Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Lokaljournalismus. Wunderbar.

∞  6 Juni 2012, 15:38

Womöglich ist Lokaljournalismus der Ort, an dem Journalismus noch am ehesten so ausgeübt werden kann, wie er vielleicht einmal gedacht war: Als eigenständige Reportage über reale Ereignisse, mit Info- und Unterhaltungswert und dem Vermitteln von Stimmung, Atmosphäre und Emotion.

istockphoto.com/koun

Die Ausgangslage für den Journalisten war eine besondere: Er dürfte sich unter der Affiche “Interclub Nationalliga A Damen” so etwas wie Spitzensport vorgestellt haben, wie Sie vielleicht auch, wenn Sie das lesen.

Nun muss man wissen, dass bei den Tennis-Damen über 50 diese Kategorie in einer einzigen Stärkeklasse ausgetragen werden kann, weil es nicht so viele Teams gibt – und damit einerseits am Ende ein Schweizer Meisterteam fest steht, aber keine Absteiger ermittelt werden müssen. Entsprechend entspannt nahmen zumindest unsere Damen die Meisterschaft in Angriff, und sie sind gewillt, dies auch durchzuziehen. Nicht nur dabei sind sie erfolgreich. Ganz offensichtlich hat sich der Journalist schnell vom besonderen Reiz auch einer solchen Geschichte überzeugen lassen und aus der Situation eine Arbeit gemacht, die einfach nur Spass macht – zu lesen und anzusehen.

Der Journalist Rainer Sommerhalder hat mehrere Stunden Aufmerksamkeit und Interesse für Fotografie und Interviews investiert und daraus einen knackigen und humorigen Bericht gestaltet. Da macht einer seine Arbeit mit Freude – und genau das schenkt er damit auch. Ich ziehe wirklich den Hut und wünsche mir, dass die Befriedigung, das zu tun, was einem selbst wirklich Spass und Freude macht, ansteckend wirkt und die positive Stimmung, die damit erreicht wird, dem Verursacher als Rückkopplung auch wieder zufällt.

Da ist mir kleinem Blogger etwas vorgelebt worden, was mich selbst inspiriert und – das Wort hasse ich, und dennoch ist es hier passend – richtig aufstellt.
Nochmals: Chapeaux!

Ich bin ziemlich sicher: Unsere “AHV-Talente” werden an dem Bericht ihre helle Freude haben.






  1. Alice · 6. Juni 2012, 17:14 · #

    HA! Im Juni läuft unser zweitletztes Zeitungsabo aus. Danach bleibt nur noch die Lokalzeitung – als einzige von ehemals ziemlich vielen Zeitungsabos. Genau aus dem Grund, den du beschrieben hast. Weil da noch Journalisten arbeiten, die nicht jedem Hype hinterherseckeln, jedes Thema totreiten und unter dem Deckmantel “die Leser wollen das doch” jedes noch so blöden Brunz oder jeder noch so brutale Bild abdrucken. Sondern Leute, die sachlich und total unaufgeregt und – in heutigen Zeiten schon fast eine Wohltag – ohne zu hetzerischen Beiklang berichten.

  2. Thinkabout · 12. Juni 2012, 16:31 · #

    Ja. Es ist ein ewiges Für und Wider, das auch ich immer wieder abwäge. Der Gedanke, wie befriedigend schreiben und lesen über Lokales sein kann, wie es verbindet statt trennt, ist mir lange nicht mehr so klar gekommen.

    Ansonsten bleiben bei mir noch Wochenzeitungen aktuell. Sie pflegen eher mal eine Diskussion, setzen auch mal Diskussionen in Gang und sind in diesem Sinn so poliisch, wie ich mir Journalismus eigentlich vorstelle.


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