Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Jeder auf seine Art

∞  3 September 2007, 23:08

Themen: SMS zum Tag und
Zwischen Tagen schwebende Gedanken

Die Eloquenten beherrschen die Gesellschaft –
die Macher lassen sie reden –
und die Sanftmütigen und Stillen halten die Gemeinschaft zusammen.



Hier spricht der Experte:
Wer gut reden kann, wird bewundert – aber nicht unbedingt verstanden.

Wenn ich Pech habe, nerve ich sogar nur…

Ernsthaft: Die eher stilleren Gemüter unter Ihnen sollten sich nicht zu sehr zurück nehmen: Das Leben ändert sich nicht durch Schlagzeilen, ja es wird nicht mal dadurch gelebt.

Oft hört es sich gut an, wenn ein rhetorisch begabter Mensch ein Problem zusammen fasst. Oder ein Buch liest sich spannend, anregend, belebend.

Die wirklichen Schritte aber geschehen da, wo aus dem gerne Zuhören ein gerne Ausprobieren wird,





wo tatsächliche Schritte unternommen, Veränderungen gewagt werden. Und das passiert in aller Regel eher in der Stille.

Und wir hören und lesen immer unsere eigenen Reden und Bücher: Jeder Einzelne zieht anderes aus ein und dem gleichen Text. Und der Redende und Ratende dürfte häufiger erstaunt sein, welche Sätze allenfalls hängen bleiben und etwas auslösen.

Es sind nicht selten die ganz einfachen.
Gut so. Denn wäre jede Lebenslehre das Ergebnis einer Doktorarbeit, ginge es im Leben staubtrocken zu und unsere Umwelt hätte die Attraktivität eines chemischen Labors.

Als wäre das wirkliche Fortkommen und im Einklang mit der eigenen Seele Schreiten vom IQ oder ähnlichen Intelligenz-Kriterien abhängig. Und das ist nun definitiv falsch.


Bildquelle: kunstsam.de


  1. Margit Farwig · 3. September 2007, 23:23 · #

    Man kann lästern oder was auch immer über die einfachen Leute, sie hätten nicht dies Verständnis, nicht das Verständnis, sind rückständig in mancherlei Fertigkeiten und dennoch sind sie diejenigen, die die Menschheit hochhalten, ihnen ihr Gesicht des Überdauerns geben, wieder in die Hände spucken, wenn etwas schief gelaufen ist, ein Neubeginn geschaltet werden muss. Ja, ich singe heute das Lied der einfachen Leute, ein Lächeln auf ihren Gesichtern bringt Ruhe in das selbst gebaute Chaos. Wenn alles im Lot ist, springen die Unruhegeister wieder an die Decke, über Grenzen, bringen Lebendigkeit ins Grau der “einfachen Leute”, die noch nie etwas gewagt haben, über andere einfach nur lächeln und alles wieder hochhalten.

    (C) Margit Farwig

  2. Tina · 4. September 2007, 05:47 · #

    Den Sprachgewandten gelingt es einfach besser, mit gezielten Worten einen Gedanken auf den Punkt zu bringen und Dein Schreiben hier ist ein absolutes Sahnehäubchen, das mich jeden Tag neugierig wieder hierher lockt….

    Mein Vater liebte kurze Sätze, wie z. B. “Wer kommt ist da”, die eine so banale Logik in sich tragen, jedoch alles beinhalten, was es zum Mitnehmen ins Leben braucht: Egal, wer jetzt gerade hier ist – dieser Mensch ist wichtig – unabhängig davon, ob sich das aufs Abendessen oder die Interessierten in Deinem Blog bezieht….

    Wieso erinnert mich das Bild von Herrn K. (ein Schweizer? *fg”) jetzt an Deinen Eintrag “Bericht von der Gewitterfront”? *breitgrins”...
    Das bestätigt vermutlich nur Deinen Satz “Jeder Einzelne zieht anderes aus ein und dem gleichen Text. “....:-))


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