Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Gegen den Weihnachtsblues und alle Zwänge

∞  23 Dezember 2008, 19:05

Das Phantasma der glücklichen Gemeinschaft (immer) der anderen unter dem Weihnachtsbaum…

Rituale können auch Zwänge sein: z.B. der Harmoniezwang.

Fröhlichkeit lässt sich nicht institutionalisieren.

Womöglich muss noch gesungen werden… (wenn gesungen werden darf, wäre es ja in Ordnung…)

Man vermeide bei der Bescherung, dass man am Ende die Bescherung hat. Darum wurde der Wunschzettel erfunden, denn die gewagte Überraschung trüge immer das Risiko der Enttäuschung in sich.

Wenn das Christkind dem Jesuskind den Rang abläuft, weiss niemand mehr so recht, wem man was zu verdanken hat…

Ein Abendspaziergang ist morgen geradezu Sinnbild eines antizyklischen Verhaltens mit sehr guten Chancen zur Bewusstseinserweiterung – und die ist eh nur tiefgründig real erfahrbar, wenn sie allein oder zumindest mit Freiraum, also nicht in der grossen Gruppe, erlebt wird.


°





abgelegt in den Themen
Achtsamkeit
und
Zeit und Leere



auf Kommando von aussen ist nichts wahr, dem inneren Antrieb nach wohl


  1. skriptum · 23. Dezember 2008, 22:35 · #

    Lieber Think, ich wünsche Dir und Deinen Lieben einfach wunder!volle Weihnachten. So ganz ohne Zwänge und Enttäuschungen, versteht sich!

    Alles Liebe, skriptum.

  2. Claudia · 25. Dezember 2008, 08:30 · #

    Ich staune auch immer wieder über den jährlichen kollektiven Weihnachtstaumel. Und die Art, wie viele bis hinein in die Supermarkt-Situation forciert freundlich sind, befremdet mich (heute wird geliebt, aber hallo!!!).

    Meine Anmutung: je mehr zelebrierte Weihnachtsharmonie, desto krasser steht es ums Miteinander im Rest des Jahres.

  3. Zappadong · 25. Dezember 2008, 15:15 · #

    @ Claudia: “heute wird geliebt, aber hallo”

    ist für mich das Zitat der Woche :-)

    Und um zu zeigen, dass dem nicht überall so ist:

    Am Dienstagnachmittag stand ich an der Kasse, vier Artikel auf dem Laufband. Nur vier, weil ich nach diesen vier Artikeln nudelfertig aufgab und beschloss, dass ich schon nicht verhungern würde, wenn es nicht mehr würde – wohl aber im Getümmel entweder ersticken oder an einen Aggressivitätsschub zugrunde gehen könnte – also, wie auch immer: Ich stand nicht gerade in Glanzlaune an der Kasse und erwischte genau jene Kassiererin, die als einzige gemerkt hat, dass ich wirklich keine Kundenkarte habe und auch keine Pünggtli sammle und mich deshalb freundlicherweise nicht mehr danach fragt – und dabei das ganze Jahr hindurch sehr freundlich ist. Ausser am Dienstag. Da fragte der vor mir: “Bis wann haben Sie denn morgen offen?” Sie sagte zu ihm: “Bis 17.00 Uhr.”

    Dann beugte sie sich vor zu mir und sagte leise: “Und heute Abend haben wir Abendverkauf, und am Sonntag hatten wir Sonntagsverkauf.” Sie sah dabei sehr müde aus.

    Ich kehrte dem Wahnsinn den Rücken zu. Sie hat ihn bis gestern Abend aushalten müssen.

  4. Thinkabout · 25. Dezember 2008, 16:14 · #

    @Zappadong
    Wir tragen gerade in diesen Tagen ja auch alle schon so viel gehetzte Stimmung von uns aus in diese Läden hinein. Sehr schöne Beobachtungen von Dir (ich meine: schön in der Beobachtung). Danke, dass Du den Verkäuferinnen auf diesem Weg eine Kerze anzündest.


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