Mein Schreiben, mein Atmen

Manfred Hinrichs Ausspruch beschreibt meine Motivation für dieses Tagebuch meines Denkens und Fühlens.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


... in unseren Zeiten...

∞  21 November 2009, 16:26

Überraschend in unseren Zeiten dabei immer wieder und unter verschiedensten Aspekten die Auseinandersetzung mit dem Glauben.


Helga Hirsch in einer Buchbesprechung (Daniel Stein, von Ljudmila Ulitzkaja)




“Unsere Zeiten”… solche Sätze stürzen mich in eine Art Depression. Und ich glaube, dass es ganzen Kreisen der Bevölkerung ähnlich geht: Irgendwie geht es bergab mit uns.

Wir demaskieren uns selbst durch die Themen, die wir überhaupt noch als solche zulassen. Oder die keine mehr sind für uns. Wir verlernen jede Form von Verbindlichkeit.

Wenn wir aber beliebig werden, dann ist da auch niemand, der allen Ernstes meinen könnte, es würde uns selbst in irgend einer Form brauchen…

Wollen wir das? Wollen wir jeden einzelnen Tag unseres restlichen Daseins verleben, vergeben, verbrauchen? Wir tun es, ja, kraft unserer Physis, die uns je länger je mehr dieses Verbrauchen vorleben wird.

Aber es kann sehr wohl einen Sinn haben, dieses Leben, über dieses Vergehen hinaus.

Es ist mehr Verstand und Verstehen in der Welt als wir glauben.

Und für den Gehalt unserer Seele gilt das erst recht.




Kommentare

  1. Marianne · 21. November 2009, 19:27 · #

    Es hat sehr wohl einen Sinn, dieses Leben. Denn was wir in diesem Leben nicht tun – wann sollen wir dies nachholen? Gerade in den heutigen Zeiten sind wir gefordert. Viele Menschen in unserer Nähe brauchen Zuspruch, Liebesbeweise, Hilfe. Wir müssen es nur sehen wollen.

  2. Zappadong · 22. November 2009, 16:51 · #

    Herr Zappadong und ich haben heute einen langen Sonntagsspaziergang gemacht. Und weil ich mich vor dem Spaziergang mit einer längeren Recherche über Hooligans in der Schweiz beschäftigt hatte, verloren wir uns in unserer angeregten Diskussion tatsächlich fast in der Hoffnungslosigkeit. Am Ende des Spaziergangs schien mir der Hooliganismus schon fast das kleinste Problem zu sein, das wir haben.

    Herr Zappadong meint, es gab immer schwierige Zeiten. Da hat er recht. Aber ich kenne nur meine Zeit. Und die macht mir Angst.

    Da gibt es nur eines: Dagegen anschreiben, anreden, ankämpfen. Aber vielleicht hat Her Zappadong auch recht, wenn er meint, die Menschheit müsse sich alle paar Jahrzehnte mal so richtig in die Scheisse reiten, so richtig untendurch müssen, um sich danach wieder aufrappeln zu können. Nur: Ich habe eine vage Ahnung, wie schlimm diese “Scheisse” sein könnte, in die wir uns gerade reiten … und ehrlich gesagt, möchte ich das nicht erleben.

    Ach, ist ein trüber Sonntag heute …

  3. Thinkabout @ Zappadong · 22. November 2009, 17:13 · #

    Ja, Zappi, ist ein trüber Sonntag…

  4. Claudio · 23. November 2009, 19:30 · #

    Und genau deshalb ist es schön, dass wir uns das Lesen beigebracht haben: Wir können in noch hoffnungsloseren Zeiten herumlesen, neben denen unsere Zeit (welch schreckliches Wort übrigens) doch ganz schön erscheint.

    Oder wir können uns Hoffnung anlesen, Utopien und andere Wundermärchen, die uns zeigen, wie schön wir unsere Zeit machen könnten.

    Man darf sich nur nicht in der Trübnis erwischen lassen.


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