Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Quälend, aber lebendig

∞  14 Oktober 2007, 11:29

Themen: SMS zum Tag und
Zugeneigt


Hunger und Durst sind für den Geist besser als Taubheit und Narkose – das eine quält, das andere verschweigt.
Ins Auge sehen und damit weiter sehen. Leben.




Ich bekomme in diesen Wochen ein Gefühl dafür, dass es nicht besonders attraktiv ist, alt zu werden…

Ein heutiges Telefongespräch mit einem nahen Menschen, der sich über eine mögliche Krankheit äussert – und dabei signalisiert, dass er das Leben gesehen hat und es für ihn okay ist, ja sogar erwünscht, wenn er jetzt gehen kann – in einem dazu noch sehr bewussten Prozess.

Und das inmitten einer Gesellschaft, in der wir den Tod weit von uns schieben, ohne das Leben wirklich zu erleben. Hauptsache, es geht weiter, schmerzlos, dumpf, ohne Sorgen, ohne Leid. Der Wunschkatalog ist sehr schnell zur Hand. Aber unseren Schöpfer dürfte nicht die Selbstverständlichkeit erschrecken, mit der wir den Katalog präsentieren – sondern die begrenzte Phantasie der Wünsche, die wir haben


  1. Ikkyu · 14. Oktober 2007, 14:21 · #

    “Aber unseren Schöpfer dürfte nicht die Selbstverständlichkeit erschrecken, mit der wir den Katalog präsentieren – sondern die begrenzte Phantasie der Wünsche, die wir haben.”

    Und wer hat’s erfunden? Ricola war’s diesmal nicht. Wer also, wenn nicht “der Schöpfer”?

  2. Thinkabout · 14. Oktober 2007, 16:55 · #

    @Ikkyu: Willst Du sagen, der Schöpfer hätte unsere Phantasielosigkeit, unseren Wunsch nach Gleichförmigkeit und Sorglosigkeit erfunden? Ich glaube nicht. Er hat aber sicher alle unsere Anlagen erschaffen – und damit auch die Möglichkeit, unser Leben zu vertun oder zu gestalten.

  3. Ikkyu · 14. Oktober 2007, 18:26 · #

    @Thinkabout: Ja genau das will ich sagen. Ich habe was dazu in meinem Blog geschrieben.

    Ich vermute, dass wir uns in unserer Sichtweise in diesem Punkt grundsätzlich unterscheiden. Aber das macht ja nichts. :-)

  4. Tina · 15. Oktober 2007, 05:27 · #

    Ich staune immer wieder über das “unterdrückte Leben”, das Du hier ansprichst.

    Man ist sicher nie ganz frei von einem Korsett, daß man aus Verantwortung, Gewohnheit und Überzeugung trägt, aber manchmal erschrecke ich, wie wenig Lebensfreude, Lust und Neugier dahinter noch verbleibt. Manche werden nur noch von diesem Korsett gehalten und haben ganz die Neugier vergessen.
    Vergessen zu “Leben”.


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