Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


SMS zum Tag: Die Anderen über mich

∞  8 Juli 2007, 23:13

Wie andere Sie sehen,
sagt mehr aus über die Anderen als über Sie.
Kennenlernen können Sie sich selbst jeden Tag – und zwar durch Erleben, nicht vom Hörensagen.




Die Rückmeldungen über Sie aus ihrem eigenen Inneren sind verlässlich und gültig, und Sie können sicher sein, dass Sie dabei nichts Ablehnendes über sich hören werden, wann immer Sie sich darauf verlassen können, dass Ihr Ego Ihnen keinen Streich spielt, sondern niemandem nach dem Mund redet – so dass nur gilt, was sie selbst fühlen, ohne es an eine Bestätigung eines fremden Urteils knüpfen zu wollen.
Was sie dann über sich selbst hören und fühlen werden, sind keine Jubelstürme, aber es sind Worte eines gütigen Begleitens, mit einem Lächeln um die Mundwinkel und einem Einlassen auf den nächsten, einfachen, sich ganz natürlich ergebenden Schritt, mit oder ohne Publikum. Just an Ihrem Platz.


  1. Tina · 9. Juli 2007, 04:34 · #

    Wenn ich über ein gesundes Selbstbewußtsein verfüge ist relativ unwichtig, was andere über mich denken; ich werde meinen Weg gehen.

    Dennoch hinterläßt jede Kritik und jede Motivation ihre Spuren. Selbstbewußtsein ist anscheinend manipulierbar.

    So glaubt mancher Mensch, der sich bei Bohlen bewirbt, er könne singen, und einsame, für Komplimente empfängliche Frauen werden von Heiratsschwindlern abgezockt….

    Hier ein interessantes Experiment, wie Gedanken und Gefühle unseren Körper beeinflussen können, auch wenn sie nicht in der Realität sondern nur in unserer Vorstellung spielen:
    http://www.palverlag.de/selbsterkenntnis-1.html

  2. Caro · 9. Juli 2007, 07:32 · #

    Arosa, Eichhörnliwald

    Für die Einen bin ich ein Nagetier, für die Anderen ein Räuber, für Kinder und Touristen bin ich Hansli mit dem weissen Bauch, für den Wald-Jogger bin ich unsichtbar. Nur ich selber weiss, was ich wirklich bin: nämlich ganz furtchbar lieb und kuschlig.
    ;-)

  3. Margit Farwig · 9. Juli 2007, 12:36 · #

    Da ich bewusst immer die anderen verstehen möchte, auch wenn es nicht in meinem Sinne ist, nur um nicht in den Gerucht zu kommen, ich denke über andere schlecht. Und siehe da, ich finde immer etwas brauchbares, d. h. ich habe mich in seine Mokassins begeben. Es ist erleichternd. Erwarte aber von niemandem, mich richtig zu sehen, es reicht, wenn ich es tue.

  4. Caro · 9. Juli 2007, 13:03 · #

    Etwas “Brauchbares” ???

  5. Margit Farwig · 9. Juli 2007, 13:15 · #

    Caro: Sehr liebenswert!

  6. Werner · 9. Juli 2007, 17:15 · #

    @ caro:
    Du legst dem Eichhörnchen in den Mund: “Nur ich selber weiss, was ich wirklich bin.”
    Das sehe ich ein wenig anders. denn die Selbstwahrnehmung und die Fremdwahrnehmung klaffen halt doch oft sehr auseinander, und nicht immer ist die Selbstwahrnehmung unfehlbar.
    Lass es mich an einem Beispiel erläutern:
    Vor 44 Jahren – ich war damals 20 – war mein Vater so alt wie ich jetzt bin.
    In meinen Augen war er damals ein alter Mann, aber ich bin mir sicher, dass er sich damals bestimmt nicht als alter Mann vorkam – genauso wie ich mich heute nicht wirklich alt fühle, obewohl sicher manch ein 20-jähriger mich alt erlebt.
    Nun kannst du sagen, man sei so jung wie man sich fühlt, er damals und ich heute.
    Ich aber denke, beide haben ihr Recht und ihre Bedeutung, die Selbstwahrnehmung genauso wie die Fremdwahrnehmung. und erst wenn man beide zusammen nimmt, kommt man zu einem einigermaßen richtigen und gültigen Ergebnis (Und das gilt nicht nur in Bezug auf das Alter!)

  7. Margit Farwig · 9. Juli 2007, 17:42 · #

    Ein Eichhörnchen (die gesamte Tiernatur) denkt immer ans Fressen, wo bekomme ich das nächste Futter her. Also, turnt es zielgerecht zum nächsten Vogelnest, den ganzen Sommer über gibt es sie, räubert unbarmherzig, die kleinen Vögel piepsen nach den Eltern, sie piepsen um ihr Leben. Vergebens. Die Natur lässt sich nicht kuschelig bezeichnen, es sei denn, man möchte es gern, sie haben nichts dagegen, sie lesen es ja nicht.

    Zu Brauchbares: Ich suche im Andersdenkenden den Grund, warum er das so macht und nicht wie alle Welt so handeln würde. Ich könnte ein Beispiel nennen, aber es betrifft den Bekanntenkreis. Im Laufe der Jahre hat sich herausgestellt, das war richtig. Nun versuchte ich das zu erklären, ach, so habe ich das noch nicht gesehen, hieß es dann. Und die Stimmung zu den Anderen wurde schlagartig besser. Das ist immer ein Grund für mich, anders zu denken im Interesse meines Nächsten, um ihn zu verstehen. Das macht ihn liebenswerter, sogar zum Symbol für etwas “Außergewöhnliches”. Es ist nicht mehr und nicht weniger. Einfach zum Freuen.


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