Schreiben und Lesen - Leid und Freude
Gibt es eigentlich wirklich kreative Arbeit, die in sich nicht die Geschichte eines Leids trägt?
Vielleicht ist es dabei oder kurz davor überwunden worden.
Wahrscheinlich ist mindestens ein Schritt dazu gemacht.
Wie oft wohl mag es in der Seele des Schreibers wüten wie im Tollhaus, während Leser wie Kritiker an der Obefläche bleiben, nie wirlich viel anderes in einem Werk lesen können, als das, was sie selbst zu lesen bereit sind?
Wir schreiben beim Lesen immer unsere eigenes Buch… Wie leid- oder lustvoll das sein kann? Sie wissen es nicht, bevor Sie das nächste Mal die Buchdeckel öffnen und vielleicht ganz plötzlich nichts mehr um sich herum sehen und hören…
Es ist dies die lustvolle Einsamkeit des Lesers, mit der vielleicht gerade Sie die qualvolle Einsamkeit des Schriftstellers besonders ehren…


Janna · 21. April 2007, 14:18 · #
...ich denke mir, dir fehlt einfach ein Echo…stellt man etwas in die Welt, möchte man, dass irgendwie reagiert wird – wobei die Reaktion durchaus auch von einem selbst kommen kann! – wenn man aber den Eindruck hat “ins Leere zu sprechen”....stellt sich Sinnlosigkeit ein…Verdruss, es vielleicht nicht so ausgedrückt zu haben, dass ein Echo kommt…erneute Versuche…das gleiche dann… – kann das sein? ....:-) Janna
Thinkabout · 22. April 2007, 09:29 · #
Liebe Janna,
Nein, eigentlich habe ich damit an sich kein Problem. Ich weiss, dass meine Texte manchmal “schwer” sind, wie sich ein Kollege kürzlich ausgedrückt hat, also nur in homöopathischen Dosen verträglich scheinen. Oder Aussagen enthalten, die nicht unbedingt zum Diskurs einladen und deshalb still geschrieben werden.
Nein, ich meinte mehr Leid und eine Form von Einsamkeit, die einen immer allein sein lässt, selbst im grössten Echo, im Erfolg, auf der Bestseller-Liste: Man erzählt immer von seiner eigenen Geschichte und wird erstaunt sein, wie wenig man erkannt wird.
Und wenn man schreibt, dann ist dies eine sehr in sich gekehrte, eine sehr einsame Tätigkeit, die – für grössere Projekte – erst einmal ausgehalten werden muss… DAS war Auslöser für diesen Eintrag.