angedeutet hast, beleuchtet dieser Film eher die der Patienten.

    Mich macht der Film nur traurig und bestärkt das Gefühl, der Maschinerie hilflos ausgeliefert zu sein, auch wenn man die Kraft hat zu kämpfen….


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