Mein Schreiben, mein Atmen

Manfred Hinrichs Ausspruch beschreibt meine Motivation für dieses Tagebuch meines Denkens und Fühlens.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Glück suchen oder haben

∞  6 Februar 2008, 23:54

abgelegt in Themen SMS zum Tag
und Zeit und Leere


Nehme ich mir vor, glücklich zu sein (oder zu werden), oder habe ich eine Liste, was dafür erst geschehen muss?



Überspitzt gesagt: Die meisten Menschen könn(t)en glücklich sein, wenn sie es denn wirklich wollten. Wie kann man denn nicht glücklich sein wollen, fragen Sie? Das frage ich mich auch. Vielleicht müssen sie erst herausfinden, was Glück überhaupt ist? Wenn das Glück scheinbar so auf der Strasse liegt – ist es dann nicht viel zu gewöhnlich, farbloser, als wir es uns so gerne vorstellen?

Glück ist ein flüchtiges Medium. Kein Mensch kann im ständigen Rausch leben. Da nützt man sich und das Glück schnell ab – um festzustellen, dass es gar nicht da sitzt, wo man es vermutet. Nicht bei den Dingen und Lebensbedingungen, die einem das schöne Sein ermöglichen.

So wie hier einleitend zu reden und zu schreiben, mag für Menschen mit schweren Schicksalsschlägen wie ein Hohn klingen. Aber auch ihnen darf gesagt werden: Ein Leben mit dem Gedanken, dass es, genau so wie es ist und werden kann, einen Sinn hat, ist nicht von materiellen Gütern abhängig. Noch nicht mal von Gesundheit. Und darum ist das Unglück genau so in festen schönen Gemäuern zu Hause wie in Krankenhäusern.

Denn immer, jeden Tag, sind wir gefordert, zu diesem unserem Tag – einen anderen haben wir heute nicht – eine gute Einstellung zu finden. Zu erkennen, dass es sehr traurig sein kann, seinem guten Tag missmutig zu begegnen, ist ein Anfang. Vielleicht helfen wir dann mit einem kleinen Strahl positiver Energie jemandem besser durch das Heute, der es wirklich schwerer hat als wir.


Kommentare

  1. m.m. · 7. Februar 2008, 18:14 · #

    Mit Materiellem hat Glück ganz sicher nichts zu tun, da gebe ich dir Recht, Thinkabout.
    Doch sich soweit aus dem Fenster zu lehnen und zu sagen auch nicht mit Gesundheit, lese ich kritisch.
    Geh einen Tag mit mir ins Pflegezentrum, dann bekommst du sicher einen anderen Bezug zu Glück und Krankheit…
    Der Sinn eines Leides oder Lebens ist für mich nicht unbedingt mit Glück gekoppelt. Nur weil ich denke, dass es seinen Sinn haben könnte oder hat, stellt sich nicht zwangsläufig das Glücksgefühl ein…

    ...grüßt die darüber nachdenkende m.m.

  2. Janna · 7. Februar 2008, 19:24 · #

    ...es gibt Menschen, die finden überall Glück..sie sind selten und leben eher im Verborgenen..aber man kann da viel lernen., wenn man vorsichtig hinschaut…..
    und etwas Glück ist überall…schon, dass ich dir jetzt einen Gruß schicken kann…tippen..atmen..sehen…sitzen…manchmal gelingt es mir schon, das Glück-sehen…spüren….:-) Janna

  3. Menachem · 7. Februar 2008, 20:02 · #

    Glück ist für mich, es allein schon für einen Moment wahrgenommen zu haben. Das Glück besteht darin, daß ich hoffe, daß so ein Moment wiederkehrt.

  4. SeelenLeerer · 8. Februar 2008, 12:21 · #

    Liebe M.M.

    komisch, dass ich annehme Du seist weiblichen Geschlechtes. Hoffe Dir nicht zu nahe getretten zu sein, falls es doch nicht so sein sollte ;-)

    Thinkabout sprach vermutlich über die Kunst des Glücklich zu sein ohne Grund.
    Wenn wir es schaffen unser Herz
    trotz des Leides offen zu halten,
    kann es sich zeigen.

    Zum Schluss noch ein Postkartenspruch:
    Wer sagt, dass Geld nicht glücklich macht,
    war noch nie shoppen.

  5. m.m. · 8. Februar 2008, 13:53 · #

    Lieber Seelenleerer,
    ja und ich gehe davon aus, dass du männlichen Geschlechtes bist .
    Hast schon Recht, “die darüber nachdenkende m.m.”..das klingt sehr nach Frau ;o)

    Mir ist klar, dass Thinkabout hier nicht platt davon spricht, dass auch ein Mensch mit Leiderfahrung glücklich sein kann. Das ist in meiner Überlegung auch etwas tiefer gesehen oder gedacht!!
    Sicher gibt es immer wieder glückliche Momente auch für den Leiderprobten.
    Ich denke nur, dass eine Krankheit auch gänzlich Glück verunmöglichen kann. Da stellt sich die Frage, wie minimal kann ich Glück definieren. Sind gerade einmal lebenserhaltende Bedingungen schon ein Glück? Wäre eine “Erlösung” da nicht eher das Glück? Ich habe gehört, dass es in der Schweiz anders gehandhabt wird als hier in Deutschland. Dann merke ich wieder, dass ich mich in dem Punkt nicht als Deutsche fühle.
    Auch wenn es ein sicher spannendes Thema ist, würde es den Rahmen sprengen ..

    ..grüßt m.m.

  6. WerkRaumLebensArt · 8. Februar 2008, 14:43 · #

    “Wer sagt, dass Geld nicht glücklich macht,
    war noch nie shoppen.”
    dies zu lesen und dann herzhaft schmunzeln zu müssen zu können … auch das ist Glück

  7. SeelenLeerer · 16. Februar 2008, 02:58 · #

    Liebe M.M.

    Nachdem wir durch unseren Detektivischen Spürsinn soviel über unsere Geschlechterzugehörigkeit herausgefunden haben
    beschäftigt mich schon seit ein paar Tagen der Gedanke, ob wohl das Thema spannend genug ist, den Rahmen zu sprengen?

    Kannst Du Dir vorstellen, dass in unserem Herzen eine Quelle des Glücks wohnt,
    welche wirklich unabhängig von äusseren Umständen eben dieses Glück verströmt?
    Falls es diese Art der Quelle in Deinen Augen nicht gibt,
    woher hast Du denn die Idee, dass “Erlösung” Glück bedeutet?

  8. Verena · 23. November 2009, 21:06 · #

    Glücklich zu sein, das ist alles was von uns auf
    der Welt erwartet wird. Wir tun uns aber jeden Tag
    viel zu oft weh, sind unachtsam, beleidigend. Wie
    kann man den Glück ausstrahlen ? Der Alltag verlangt
    viel. Ich bin der Auffassung zum Glück gehört vorallem
    Geld, mit Geld kann man seinen Weg gehen, hat seine
    Ruhe. Niemand verlangt wiederhin etwas von mir,
    wenn ich mein Leben so gestalten kann wie ich möchte.
    Zu Glück gehört Geld.

  9. Marianne · 23. November 2009, 21:53 · #

    Liebe Verena,
    zum Glück gehört Geld zuletzt. Klar, das Leben ist einfacher, wenn man einen Haufen Geld hat, wenn man sich jeden Wunsch erfüllen kann. Aber ist das nötig, um glücklich zu sein? Das Glück findet sich in uns selbst, in unserer Zufriedenheit, mit dem was wir besitzen und sei es auch kein Luxus. Das Glück kann unser Partner sein, unsere Kinder. Aber auch, nach schwerer Krankheit, die Gewissheit, wieder ganz gesund zu sein. Das Glück ist ein Sommermorgen, ganz allein auf dem Balkon. Zuschauen, wie die Sonne aufgeht und die Vögel erwachen. Das Glück ist oft in kleinen Dingen zu finden. Wenn wir das begreifen, dann strahlen wir unser Glück auch aus.

  10. LD · 29. November 2009, 17:21 · #

    @Marianne: Kann es sein, dass Du nicht von existenziellen, materiellen Sorgen geplagt bist? Hättest Du eine Schar Kinder zu ernähren und wüsstest nicht, wovon Du den nächsten Monat leben sollst (aus welchen Gründen auch immer), würdest Du kaum behaupten, dass zum Glück zuletzt Geld gehört. Ich gebe Dir jedoch recht, dass Geld allein nicht glücklich macht.

    Glückliche Momente kann jeder haben, egal in welcher misslichen Lage er sich auch befindet. Das ist aber nicht das selbe wie Glück. Für Glück als nachhaltiges Lebensgefühl müssen minimale Rahmenbedingungen puncto materieller Existenzsicheung, Gesundheit und sozialer Vernetzung erfüllt sein. Da hatte Maslow schon recht. Eine positive, lebensbejahende Einstellung erleichtert die Sache aber sehr, wie Thinkabout schon festgestellt hat.

    Glück ist für immer mehr Menschen auf dieser Welt ein Luxus. Wer dies anders sieht, darf sich zu diesen Auserwählten zählen. Ich gönne Dir Dein Glück! :-)

  11. Nemi · 14. März 2010, 20:22 · #

    Glück ist, Dinge anzunehmen, wie sie sind.


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