Strippenzieher und ihre Politdarsteller
Bild: Karl Theodor zu
Guttenberg, © dapd
bei spiegel.de
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So manche Nachricht in den Medien ist uns eine stille Bestätigung, dass die Protagonisten der Politik mit uns Schlitten fahren – oder, noch schlimmer, die Strippenzieher hinter diesen Politikern ihr Spielchen mit diesen Protagonisten und mit uns treiben.
So konnte ich heute lesen, dass es für Herrn zu Guttenberg ein Leichtes war, seine ersten Interviews so perfekt auf die Aufhebung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft abzustimmen. Es wird genügend Personen geben, die den Mann zurück in Ämter hieven wollen, auch wenn die CSU momentan beleidigt ist über die fehlende Dankbarkeit des räuigen (?) Sünders, zu dem man doch so treu gestanden sei…
Dominique Strauss-Kahn, Credit: Reuters, Charles Platiau, bei nzz.ch
In New York taucht derweil eine eine Recherche der «New York Review of Books» über die Affäre Dominique Strauss-Kahn in Manhattan auf, welche neue Hinweise auf ein Komplott enthält. Die Rede ist von unbekannten Zimmernachbarn, unangebrachten Freudentänzen, einem gehackten Handy und Abstimmungen des Vorgehens mit einem Busenfreund von Sarkozy – vor der Anzeige bei der Polizei…
Nicht wirklich überraschend, dass die Realität so manchen Stoff für einen spannenden Roman noch übertreffen dürfte…
Wenn wir davon lesen, ich meine in Zeitungen, wie oft lesen wir da wohl genau das, was wir lesen sollen? Schön gefiltert und gewichtet, wie es dem Gusto der Machtsucher oder -bewahrer entspricht? Wie wichtig ist oder wäre daher eine möglichst gut funktionierende Medienvielfalt!
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LD · 27. November 2011, 23:57 · #
Wenn man mal durchschaut hat, wie Nachrichten entstehen, durch wen sie gefiltert und “angereichert” werden, wie und durch wen sie weitergereicht werden und wem die wenigen noch verbliebenen Nachrichtenagenturen auf dieser Welt gehören, wundert man sich keineswegs über die systematisch manipulierte veröffentlichte Meinung. Bereits heute ist es so, dass Journalisten, die es wagen, sachlich, wahrheitsgetreu und umfassend über bestimmte Dinge zu berichten, plötzlich zur persona non grata werden und keinen Job mehr der Branche bekommen. Unsere Medien haben mit jenen im Nationalsozialismund und real existierenden Kommunismus viel mehr gemeinsam, als allgemein angenommen wird! Nur die Schwerpunkte liegen etwas anders und die Mittel sind etwas subtiler.
Wer regelmässig nur Mainstream Medien konsumiert, sollte sich nicht wundern, wenn er von Mitmenschen, die sich auch über andere Kanäle über das Geschehen in der Welt informieren als verblendet, verblödet und hirngewaschen bezeichnet wird.
Die von Dir gewünschte Medienvielfalt gibt es eigentlich schon heute. Nur, erreichen viele Medien lediglich eine kleine “Fangemeinde”, weil sie nicht die finanziellen Mittel für Werbung haben wie die werbefinanzierten Mainstream Medien. Unabhängigkeit hat eben seinen Preis.
SeelenLeerer · 29. November 2011, 11:34 · #
Eines der krassesten Beispiele entstand rund um 9/11. Alle Medien schwenkten sofort, ohne selber zu recherchieren, auf die “offizielle” Darstellung ein und liessen sich danach “einbetten”, um das Loblied des sauberen Krieges zu singen.
Thinkabout @Seelenleerer · 29. November 2011, 18:07 · #
Alle Medien? Ein guter Teil der westlichen, denke ich, aber auch längst nicht alle. Es gab ja daneben auch die personifizerte politische Widerborstigkeit durchaus (Schröder) – aber eben immer in dem Masse, wie es die wirtschaftlichen Verflechtungen zulassen.
Aber es ist schon so: Man sieht es auch am Beispiel Guttenbergs: Längst nicht alles, was sich die Mehrzahl der Journalisten denken wird, findet Eingang in die Zeitungsspalten und Internet-Portale. .
SeelenLeerer · 1. Dezember 2011, 12:36 · #
Also mir kommt spontan nur Telepolis des Heise Verlages in den Sinn, welche Herrn Rötzer die Möglichkeit gaben, das Ganze zu hinterfragen.
Mit Schröder meinst Du aber nicht den ehemaligen Bundeskanzler, der jetzt für eine Russische Gasfirma arbeitet, für die er kurz vor Amtsende noch wichtige Geschäfte mit dem Deutschen Volk unter Dach und Fach brachte?
Warum wird so vieles was Journalisten denken unter den Teppich gekehrt und weshalb lassen diese sich das gefallen?