Pleitenmix im Kundendienst
Ich erlebe im Moment eine Art Kundenservice, die ich ziemlich unglaublich finde. Ich will im Moment zwar noch niemanden konkret in die Pfanne hauen und nenne deshalb die Zeitung nicht. Aber folgendes mag ich doch berichten:
Wir gehen also in ferne Lande in die Ferien. Da ist es logisch, dass wir unsere Zeitungen und Zeitschriften-Abonnemente unterbrechen lassen. Das klappt auch bei allen einwandfrei, der Briefkasten ist in unserer Abwesenheit leer geblieben.
Wieder zu Hause, kriege ich auch alle Zeitungen wie gewünscht, wieder zugestellt, bis auf eine.
Nach zwei Tagen fülle ich das für solche Probleme vorgesehene Formular auf der Web-Seite aus.
Ich erhalte keinerlei Bestätigung, dass mein Problem behandelt wird – und auch weiter keine Zeitung.
Nach fünf Tagen probiere ich es über das Kundentelefon. Hier sind alle Leitungen besetzt, ich werde in die Warteschlaufe gebeten. Drei Mal reisst mir der Geduldsfaden und ich lege wieder auf. Beim vierten Mal halte ich durch, dank Lautsprechertaste am Telefon, und nach 8:46 Minuten habe ich einen freundlichen Herrn am Ohr, der voller Bedauern ist – und komplett überlastet.
Im schönen Bewusstsein, mich nicht allein mit meinem Problem zu wissen, gebe ich ihm alle persönlichen Daten an, und er findet mich auch im Computer, und will sich drum kümmern. Schon morgen soll ich meine Zeitung haben.
Wir sind nun drei Tage weiter, aber keinen einzigen Schritt. Keine Zeitung. Heute Morgen habe ich an den Verlag eine e-mail gesandt, in Briefform. Bis jetzt habe ich keine Bestätigung des Erhalts noch sonst eine Reaktion.
Ich stelle mir gerade die Journalisten und Redakteure vor, wie sie ihr Blatt „machen“, ich nehme mal an in der üblichen Art von echtem Engagement, und in ihrem Rücken werden ihnen die Leser vergrault…
Erstaunlich scheint mir vor allem, dass drei verschiedene Ansprech-Varianten zum gleichen Ergebnis führen: Ruhe im Karton.

Caro · 10. Dezember 2007, 21:19 · #
Journalist zu sein ist manchnmal echt zum Kotzen.
Thinkabout · 10. Dezember 2007, 22:43 · #
Bedenke nur, liebe Caro: Er oder sie ist im Grunde glücklich, wenn er schlicht nicht anders kann, als seine Arbeit, seine eigene, gut zu machen und sich über nichts anderes allzu sehr zu grämen.
Tina · 11. Dezember 2007, 04:15 · #
Na ja, bißchen ärgerlich ist es sicher schon….
Aber halten wir doch mal die Fakten fest:
-Das Abbestellen hat einwandfrei geklappt!
-Du bekommst alle Zeitungen bis auf eine wieder zugestellt: Prozentual gesehen sicher ein befriedigendes Ergebnis!
-Du könntest morgens Deine Joggingschuhe anziehen, und mal flott zum Kiosk oder Bäcker rennen und Dir diese Zeitung besorgen, das Nützliche mit dem Praktischen verbinden…
-Die Kosten für eine Tageszeitung liegen im erschwinglichen Bereich, und da Du die nicht zugestellten eh nicht zahlen mußt entsteht hier noch nicht mal zusätzlicher finanzieller Aufwand….
-Du könntest durch das Selbstbesorgen neue Leute kennenlernen, ein paar Gedanken austauschen, interessante Begegnungen haben…
Vielleicht ist das lediglich ein Appell des Lebens an Deine Flexibilität, eine Chance etwas im alltäglichen Ablauf zu ändern, die Möglichkeit, eine BESSERE Zeitung zu entdecken…
So viele Chancen, und letztendlich entscheidest Du, ob Du in diesem Spiel der Glückspilz oder der Bünzli bist…
*lach” ... Soviel zur selbstmotivierenden Theorie:-)).
Ich werde übrigens auch immer zum Rumpelstilzchen, wenn so ein beknackter organisatorischer Ablauf trotz der dafür vorgesehenen Reklamationsmöglichkeiten einfach nicht funktioniert!
Wünsch Dir weiterhin gutes Durchhaltevermögen!