Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Im Kleinen ganz werden

∞  16 Juli 2007, 23:12

Themen: SMS zum Tag und
Zugeneigt


Wir machen uns klein und können dadurch auch im Kleinen nicht wirken.
Gross macht uns nur das Sehen des Ganzen im Kleinen in uns.
Mehr müssen wir nicht sein.



Wie ich mir den Kopf zermartern kann mit der Frage, was ich soll? Warum mache ich mir Gedanken über grosse Würfe, weite Zusammenhänge, tiefe Erkenntnisse? Warum gönne ich meinen Gedanken so wenig Ruhe und drehe mich um mein Ego?

Ich kann mich nicht einschätzen, bin überheblich, oder vielleicht auch nur übermütig, dann wieder zaghaft, mich selbst gering schätzend.
So bin ich unbrauchbar mit jedem Talent.

Dann kann es tröstlich sein, einem Käfer zuzusehen, der einfach bestrebt ist, die nächsten 10cm vorwärts oder wieder auf die Beine zu kommen. Diese Energie, die ihn antreibt!
Er wird nie mehr bewirken als ein paar Krümel, die er umgedreht hat, ein paar Insekten gefressen, ein wenig Humus gebildet. Und doch ist er Teil eines Ganzen, und wenn ich ihn wahrnehme, ist mein Staunen über ihn nicht weit. Auch ich muss nicht mehr Mensch sein als dieser Käfer eben Käfer ist. Gelingt es mir aber tatsächlich, so werde ich gar nicht anders können, als mich in mir selbst wohl zu fühlen.


  1. Tina · 17. Juli 2007, 04:16 · #

    Das Wochenende war für mich bestes Beispiel dafür:

    Am sonnigen Rheinstrand mit Würstchen, Eistee und Romme-Spiel auf Aldi-Luftmatratzen im Kreis der Familie das einfache Leben genießen….

    Die Föhnfrisur unbeschwert im Rhein ertränken, kein Speckröllchen tarnen, keinem gefallen wollen.
    Ungeschminkt einfach nur sein, wer ich immer war und bleiben werde: einfach ich. Und vielleicht für 5 Minuten am Eisständchen die Queen, wenn ich für alle ne Runde Magnum-Eis ausgebe :-))

    Da weiß ich, so wie ich bin, bin ich willkommen, geliebt, angenommen….
    Wie Du sagst: Da fühl ich mich in mir selbst wohl.

  2. Margit Farwig · 17. Juli 2007, 09:03 · #

    Käfer, ich nehme mal die Wespe. Die, die in mein O-Saftglas gefallen ist. Nun halte ich dieser um Leben ringenden Kreatur meinen Finger hin, um darauf heraus zu krabbeln. Sie krabbelt. Erst erholt sie sich ein wenig, dann beginnt die Putzerei. So ein O-Saft klebt ganz schön, nichts für Flügel. Ich schaue ihr in Ruhe zu, lächel ihr zu, Mein Finger ist ihr Halt geworden, doch nun ist sie fertig, kann wieder fliegen. Sie fliegt davon, meine Gedanken begleiten sie. Ich fühle mich auch wohl.

  3. Werner · 17. Juli 2007, 13:35 · #

    @ margit
    Nicht nur O-Saft ist für Wespen gefährlich.
    Auch Sekt fordert Rettungsaktionen:


    Leider ist das bild einwneig dunkel geraten, musst also schon genau hinschauen.
    Groß sieht mans ein wenig besser:
    http://www.flickr.com/photos/werner43/753175185/

  4. Margit Farwig · 17. Juli 2007, 18:20 · #

    ät Werner:
    Dieses Ertrinken und Erretten ist natürlich eine Klasse höher ein zu stufen. Sekt!! Klasse das Foto!
    Im vorigen Sommer erzählte ich auf einem Sommerfest im Freien von meiner Methode. Eine Stunde später war es soweit. Eine Wespe verirrte sich in mein Glas. Ich hielt ihr den Finger hin, wie beschrieben… Nun wanderte die Wespe hoch auf meinem Arm fast bis an den Ärmel. Das hielt ein Mädchen (16) nicht mehr aus und putzte die Wespe einfach weg. Es war meine Wespe. Vielleicht denkt sie ein nächstes Mal darüber nach und versucht es selbst einmal. Wer weiß?!


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