Mein Schreiben, mein Atmen

Manfred Hinrichs Ausspruch beschreibt meine Motivation für dieses Tagebuch meines Denkens und Fühlens.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Offene Fragen an FACTS2.0

∞  24 Juli 2008, 13:18

Facts2.0 versteht sich als News-Portal mit Kommentarfunktionen und einer aktiven Kern-Community. Hierfür haben die Architekten des Portals auch eine PN-Funktion eingerichtet, also ein Nachrichten-System, mit dem die User auf dem Portal persönliche Nachrichten verschicken können.

Dies wird rege benützt, weil es den Usern erlaubt, miteinander auch ohne Bekanntgabe einer e-mail-Adresse in Kontakt zu treten, hat aber den Nachteil, dass die Nachrichten auf dem persönlichen Computer nicht hinterlegt werden. Bei einem Austritt oder Ausschluss sieht sich der User in der Situation, von einem Moment auf den anderen von diesem Nachrichtensystem und von allen Kontakten, bei denen er keine Mail-Adresse kennt, abgekoppelt zu sein. Jede weitere Information über sein Ausscheiden wird ihm nicht mehr zur Kenntnis gebracht, und eine Richtigstellung allfälliger Falschinformationen ist ihm nicht möglich.

Diese Problematik ist vielen Foren eigen, und rein rechtlich kann der Betreiber eines Internet-Portals in dieser Sache verfahren, wie er will.

Handelt es sich dabei um ein Spezialforum zum Zwecke der Vertiefung spezifischer Kenntnisse zur Kultivierung von Sauerteig, so mag das in Ordnung gehen (wobei ich mir sehr wohl vorstellen kann, dass es in ähnlich gelagerten Foren von der Betreiberseite aus sehr, sehr korrekt zugeht).

Hier reden wir aber von einem Portal, das News aus unzähligen offiziellen Quellen aggregiert, aufbereitet und zur breiten öffentlichen Diskussion stellt und damit um möglichst hohe öffentliche Wahrnehmung buhlt, in letzter Konsequenz betrieben und damit verantwortet von einem immer noch mehr wachsenden Verlagshaus.

Und darum müssen Fragen nach einem besonders sensiblen Umgang mit dieser Grundkonfiguration erlaubt sein, ja, es ist allerhöchste Zeit, dass sie endlich gestellt werden!

Die Anzahl der Nutzer, die sich trotz einwandfreien charakterlichen Eigenschaften und einem entsprechenden persönlichen und beruflichen Umfeld plötzlich in der Situation sehen, unvermittelt als Nestbeschmutzer bezeichnet zu werden, ist mittlerweile so gross, dass das Unbehagen, es könnte in der Redaktion von FACTS2.0 aus Gründen der persönlichen Eitelkeit zu Verletzungen der Privatsphäre kommen, nicht mehr schwinden will.

Daher rate ich sehr dazu, und wünsche es mir auch persönlich, dass die Verantwortlichen von FACTS2.0 gerade zu den folgenden Fragen klare Antworten finden – und diese zumindest auf dem Portal auch so kommunizieren, dass sich die Nutzer daran beruhigt orientieren können:

1.
Bei der bestehenden Fluktuation der User des Portals, die nicht zuletzt durch den Ausschluss von Mitgliedern bedingt ist, geht die Frage an die Redaktion:

Was geschieht mit den persönlichen Nachrichten (PN) dieser Ex-User?

Ist die Redaktion bereit, verbindlich zu erklären, wie sie mit diesen PN’s verfährt?

Werden Sie gelöscht, und wenn ja, wann? Wie wurde bisher damit verfahren?

2.
Nimmt die Redaktion während einer Mitgliedschaft eines Users in dessen PN’s Einsicht?

Wenn ja, warum und unter welchen Voraussetzungen? Mit welchem Recht?

Sind diese Voraussetzungen schriftlich festgehalten und wer sorgt für deren Einhaltung?

3.
Ist man bereit, Usern entsprechende Garantien zu erteilen durch eine entsprechende Erklärung auf dem Portal?

Ist man z.B. bereit, für nicht öffentliche Nachrichten, also für die PN’s die Einhaltung des Postgeheimnisses zu garantieren? Und wie hat man es bisher damit gehalten?

4.
Die Redaktion bzw. der Betreiber von FACTS2.0 legen grossen Wert auf Respekt und Netiquette. Die Redaktion hat wiederholt sehr starke und schnelle Reflexe zur Wahrung der hohen Massstäbe bewiesen.

Hat sie sich auch Gedanken gemacht, in welcher Form sie sicherstellen will, dass daraus folgende Sanktionen nicht willkürlich erfolgen?

Konkret: Entscheidet eine Einzelperson, oder muss der Entscheid intern qualifizierte Bedingungen erfüllen?

5.
Kennt die Redaktion Richtlinien, in welcher Weise und unter welchen Voraussetzungen verbleibende User über das Ausscheiden eines Mitglieds informiert werden?

Können ausgetretene wie ausgeschlossene User darauf zählen, dass die Information so zurückhaltend und allgemein gehalten und in der Sache korrekt ist, dass darin keine Verunglimpfung der Ex-User liegt?

6.
Die FACTS-Macher haben in zahlreichen Diskussionen klar gemacht, dass sie glühende Verfechter des Grundsatzes sind, dass man im Netz nicht anonym auftreten sollte. Die obigen Fragen lassen schon erkennen, dass dies nicht immer tunlich erscheint.

Kann umgekehrt die Redaktion verbindlich erklären, dass deren Mitglieder selbst nicht mit mehreren Identitäten und also auch mit Synonymen in der Community auftreten, kommentieren und Artikel bewerten?



Finden Sie, dass hier übertrieben wird? Dann gebe ich zu bedenken, dass das FACTS-Portal gerade für Medienschaffende besonders attraktiv ist, und auch ganz klar das Ziel verfolgt, Blogs und Zeitungen zusammen zu bringen. Bedenkt man nun, was es für einen Nutzer mit Anstellung im Medienumfeld bedeuten kann, wenn er aus nicht objektiven Gründen aus einem Forum des Tamedia-Konzerns ausgeschlossen werden sollte, so wird deutlich, um was es hier am Ende gehen kann.

Jeder Interessent dürfte also gut beraten sein, seine Teilnahme auf dem Portal anonym zu gestalten, angesichts der oben aufgeführten Fragen auch dann, wenn er absolut nichts Böses im Schilde führt. Hierzu will ich ergänzen, dass FACTS keine Beschränkung der Anzahl Profile pro Nutzer kennt, was nicht weniger bedeutet, als dass jeder berechtigt ist, mehrere “Identitäten” zu unterhalten.

Durch die Art der verwendeten Quellen wie durch die öffentliche Zugänglichkeit aller Kommentare für alle Internet-Besucher, ist an die Betreiber des Hauses ein hohes Mass an Korrektheit im Umgang mit persönlichen Daten zu knüpfen. Es kann hier sehr wohl von einem öffentlichen Interesse in dieser Sache gesprochen werden.




Kommentare

  1. Christa Schwemlein · 24. Juli 2008, 19:05 · #

    Die ganze Diskussion um FACTS 2.0 habe ich nur am Rande verfolgt. Diesen Beitrag habe ich sehr aufmerksam gelesen. Er ist für mich sehr aufschlussreich. Ich sehe viele Parallelen zu meiner eigenen “Communityerfahrung” , wenn auch nur in einem “Sauerteigforum”. Deshalb pass mein Kommentar vielleich auch nicht ganz hier her. Was die PN’s betrifft habe ich das Empfinden, meine zum Teil sehr privaten PN’s, gingen um die halbe Welt.
    Danke für diesen Beitrag
    Christa Schwemlein

  2. Lucas · 25. Juli 2008, 11:50 · #

    Kenne die Ausgangslage nur am Rande. Die meisten Antworten auf deine Fragen stehen meiner Meinung nach jedoch in den AGBs.
    Sowas ist zum Beispiel halt ziemlich umfassend: “Der Kunde anerkennt, dass er bei der Nutzung des Online-Angebots selber dafür verantwortlich ist, dass er dem Service Provider und/oder anderen Kunden nur solche persönlichen Daten mitteilt, deren Verbreitung ihm nach seiner Einschätzung keinen Schaden verursachen kann.”

    Zu den PNs: Im Gegensatz zu Passwörtern, die in der Regel verschlüsselt gespeichert werden, sind diese meiner Ansicht nach fast immer einsehbar (Zumindest bei den Portalen die ich kenne). Spricht meiner Ansicht nach auch nichts dagegen, dass diese vom Admin gelesen werden).

    Zu deinem Punkt mit den mehreren Profilen: Nenn’ mir einen Dienst, wo dies nicht zumindest möglich ist! ;-)

    Gruss,
    Lucas

  3. MacZuerich · 25. Juli 2008, 12:44 · #

    @ Lucas
    “Zu den PNs: ...”

    Richtig, als Admin kann ich jedes Mail auf meinem Server lesen. Nur, es gibt einen ein sog. Post- und Briefgeheimnis, das dies ausdrücklich verbietet. Der Pöstler darf ja auch nicht die Postkarten, die er austrägt, lesen. Es mag durchaus Gründe geben, bei denen ein Admin dennoch auf die Mails zugreifen muss, aber dann ist das dem Nutzer in aller Regel bekannt.

  4. Lucas · 25. Juli 2008, 13:48 · #

    @maczuerich
    da hab ich etwas salopp formuliert, als ich sagte, “Spricht meiner Ansicht nach auch nichts dagegen, dass diese vom Admin gelesen werden”.
    Ich bin mir einfach bewusst, dass wenn ich irgendwas unverschlüsselt versende, dies potentiell gelesen werden kann (vom Admin sowieso, wenn ich Pech habe noch von ein paar anderen). Wenn ich dies also nicht will, verschlüssle ich (oder denke dann zumindest, ich sollte dies tun…;-) )
    Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass Leute für sowas sensibilisiert werden (das ist jetzt OT…). Und auch dafür, dass WENN man halt über Portale wie z.B. facts kommuniziert, man normalerweise (ich weiss nicht wie’s bei facts konkret ist) irgendwann beim Registrierungsprozess der ziemlich uneingeschränkten Nutzung seiner Daten beipflichtet).
    Das ist nicht schön. Aus Anbietersicht aber teilweise vertsändlich.

  5. Zappadong · 25. Juli 2008, 13:50 · #

    Zu den Doppelidentititäten:

    Es gibt / gab Redaktoren, die als Redaktor und als Privatperson gleichzeitig im Forum unterwegs waren (das ist keine Behauptung, sondern in mindestens einem Fall eine klare Tatsache, in anderen Fällen gibt es sehr starke Verdachtsmomente).

    Während sich Facts Redaktor R. vehement gegen Anonymität ausspricht, lässt es die Forumstechnik zu, dass man sich doppelt, dreifach und mehrfach anmelden kann. Mehr noch: Es gibt User, deren Profil nicht einsehbar ist, und ich meine damit nicht Namen und Identität, sondern ihre Bewertungs- und Kommentierspur wird geheim gehalten. Zur Erklärung: Bei den meisten registrierten Usern (solchen, die nicht zu verstecken haben), kann man im Profil nachsehen, welche Berichte sie bewertet oder kommentiert haben. Diese Funktion kann vom User gesperrt werden. Intransparenz ist da nur der Vorname. Ich habe Redaktionsmitglied I. darauf angesprochen und die lapidare Antwort bekommen: “Ja, diese Funktion gibt es.”

    Damit öffnet die Redaktion Tür und Tor zum Missbrauch. Ich könnte als User wie ein Troll durch die Seiten wüten – was gewisse “User” auch getan haben, lustigerweise oder eben nicht lustigerweise auffällig im Gleichschritt mit gewissen Redaktionsmitgliedern. Ein Schelm, wer da Böses denkt ;-)

    Sprich: Da ereifert sich ein Redaktionsmitglied über anonyme User, während die Seite gleichzeitig so programmiert ist, dass man problemlos unter x Identitäten und Verschleierung seiner Spuren bei Facts mittummeln kann.

    Statt dieser Intransparenz zu Leibe zu rücken, scheint man lieber private Nachrichten lesen zu wollen.

    PS: Ich habe mir eine Weile lang ein Vergnügen daraus gemacht, eine Userin Namens Angel ein bisschen zu verfolgen, was nicht ganz einfach war, da sie ihre Bewertungsspur versteckt hielt – und nie kommentierte, aber witzigerweise herrlich synchron mit der Redaktion Kommentarpunkte abgab- auffallenderweise immer bei von Usern negativ bewerteten Artikeln, welche die Redaktion positiv bewertet hatte.

    Normale Forumsspielchen, lieber Luca, könnte man da sagen, wenn nicht … tja, wenn nicht die Redaktion eine so hohe Erwartungshaltung an die User hätte, dass es in letzter Zeit reichte, aus dem Forum geworfen / gelöscht zu werden wegen Beiträgen, die zwar kritisch, aber durchaus sachlich waren.

    Frau Zappadong

  6. Bruder Bernhard · 25. Juli 2008, 13:53 · #

    nun, ich habe ja einen Zugriff auf mein Postfach IT-technisch nachweisen können. Und habe aus diesem Grund den Verdacht, dass das System gegen Pufferüberlauf anfällig ist. Und ebenso, dass die Passwörter unverschlüsselt gespeichert werden. Wieso sich auch die Mühe nehmen, in einem proprietären System das auch noch zu programmieren. Wenn sie nicht mal auf die Idee kommen, die Admin-Zugriffe auf User-Postfächer zu verschleiern…

    Für den Zugriff auf die Daten der User gilt “Der Service Provider hat, insbesondere bei Anhaltspunkten für eine gesetzeswidrige oder gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstossenden Nutzung, das Recht, die von den Nutzern eingegebenen Inhalte zu überprüfen.” Ich lese da: Es muss einen Grund geben. Einfach so, auf’s Geratewohl, wäre ein bisschen arg den Gummiparagraphen ausgenutzt und ein eklatanter Vertrauensbruch.

  7. Lucas · 25. Juli 2008, 14:43 · #

    “Der Service Provider hat, insbesondere bei Anhaltspunkten für eine gesetzeswidrige oder gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstossenden Nutzung, das Recht, die von den Nutzern eingegebenen Inhalte zu überprüfen.”

    ich lese da drin aber auch:
    “Der Service Provider hat das Recht, die von den Nutzern eingegebenen Inhalte zu überprüfen.”

    “Insbesondere” ist halt nicht ausschliesslich…

    PS: ich habe weder mit TAMedia noch mit facts was zu tun (ausser dass ich den Tagi lese…)

  8. Ugugu · 25. Juli 2008, 14:44 · #

    Langsam wirds spooky…

  9. Bruder Bernhard · 25. Juli 2008, 14:53 · #

    ja klar Lucas. Das lese ich auch. Aber heisst das, das man es auch grundlos tun darf? Ja. Wäre das klug?
    Wir sind hier in einem Land, wo der Schutz der Privatsphäre hoch gehalten wird. Es widerspricht der schweizerischen politischen Kultur – darum geht es. Und wenn eine Produkt eines der grössten Medienkonzerne hierzulande so unverfroren gegen die Regeln des Anstandes verstösst, dann skandalisiert mich das. Und auch andere.

    Schafft das Vertrauen bei den Kunden?

  10. Lucas · 25. Juli 2008, 15:24 · #

    Den ursprünglichen Post habe ich aus einer rechtlichen Perspektive geschrieben verstanden (Forderungen allerlei Verbindlichkeiten, Postgeheimnis, etc.).

    Sozial-moralisch bin ich absolut mit dir einig, Bruder Bernhard, und auch bezüglich der Frage, ob das grundlose überprüfen von Inhalten klug ist.

  11. Thinkabout · 25. Juli 2008, 17:10 · #

    @Lucas:
    Keine Sorge, wir sind zwar alle ein bisschen enerviert durch die Ereignisse, aber eine Paranoia lassen wir nicht aufkommen. Ich bin Ihnen sogar dankbar für Ihren kritischen Input: Wir selbst sind oft zu involviert, als dass wir noch erkennen würden, wie so manches von Unbeteiligten gelesen werden kann – und wo es also noch mehr Erklärung oder auch das Eingeständnis einer eigenen Überreaktion braucht. Und es macht mich auch nicht nervös, wenn ich nicht weiss, ob sie blond oder schwarz sind, bei der Tamedia arbeiten oder auf dem Sozialamt. Wichtig ist mir nur eines: Die inhaltliche Diskussion, das Nachfragen und auch Kritisieren, wann immer das angebracht erscheint.
    Was uns widerfuhr, ist ja genau dieses Missverhältnis zwischen eigenem Tun und Akzeptanz entsprechender ähnlicher Reaktion. Also werde ich schön darauf achten und mich an der eigenen Nase nehmen, sollte ich mich selbst verdächtigen, etwas vorschnell persönlich zu nehmen.

    Zu Ihren Kommentar # Nr. 2 und dem darin enthaltenen Zitat aus den AGB’s:

    Hier sind wohl eher Daten des Kunden gemeint, die er FACTS mitteilt, um sein Profil zu gestalten. Unter persönlichen Daten verstehe ich Angaben zur Person, wie Alter, Adresse, Beruf etc. Im Grunde handelt es sich um einen Haftungsausschluss für Datenlecks, die solche Angaben publik werden lassen oder für Nutzer, die entsprechende Angaben anderer Nutzer ausserhalb des Forums oder gegenüber anderen Nutzern publik machen, egal, wie sie innerhalb der Community davon erfahren haben.

    Dass PN’s durch die Admin lesbar sind, dass dies technisch möglich ist, bestreitet niemand, nicht mal Chris Lüscher. Dennoch: PN’s werden zwar bei FACTS “Notizen” genannt, im internen Sprachgebrauch sind es auch schon mal “Mails”, in jedem Fall aber werden sie von Usern so verstanden, dass ihnen dabei eine Privatsphäre zugesichert ist, die auch als solche respektiert wird.

    Und zum Umstand mehrer Profile möchte ich Sie korrigieren: Es gibt unzählige Foren, die eine Mitgliedschaft über die IP-Adresse steuern und bei denen folglich vom gleichen Platz aus zumindest nicht mehrere Mitgliedschaften möglich sind.
    Es geht hier um die abstruse Tatsache, dass man dieses Steuerungselemnt technisch nicht einsetzt, selbst durchaus geneigt ist, mehrere Profile zum eigenen Nutzen zu instrumentalisieren – und in der Diskussion in Threads dann gegen den anonymen Auftritt im Netz zu wettern.
    Eine schändlichere Doppelzüngigkeit ist mir persönlich auf einem öffentlichen Portal einer einst etablierten Marke der Schweizer Medienlandschaft noch nicht untergekommen.
    Ich gehe mittlerweile so weit, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass es der FACTS-Redaktion sehr gelegen kommt, selbst anhand der IP-Adresse feststellen zu können, dass zwei Profile dem gleichen Nutzer zuzuordnen sind, während man selbst inkognito bleibt.

  12. Thinkabout · 25. Juli 2008, 17:34 · #

    Zitat AGB:
    “Der Service Provider hat, insbesondere bei Anhaltspunkten für eine gesetzeswidrige oder gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstossenden Nutzung, das Recht, die von den Nutzern eingegebenen Inhalte zu überprüfen.”

    @Bruder Bernhard + Lucas
    Auch hier geht es erst einmal um Inhalte, die in Kommentarform öffentlich auf dem Portal abgegeben werden. Jeder, der sich für den Beitritt interessiert und die AGB’s vorher lesen wollte, wird dies so lesen, und so ist nämlich auch dem Gesetzgeber Genüge getan und darum gibt es überhaupt AGB’s:
    Der Betreiber ist für die Inhalte auf seinem Portal verantwortlich. Also erst einmal für die eingestellten Kommentare seiner Nutzer. Gedacht und verstanden wird bei dieser Formulierung folgendes:
    Wenn ich einen Kommentar einstelle, der gegen die AGB’s verstösst, muss ich damit rechnen, dass man mir auf den Zahn fühlt – und auch meine PN’s prüft
    [die PN’s oder eben “persönlichen Notizen” werden meines Wissens in der AGB gar nirgends explizit erwähnt].

    Im konkreten Fall allerdings wurden Nutzer in ihrer Privatsphäre nicht respektiert, die höchstens in ihrer Fähigkeit, Kritik auf den Punkt zu bringen, aufgefallen sind.
    Das kann einen als Betreiber schon mal ärgern. Wenn das aber ausreicht, PN’s zu lesen, dann kann man die Community gleich wieder einstampfen. Wir sind alle erwachsen und wollen nicht am Gängelband laufen – schon gar nicht dann, wenn wir vermuten müssen, dass dieses Gängelband nach der Wunschvorstellung der Betreiber wohl eher ein Zügelgeschirr sein sollte.

  13. Bruder Bernhard · 25. Juli 2008, 18:54 · #

    Ich bin überzeugt, die AGB decken auch das Lesen der Mails ab – sind doch auch das eingegebene Inhalte. Weiter darf man nicht vergessen, dass man es hier mit einem mächtigen Medienhaus zu tun hat, welches über gewiefte Anwälte verfügt.

    Wie aber Relax auf Facts kommentiert hat: Niemand ist gezwungen, Mails von unliebsamen Benutzern entgegen zu nehmen. Die Möglichkeit, dass da einer spamt, ist also ausgeschlossen.

    Was soll also die Gängelung der Benutzer, als ob sie vor sich selbst geschützt werden müssen? Einfach nur noch absolut unverständlich. Und wenn ich an die Skandale bei Liedl z.B. denke, verstehe ich es noch weniger. Wenn man sein Renommé zerstören will, gibt es keinen besseren Weg als diesen – das zeigt schon ein Blick in die Pressearchive.


Kommentare dieses Blogs abonnieren: RSS-Feed
Bitte beim Absenden immer erst Vorschau anwählen, danach einmal auf Absenden clicken und etwas Geduld haben. Danke.

Textile-Hilfe