Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


SMS zum Tag: Authentisch, nicht vollkommen

∞  26 Mai 2007, 22:01

Zu einem vollkommenen Menschen gehören seine Fehler.
Hätte er keine, wäre er unnahbar.
Geht er gut mit ihnen um, wollen wir gern in seiner Nähe sein.




Zu Fehlern stehen können begründet eine Stärke, die einem hilft, aus dem reinen Denken nach Leistung und Pflichterfüllung auszusteigen.

Und Fehler zuzugeben, die wir im Bemühen machen, uns selber zu sein, ist gar nicht so schwer. Das Eingestehen, das Bedauern und Entschuldigen fällt leichter, weil das Ziel alles Versuchen lohnt:

Authentisch sein, sich selbst werden – das hat einen Hauch von Vollkommenheit. Wo anders ist sie nicht zu finden. Und auszeichnen tut sie sich nicht durch Fehlerlosigkeit, sondern durch menschliche Ausstrahlung.


  1. Caro · 27. Mai 2007, 08:51 · #

    Und es lehrt einen den entspannteren Umgang mit den Fehlern Anderer.
    Wenn mich ein Redakteur zum Beispiel um 9 Uhr anstatt richtigerweise um 10.30 Uhr zu einem Pfingstgottesdienst schickt ;-)

  2. Martin Fickinger · 30. Mai 2007, 11:20 · #

    Es gibt kein wahres Sein im falschen. Nur Authentizität hat Bestand. Auf dem Job ist man Herr oder Frau so und so, daheim Freund, Elternteil, Geliebte/r und so weiter. Es sind Rollen und Verpflichtungen, die unsere Handlungen häufig bestimmen. Bin ich aber der-/diejenige, der diese Rolle spielt oder fülle ich sie nur aus Gewohnheit aus, ohne damit in Beziehung zu stehen? Entsprechen die einzelnen Lebensteile meiner inneren, gefühlten Person oder sind es nur erlernte Handlungsmuster? Wer sich immerzu Verpflichtungen anpasst, versäumt sein Leben, er geht Umwege. Wenn Teile der eigenen Rolle so sehr anstrengen, dass danach intensive Erholung nötig ist, sollte man diese Rollenanteile überdenken. Es gibt kein wahres Sein im falschen. Man sollte versuchen, sich möglichst wenig zu verstellen, das strengt nur an. Jede unechte Handlung und eine nicht im Inneren als wahr empfundene Identität zehren an der Lebensenergie.

    Herzliche Grüße

  3. Margit Farwig · 30. Mai 2007, 20:10 · #

    Vor allen Dingen finde ich es gut, wenn ich Fehler bei anderen entdecke, sie sich entschuldigen, worum ich ja nicht gebeten hatte, hätte sie stillschweigend unter den Tisch fallen gelassen. Aber nun sage ich und gebe zu, dass ich es herrlich finde, dass die anderen auch Fehler machen, ich nicht allein damit stehe. Dieser Mensch ist mir ein großes Stück näher gekommen.


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