Schreibstubentraum

Ein, zwei Mal pro Jahr spaziere ich an diesem kleinen Häuschen vorbei, das mehr eine „Einleger- oder Vorleger“-Wohnung eines stattlichen Einfamilienhauses ist.
Diese kleine Klause steht sinnbildlich für meinen immer wiederkehrenden Traum:
Ich habe in meiner beruflichen Tätigkeit zwei Städte richtig gut kennen lernen dürfen – und beide fest in mein Herz geschlossen. So bilden heute Amsterdam und Berlin mit Zürich zusammen mein persönliches kulturelles Dreieck. Und nun träume ich davon, in einer oder beiden ausländischen Städten eine kleine Schreibstube mit Übernachtungsgelegenheit zu finden, in der ich etwa zwei Wochen pro Jahr einem konkreten Projekt oder einer konzentrierten Schreibarbeit nachgehen könnte. Eine solche Retraite in diesen mich inspirierenden Städten wäre eine riesige Freude – und eine Herausforderung, sich in einer ganz intensiven Weise auf sich, aber auch auf diese Städte und ihre Bewohner noch tiefer einzulassen – per Schreibstift, und immer mehr auch mit der Kamera.
Träumen ist ja schliesslich erlaubt!

WerkRaumLebensArt · 29. Dezember 2007, 17:47 · #
und manchmal, was wenn Träume auch wahr werden können ?
und wenn sie dann keine Träume mehr sind, trauen wir uns sie auch zu leben ?
ich ahnte schon bereits die ganze zeit wie, da ist doch irgendwas …
nun – Berlin – was soll ich sagen
sind meine Wurzeln, pulsiert in meinen Adern, dort wurde ich begonnen und lebte mit dieser Stadt
und – dort hats ein Häuschen, klein, ursprünglich, sehr einfach, mit Kachelofen, sonst ists kalt und Gasherd mit Gasflasche und eigenem Brunnen und Sickergrube
dann auch wieder Luxuriös mit Kamin und einem fast parkähnlichen Garten drum rum
und dies Refugium steht leer – seit Jahren – und könnte vielleicht wieder belebt werden
nun – wie ists mit dem Träumen und dem Erfüllen?
ist nurs träumen erlaubt oder vielleicht auchs träumen vom möglichen Erfüllen ??
Thinkabout · 29. Dezember 2007, 21:11 · #
Hallo Christina
Hoppla – da staune ich aber!
“Dort wurde ich begonnen” – gefällt mir.
Weisst Du, ich habe Hände, die sich besser an einem Griffel halten als an Werkzeugen. Aaaalso, der geborene Klempner etc. bin ich eben nicht. Aber etwas Pelz habe ich, dass mir nicht so schnell kalt wird…
Allerdings höre ich bei Dir raus, dass Du Dir die Fragen auch selbst stellst. Immerhin sind Deine Wurzeln da, und es steht trotzdem leer…
WerkRaumLebensArt · 30. Dezember 2007, 02:41 · #
Aaaalso, klempnern muss man glaub gar nix so viel vielleicht ein bisschen, sag ich jetzt mal kühn, nur einzweimal ordentlich durchheizen, ein paar Möbel rein stellen … ich war so lang nicht mehr dort, ich weiss so gar nicht wie es ausschaut … im Sommer müsste man nicht mal heizen und hätte noch den Garten dazu
ja, der Gedanke vom Schreibstubentraum hat an meine Wurzeln erinnert und dass ich immer mal wieder an diesen Ort zurückdenke, an ihn erinnert werde und mich frage, ob es wirklich sein Schicksal ist, vor sich hin zu fallen … was ich dort tun könnte, ob ich dort eine Aufgabe hätte, was von mir erwartet wird zu dem was ich tun möchte …
Verhältnisse die nicht klar sind, geklärt werden müssten, bis jetzt nicht möglich waren … Familie ist eben nicht immer ganz einfach
aber eben, da ist immer noch dies Haus und was ist seine Bestimmung …
welche Bestimmung könnten ein paar frei denkende Menschen ihm einhauchen – eine Klause zum sein, für sich sein, für die ja abers vielleicht zum aber ja und die Fragen
... vielleicht einfach “nur” zu erinnern, an das Leben, dort einmal
Thinkabout · 30. Dezember 2007, 13:49 · #
viele begonnene Sätze für viele nicht beendete Fragen – wahrscheinlich musst Du die erst zulassen, dann ergibt sich daraus alles Weitere
persönlich gefallen mir solche Ausgangslagen, in denen ein Ort nicht völlig neu geschaffen werden sondern entdeckt werden muss: “Es” ist schon da. Wie wenn man Wasser auf die Erde giesst und dann Blumen spriessen…