Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Missmutig Rost ansetzen?

∞  12 Januar 2011, 18:08

Verdruss ist für den Menschen, was Rost für das Eisen ist.
Aus Israel



Stimmt. Und was vor allem anhängt, sind lange Phasen voller Missmut, wenn von allen Seiten an einem gezerrt wird, sich nichts erledigt gibt und man nicht weiss, wo einem der Kopf steht.

Aber dazwischen, da gibt es immer wieder diese Verrichtungen, bei denen man spürt: DAS würde ich gerne mehr tun, da würde ich gerne mehr wissen, mehr investieren. Es sind Dinge und Tätigkeiten, bei denen wir uns auch eingestehen können, dass wir dafür scheinbar ein gewisses Talent haben. Auf jeden Fall so viel, dass es uns nicht peinlich ist, Zeit dafür einzusetzen. Und das sollte es auch nicht.
Es ist so segensreich, wenn die Tat der Hände, die Gedanken des Kopfes und die Gefühle des Herzens mit der eigenen Seele übereinstimmen – und keine Zeit fehlt, weil es ein bisschen nebensächlicher geworden ist, daneben die Pflicht zu erfüllen. Ja, die Pflicht. Manchmal muss man sie verschieben, den Rost vom Eisen kratzen und dort hinsehen, wo die Freude lacht. Die eigene.




  1. Relax-Senf · 14. Januar 2011, 01:51 · #

    Ohne Freude geht auf die Länge nichts. Auch Pflicht muss per Saldo gute Gefühle generieren, auch wenn das Erkennen nicht immer leicht fällt. Die Menschen neigen dazu unerfüllte Wünsche zu glorifizieren und die Alltagsarbeit leichten Herzen entsorgen zu wollen.

    Erst wenn die Leute in Rente gehen oder gar in Frühpension geschickt werden, erkennen sie eine Reihe sehr wichtiger Faktoren, die für Zufriedenheit unverzichtbar sind.

    Viele Menschen altern ab der Rente schneller, weil Arbeit, Tagesordnung, Ablaufdisziplin fehlt und weil der gelegentlich Tritt in den Hintern fehlt – was auch eine aufmunternde Komponente umfasst – und Lob als Streicheleinheit fällt weg und überhaupt kommt es zu grossen Verlusten beim täglichen sozialen Kontakt.

    Dotoren und Sozialämter sollten Bloglesen und Blogschreiben verordnen. Es braucht wenig um freudvoller Beschäftigung älter zu werden.


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