Geliebte Verunsicherung, möglichst akut
Selbst seit vielen Jahren in einer Beziehung verankert und darin alles Vertraute geniessend, wobei ich immer wieder erstaunt bin, was mich an Thinkabouts Wife noch immer überraschen kann, hat mich heute ein Text an jene denken lassen, die wieder einmal verliebt sein möchten, was ja, weiss Gott, nicht an ein bestimmtes Alter gekoppelt ist, mit den Jahren aber doch weniger vorkommt, wie mir scheint – oder wird es einfach nicht so schnell und so leicht gelebt?
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Ich hoffe, du kannst gar nie so alt werden, dass du nicht von den allerjüngsten Gefühlen überrannt wirst und dich so richtig lustvoll deiner Furcht stellen darfst: Unvernünftig zu sein, dich scheinbar gar lächerlich zu machen, während du weisst, dass nichts so traurig wäre, wie dir genau das abzusprechen: Das Glück des verrückenden Augenblicks im Überschnappen der Gefühle auszukosten.
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Inspiriert durch skriptum
[Bildquelle: Erste Allgemeine Verunsicherung, Liebe, Tod und Teufel, Cover, bei Verunsicherung.de, Diskographie ]

von Relax · 27. April 2008, 16:45 · #
Ja lieber Thinkabout, deine Texte bringen einen immer wieder zu Thinkabout oder schlicht zum Nachdenken. Was mir an deinen Texten gefällt, ist die Art wie du einen zum Nachdenken abholst. Also nicht dieses “Vergewaltigen des Denkapparats”, das leider von vielen Schreibenden praktiziert wird. Wenn man mir im Text bereits mitteilt, was ich zu denken habe, baut sich Widerstand auf. In meinen Reaktionen kann es dann bei zunehmenden Druck durchaus sein, dass ich mit Freude und mit Genuss das arrogante A… abgebe, dabei kennt mich meine Umgebung durchaus als vernünftigen und auf Ausgleich bedachten Menschen. Ich lasse mir einfach nicht gerne vorschreiben was ich zu lesen und zu denken habe. Du dagegen zeigst dem Leser deine Variante, mit der erlaubten Aufforderung darüber NACHZUDENKEN.
Thinkabout, mach weiter so. Deine Texte sind gut und es ist ein Jammer, dass Facts darauf verzichten will.
von Relax
Thinkabout · 27. April 2008, 18:20 · #
@von Relax:
Dein Kommentar bedeutet mir aus einem bestimmten Grund sehr viel: Thinkabout als Pseudonym und Titelthema eines Blogs hat an sich etwas Anmassendes, und es kommt nicht selten vor, dass ich mich frage, ob ich damit nicht eine Art Arroganz ausstrahle?
Dabei möchte ich genau das: Zum Denken einladen, anregen und dabei meine Gedanken so formulieren, dass sie meinen eigenen roten Faden darstellen, aber jedem die Freiheit lassen, die Wahrheit für sich zu überprüfen. Es soll nur klar werden, dass Wahrheiten kostbar sind und folglich nicht auf dem einfachsten Weg zu erreichen sind. Das Angebot ist nicht beliebig. Umgekehrt ist das, was uns weiter bringen kann, nie nur eine Kopfsache, sondern immer etwas, was auch fühlbar sein muss. Gerade wir intellektuellen Geister vergessen das oft, weshalb ich mich über Deinen Kommentar gerade unter diesem Text besonders freue, wo es auch um Zuneigung geht. Was heisst auch? Im Grunde vor allem. Und was den Umgang mit sich selbst betrifft, gilt das fast für jedes Thema.
Nicht zuletzt deshalb ist dieser Artikel u.A. unter dem Thema Zugeneigt abgelegt.
skriptum · 27. April 2008, 19:23 · #
Ich glaube, man kann nur wirklich erwachsen sein, wenn man es im Laufe vieler Jahre geschafft hat, sich das Kind im Innern zu bewahren. Wenigstens ein bisschen. Und vor allem: Losgelöst davon, wie es von der Umwelt empfunden wird. Im Zweifel betrifft es (um in diesem Thema zu bleiben) gerade mal zwei Menschen. Wenn es sie glücklich macht, spielt doch alles andere nicht einmal eine kleine Rolle.
Also lass uns das Backfischtum pflegen; es ist allemal amüsanter, als es Vernunft und stete Weitsicht je sein könnten ;o)
Freut mich, dass ich Dich zu so schönen Zeilen inspirieren konnte; danke!
Caro · 28. April 2008, 18:01 · #
jetzt hab ich’s endlich gefunden!
Thinkabout · 28. April 2008, 18:39 · #
Einfach wunderherrlich, danke, Caro!