Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Liebe in Freiheit

∞  21 August 2007, 00:03

Themen: SMS zum Tag und
Zugeneigt

Den Menschen, die wir lieben, sollten wir nichts so sehr gönnen und schenken, wie die Freiheit.
Dann ist die gemeinsame Zeit zurück geschenkte Freude.



Liebe will, wenn sie im Herzen brennt, gerne klammern.
Was wir erleben, ist so schön, dass es nie entfliehen soll. Und so ist jedes Zeichen der Liebe oft auch eine stille Bitte: Bleib bei mir, für immer.
Eltern glauben ihre Liebe zu Kindern immerwährend stark genug für eine ständig spürbare Bindung.

Und doch muss gerade der Mensch, den wir am meisten lieben, durch sich selbst am leichtesten atmen können. Und genau dabei sollten wir ihm helfen. Lernt er zu fliegen und kreist er dabei trotzdem immer wieder um uns herum, setzt sich zu uns, so wird wirklich unsere Liebe belohnt, und nicht unsere Erziehung.

Liebe, die erwidert wird, und immerwährende Zinsen trägt, ist keine Freundlichkeit, die dankt, sondern Herzlichkeit, die will.



Anmerkung: Die Bilder für den 2. Teil des 9. Tages des Reiseberichts aus der Mongolei sind nun vollständig online


  1. Tina · 21. August 2007, 05:30 · #

    Wenn ich so als Singlefrau vor dem PC sitze weiß ich ganz genau,

    daß kein Mensch dem anderen gehört….
    daß es gut ist, wenn ich den Partner nur mit meinem Charme fessele…
    daß jeder Raum und Luft haben muß für den eigenen Lebensrhytmus,
    daß uns die Partner nur solange sie wollen eine Zeit lang begleiten…

    aber sobald ich in einer Beziehung stecke vergess ich das!
    Partnerschafts-Alzheimer? ;-)

  2. Caro · 21. August 2007, 07:33 · #

  3. Janna · 21. August 2007, 19:19 · #

    ...eine der schwersten einzuhaltenden Sätze ist der:
    “ Gib deinen Kindern Flügel…” –
    aber schafft man das, fliegen sie fort…und kommen immer wieder zurück –
    meine Drei tun es!
    ....:-) Janna

    Und,Tina – manchmal nimmt man sich selbst die Luft und hindert sich am fliegen…und manchmal möchte man, dass jemand festhält…

  4. Tina · 21. August 2007, 19:44 · #

    @Caro
    Zwei ganz bezaubernde Wesen….:-)

    @Janna
    Vielleicht ist es genau das, was Du sagst:
    “und manchmal möchte man, dass jemand festhält…”

  5. Seelenleerer · 22. August 2007, 00:59 · #

    Wer verbietet uns,
    uns selber Halt zu geben?

    Was kann ein Anderer dabei besser?

    Oder trauen Wir es Uns einfach nicht zu,
    weil Wir nie den Mut hatten, es zu probieren?

  6. Seelenleerer · 22. August 2007, 01:04 · #

    PS Tina
    Partnerschafts-Alzheimer
    köstlich

  7. Tina · 22. August 2007, 03:53 · #

    @Seelenleerer
    Da gibt es Empfindungen, die der Himmel uns sicher nicht umsonst mitgegeben hat ;-) : Die Einsamkeit und die Sehnsucht zum Beispiel….

    Meine Selbstsicherheit läßt mich schon zufrieden durchs Leben gehen; Durch Gottes Nähe kann ich mir auch selbst Halt geben.

    Aber erst die Liebe zu anderen Menschen – und besonders zu einem Partner – macht meiner Meinung nach das Leben sinnvoll.
    Und wenn es mir gelingt, offen zu sein und nicht zu klammern kann sich Vertrauen und Tiefe entwickeln die zusammenschweisst.

  8. Seelenleerer · 22. August 2007, 23:44 · #

    Liebe Tina
    Jetzt behaupte ich einfach mal etwas
    und Du bist völlig frei, die Behauptung
    weit von Dir zu weisen.

    Du (miss)brauchst Deinen Partner,
    um Deinem Leben Sinn zu geben?

    Wie willst Du denn nicht klammern,
    wenn Du nicht einmal Dich fest zu halten traust?

    Und das Vertrauen?
    Ohne in Dir selbst abzustehen,
    beim anderen in die Tiefe gehen?

    Klingt alles nach Ersatz.
    Klar, die Einsamkeit und die Sehnsucht sind Geschenke, doch in welcher Schachtel wir danach zu suchen beginnen, bestimmen wir selber.
    Ich würde sie als Kompass bezeichnen, nur dass ich in der umgekehrten Richtung zu suchen beginne.
    Bei mir.

  9. Tina · 23. August 2007, 04:14 · #

    @Lieber Seelenleerer

    :-) Ich bin weit entfernt, das von mir zu weisen…und freue mich über Deine Gedanken, die mir bei meiner Suche helfen.

    Laß es mich mal etwas abgewandelt mit Loriots augenzwinkernden Worten sagen:
    “Ein Leben ohne Partner ist möglich aber sinnlos.”
    Wobei das Wort “Partner” auch durch “Freunde” erstetzt werden kann. Das Leben als Eremit jedoch erscheint mir wirklich sinnlos.

    Nach 24 Jahren in einer Partnerschaft genieße ich jetzt die Freiheit des Singledaseins….aber ich muß zugeben, so wirklich rund ist das Ganze nicht…
    Ich hab nur das “kleiner Übel” gewählt, eine unstimmige Partnerschaft belastet mehr als allein zu sein, aber NOCH schöner ist es, wenn man für einen anderen wichtig ist, sich von seiner Liebe getragen fühlt.

    Klammern beinhaltet eine gewisse Verlustangst, die bewirkt, daß ich einenge, bedränge, manipuliere.
    Jemanden halten zu können sollte jedoch auf Ehrlichkeit und gesundem Selbstbewußtsein beruhen.
    Wie @Janna richtig sagte manchmal möchte man nicht nur spüren, daß man frei ist, sondern eben auch, daß man einem Partner wichtig ist: gehalten werden.

    Die Einsamkeit und Sehnsucht läßt mich Enttäuschungen überwinden um das Wagnis der Partnerschaft erneut zu riskieren. Immer wieder hoffentlich….

  10. Seelenleerer · 23. August 2007, 12:04 · #

    Dein Bild könnte Mann so beschreiben.

    Du fühlst dich als halber (oder 2/3 oder 3/4 je nach Selbstdefinition) Kreis und suchst als Sinn eine Ergänzung. Zusammen seit ihr dann Ganz.
    Das nenne ich den Missbrauch. Der Andere soll Dir ergänzen/ersetzen, was Du in Dir nicht zu finden traust.

    Stell Dir vor, Du bist zur ganzen Kugel erwacht und Dein Gegenüber dementsprechend auch.
    Diese Berührung der beiden vollwertigen Kugeln sieht so ∞ aus. Das Zeichen für Ewigkeit, oder Unabhängigkeit, weil die Energie Pausenlos und ohne Hindernis kreisen kann.

    Wozu jemanden halten, wenn er/sie nicht bleiben will? Dann hat er/sie unseren wahren Wert nicht erkannt, oder unser daSein entspricht nicht dem von ihnen gesuchten und wir können sie NIE befriedigen.
    Lassen wir sie ziehen, damit es Platz gibt, für das Gegenüber, dass uns wirklich erwählt. Jemand der Freiwillig bleibt, weil es unsere Bereicherung spürt, unsere Schönheit erblickt und unsere Gegenwart geniesst.

    Wozu Einsamkeit und Sehnsucht überwinden?
    Nimm sie als Kompass auf dem Weg dazu, was Dir wirklich fehlt. Denn erst wenn Du das, wonach Du wirklich suchst, gefunden hast, werden Einsamkeit und Sehnsucht wahrhaftig befriedigt sein.
    Alles andere ist Ersatz und sobald wir uns mit dem Ersatz zufrieden geben, wird er schnell zur Sucht, weil wir mit dem Ersatz die Suche ersetzen.


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