Reifende Liebe: Auf Neugierde folgt Staunen
Nichts ist vergleichbar mit dem sich in aller Stärke meldenden Gefühl, jemanden zu lieben – wie vor zwanzig Jahren.
Damals mag ich den Himmel berührt haben dabei. Heute spüre ich durch Dich den Boden unter meinen Füssen ganz neu.
Der Liebe eigen ist das wunderbar Subjektive: Sie sieht sich grenzenlos, lässt sich mit nichts Bisherigem vergleichen, glaubt an die Einmaligkeit, kennt kein Morgen und fürchtet doch auch nichts, was da kommen mag. Und was nicht voraussehbar ist, bleibt weit weg. Es zählt nur der Augenblick.
Junge Liebe will ihn festhalten, diesen Augenblick, auskosten, ausschlürfen gar, als gäbe es kein Morgen. Obwohl sie das ganze Leben vor sich hat, kennt sie keine Geduld.
Eine alte Liebe – ach nein, das gibt es nicht. Eine lange Liebe hat vielleicht die kürzere Zeit vor sich als hinter sich. Und doch ist sie gelassener, beseelt von Ruhe, Ausgleich, Bejahung, Bestätigung auch.
Sie nährt sich am ständig wiederkehrenden Augenaufschlag der neuen Entdeckung:
Sieh an, ich kann mit Dir lachen, immer wieder, ich kenne Dich gut, aber nicht ganz, ich war neugierig auf Dich, jetzt staune ich weiter.

Fundstück: caro-art.ch

Caro · 27. Januar 2008, 19:00 · #
Wie vor 20 Jahren? 14?
Nein.
Denn damals hatte ich keine Ahnung von der Liebe, von ihrer Schönheit.
Thommen · 27. Januar 2008, 19:07 · #
Bitte die Verliebtheit nicht mit der Liebe verwechseln! Und diese schon gar nicht mit einer Beziehung oder Ehe…
Danke!
Thinkabout · 27. Januar 2008, 19:33 · #
@Thommen: Eine Ehe mag die Liebe nicht garantieren noch deren Erhalt erleichtern. Sie steht ihr aber auch nicht per se im Weg.
Caro · 27. Januar 2008, 21:20 · #
@Thommen: Dein “schon gar nicht” hat mich neugierig gemacht. Stellst Du die Liebe idealisierend über eine Beziehung?