Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Mehr Energien für Begegnungen bitte!

∞  6 September 2008, 22:41

Aus einem Mail, das ich heute Abend erhalten habe und das wunderbar treffend die künstliche Aufregung demaskiert, mit der wir uns immer wieder an den gleichen Themen reiben können in unserer schönen virtuellen Internetwelt.
Der Kommentar bezieht sich auf die Verve, mit der im Internet immer wieder Web-Evangelisten die Diskussion über anonyme oder pseudonyme oder offene Internet-Auftritte neu aufgreifen können:


Mein erster Gedanke – was für verschwendete Energie …

Die man vor 100 Jahren vielleicht noch darauf verwendete, um von einem Ort zum anderen zu gelangen – um dort einen Abend lang gepflegte Konversation bei lieben Gastgebern zu betreiben.



Das war dann aufregend genug, während sich heute manche bemüssigt fühlen, Regeln für verbindliche Auftritte im Netz aufzustellen, um im Anschluss dann massgebliche Antworten über das eigene Verhalten schuldig und damit höchst virtuell zu bleiben… (in den Kommentaren zu diesem Artikel bei medienlese.com von Mathias gestellt, und bis dato unbeantwortet geblieben).




Beitrag abgelegt in den Themen
Bunt Gemischtes
und
FACTS2.0



Pseudonym ist nicht synonym für anonym

  1. Zappadong · 7. September 2008, 10:43 · #

    Ich sehe das Unwort des Jahres 2008 klar und deutlich vor mir: Web-Evangelisten.

    Andererseits: Vielleicht ein gar nicht so untreffender Vergleich, wenn ich an all die TV-Prediger in den Staaten denke, die das Eine predigen und dann grausam auffliegen, weil sie das Andere leben ;-)

    Auch ich warte im besagten Thread auf eine Antwort, denke aber nicht, dass eine kommen wird, denn entweder wird es eine Lüge sein (was durchaus belegt werden könnte) oder es wäre eine Totalkapitulation vor den eigenen Ansprüchen, eine (weitere) Entlarvung eines Evangelikers.

    Es bleibt also wahrscheinlich beim beredeten Schweigen (alles andere würde mich überraschen).

  2. Thinkabout · 7. September 2008, 11:03 · #

    Nun, liebe Zappadong, das Wort habe ich, quasi, Chris Lüscher entlehnt, und dem Artikel in der Werbewoche, wo er sich selbst Onlineevangelist nennt. Du kannst also die Nuance allenfalls noch bestimmen für das Unwort, aber es ist gehupft wie gesprungen, denke ich.

  3. Zappadong · 7. September 2008, 17:44 · #

    Weil mir gerade nach Blödeln ist:

    Zappadong, die Blogger-Evangelistin
    Zappadong, die Autoren-Evangelistin
    Zappadong, die Hausfrauen-Evangelistin
    Zappadong, die Chaoten-Evangelistin

    Ziemlich lachhafte Titel, nicht wahr? Würde ich es ernst meinen, hätte meine Familie ein nettes, kleidsames Zwangsjäcklein für mich parat.

    Aber den Online-Evangelisten, den soll ich ernst nehmen. (?)

    Liebe Leserinnen und Leser, Sie dürfen die Nuancen selber bestimmen. (Lachen ist auch nicht verboten.)

    Frau Zappadong

  4. Zappadong · 7. September 2008, 19:40 · #

    Ich korrigiere mich. Bitte lachen Sie nicht. Es ist den Evangelisten todernst. Eine kleine Recherche meinerseits (die Neugier, die Neugier!) im weltweiten Netz hat ergeben, dass sich im virtuellen Raum die Evangelisten stapelweise tummeln. So gibt es u. a. Internet Evangelisten, Technical Evangelisten, Community Evangelisten und Chief Internet Evangelisten, um nur ein paar zu nennen.

    Eine neue Religion zieht ein. Verehren wir unsere Meister und werfen wir uns Ihnen gläubig vor die Füsse …

  5. Thinkabout · 8. September 2008, 09:29 · #

    @Zappadong: Natürlich ist es Evangelisten todernst. Das Wort spricht ja eben gerade für sich, und wenn man eine Mission hat, kann man den Spass schon mal als subversiv verstehen und ausschliessen.
    Das Wort ist tatsächlich in diesem Zusammenhang so vielsagend absurd, wie Du es fühlst.

  6. Marianne · 8. September 2008, 11:44 · #

    @Zappadong:
    das sind ja alles Männer im www. Wo bleiben die Frau und Mutter-Evangelistin, die Chefsekretärin-Evangelistin, die Kuchenbäckerin-Evangelistin und die Kindergärtnerin-Evangelistin. Oder sind wir Frauen eventuell doch etwas vernünftiger??

  7. Zappadong · 9. September 2008, 06:43 · #

    Liebe Marinanne

    Ich glaube, da treffen Sie den Nagel genaustens auf den Kopf. Viele Frauen sind halt ein bisschen vernünftiger ;-)

    Der Begriff “Gockel” ist nun mal den Männern vorbehalten – was nun nicht heisst, dass wir Frauen uns kleiner Machen sollen als wir sind.

    Danke aber für den Gedankenanstoss. Ich werde heute Nachmittag mal ein wenig nach Internet EvantelistINNEN suchen gehen. Erst aber einmal muss ich zum Zahnarzt – resp. zur Zahnärztin, und die ist definitiv keine Evangelistin …


Kommentare dieses Blogs abonnieren: RSS-Feed

Textile-Hilfe