Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


SMS zum Tag: Demut

∞  9 Juli 2007, 22:35

Demut – was für ein Wort. Wir sollten es nicht fürchten, noch im Machbarkeitswahn verlachen. Wir sollten es ins Zentrum stellen und so immer ein Danke finden.




Der Golfer lernt Demut – schwärmt der Erfolgreiche im Polo-Hemd. Wo anders aber weicht die Demut dem Macherprinzip. Wir erforschen alles, entschlüsseln alles, und doch findet die Natur und unser Lebenslauf immer genug Gründe, uns die Grenzen erahnen zu lassen. Wie lebe ich erfüllt angesichts dieser Limiten? Indem ich sie verdränge und auskoste, was mir gegeben ist? Oder soll ich mich in Besonnenheit üben und angesichts des immer möglichen Wandels im Augenblick verharren und ihn ganz bewusst geniessen?
Rhetorisch tönt das, ich weiss. Aber unser bewusster Augenblick, so wie er noch verstanden werden kann, hat immer so etwas Gehetztes: Heute musst Du es möglich machen, denn was mag morgen sein?
Wir rennen förmlich nach dem Bewusstsein und haben das Gefühl, wenn das Adrenalin pumpt und das Herz klopft, dann wäre das Leben intensiv.

Es ist dann vor allem laut und eng, obwohl wir Grenzen zu sprengen meinen. Ein schlichtes Dankeschön für den Sonnenstrahl des Augenblicks schenkt sofort Intensität. Bewusstsein, das nicht erstrampelt wird, sondern angenommen, entdeckt, als Essenz, die schon da ist und auf keinem Hügel wartet. Sie muss nur gesehen und frei gelegt werden. Es ist ja möglich, dass ich dann trotzdem Lust habe, den Hügel zu erklimmen. Nur wird die Zeit, die ich dafür brauche, meinen Gewinn dabei nicht mehr relativieren können.



Bildquelle: logbuch isla volante


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  1. Tina · 10. Juli 2007, 05:05 · #

    Das was der Mensch erforschen kann, soll er entdecken; es wird nie reichen die Genialität der Schöpfung herabzusetzen….

    Die Forschungsergebnisse helfen vielleicht, manches besser zu verstehen.
    Jedoch werden sie nie mein demütiges Staunen eingrenzen können, das sich manchmal ganz unverhofft einstellt, beim Anblick einer Schneeflocke oder im Glitzern eines Tautropfens….
    Und in der großen Gnade, wenn ein geliebter Mensch einen tragischen Unfall überlebt hat…oder einfach nur irgendwo gut angekommen ist.

  2. Werner · 10. Juli 2007, 14:12 · #

    demütiges Staunen, ja, das ist es,
    Man muss nciht verstehen, waruum sich in einer gefrorenen Pfütze eine Figur zu finden scheint…

    oder warum ein gefrorenes Blatt sternbend noch so eine Schönheit entwickelt .

    Und genauso, die Dankbarkeit darüber, angekommen zu sein… (in meinem Fall angekommen im Ruhestand…)

    Ja, sich freue mich über diese Gnade, nach einem langen Arbeitsleben nun Zeit und Ruhe zu haben, die nächsten Ziele anzugehen, morgennach Mainz zu fahren und übermorgen nach Trier und wer weiß, eines Tages auch noch viel weiter .

  3. Janna · 10. Juli 2007, 17:18 · #

    ....genieße diese Zeit, Werner, ...es gibt sooo viel zu entdecken… – bei mir seit Februar….und seitdem läuft die Zeit noch schneller..aber genussvoller
    ...:-) Janna

  4. Margit Farwig · 10. Juli 2007, 18:39 · #

    ät Werner: Anmut und Demut
    Wenn so deine Zeit angefüllt ist, solche Bilder davon zeugen, dann beschenkst du dich und andere reich.


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