SMS zum Tag: Gott fragen statt anklagen
Warum hadern, was Gott zulässt?
Und dann in den neuen Tag schlendern und seine eigene Freiheit haben wollen?
Haben wir je gefragt, wie ER es denn haben möchte?
Wenn wir fragen, oder vielmehr sagen, warum Gott es nur zulassen konnte, was Schreckliches an der Menschheit geschah im letzten Jahrhundert – oder in einem einzelnen Schicksal für sich grausam genug Erscheinendes – dann tun wir das meistens mit einem stillen Einvernehmen, das dem voraus geht:
Der sich augenscheinlich erwiesenen Schlechtigkeit der anderen.
Selbstredend reklamieren wir einen Gott, der gegenüber anderen oder für andere eingreifen sollte – und wir selber bleiben aussen vor, unbehelligt. Dabei vergessen wir, dass ein autoritärer Gott auch seine Forderungen an uns stellt. Und – würde er vorbeugend strafend eingreifen – wir nicht so genau wissen dürften, ob seine Massstäbe wirklich in jedem Fall vor uns Halt machen würden?
Es ist doch wundersam, dass Menschen, die wirklich selbstverantwortlich ihren Gott fragen, was denn sein Wille sei und die dann auch danach zu leben versuchen, selbst ihr Zutrauen zu Gott auch dann nicht verlieren, wenn gerade sie vom Schicksal gebeutelt werden. Und verlieren sie ihr Zutrauen, so bleiben sie in ihrem Klagen doch meist Gott zugewandt, bis sich ein Verständnis oder zumindest eine Annahme des Schicksals findet.
DAS wäre die Voraussetzung, die wir erfüllen müssten, bevor wir die Frage überhaupt mit diskutieren können: Warum lässt Gott das zu?
Selbstverständlich kommt auch mir diese Frage immer mal wieder in den Sinn. Aber mein Glaube ist so, dass ich für mich weiss, dass mir die Frage nicht zusteht. Nicht anklagend. Höchstens fragend. Denn dafür ist auf der anderen Seite immer Verständnis da.

Margit Farwig · 13. Juni 2007, 08:14 · #
Wir haben alle Freiheit gut zu handeln. Tun es aber nicht. Für die Folgen müssen wir schon selber aufkommen, verdient oder unverdient. Jeder Entschluss oder jede Schnellreaktion ist durch uns entstanden. Danach haben wir alle Freiheit, es wieder aus zu bügeln. Tun es aber nicht oder nicht oft. Es ist die große Freiheit, die so missverstanden wird, wir könnten alles tun was wir wollen.
werner · 13. Juni 2007, 09:21 · #
Spontan fallen mir dazu zwei Redensartenein, die allerdings oft auch untereschiedlich udn wie ich meine falsch verstandenwerden können:
“Jeder ist seines Glückes Schmied”
und
“Hilf dir selbst, so hilft dir Gott”
Caro · 13. Juni 2007, 17:50 · #
Ich bin überzeugt davon, dass sich Gott nach fragenden Menschen sehnt. Weil er Antworten hat, die wir im Lärmen unseres eigenen Herzens kaum zu hören vermögen. Geschweige denn, zu verstehen.
Strandsteine · 14. Juni 2007, 00:06 · #
dazu fällt es mir sehr schwer etwas zu schreiben…
aus manchem Leid
erwächst ein Lichtblick….
welcher sich ohne das Leid nie ergeben hätte….
so kann ich Caro zustimmen…
das Erkennen dieser wundersamen Fügung
erschließt sich selten sofort…
so kann ich mich immer nur fragen..
welche Bedeutung hat jetzt diese
“Unglück” für mich…
die über manche Wendung erstaunten Steine