SMS zum Tag: Krisen und ihr Danach
Eine Krise schüttelt durch. Gefahr droht nicht länger, sie greift an. Sie rüttelt auf, und plötzlich weiss man, was man bewähren oder verändern will, ja muss.
“Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus 2 Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.”John F. Kennedy
Wer will schon Krisen erleben? Aber wenn sie kein Davonrennen oder Augenverschliessen mehr erlauben,
wenn sie einen stellen,
dann können Krisen zum Gottesgeschenk werden, zu einem Begreifen, oder einer Ahnung, dass da gar eine Führung darin liegen könnte.

Werner · 3. Juli 2007, 00:01 · #
Da braucht man nicht das Chinesische zu bemühen, umzu erkennen, dass Krise positive wie negative Seiten haben kann..
Die HErkunft aus dem Griechischen lässt das gut erkennen.
siehe den Artikel “KRISE” bei Wikipedia:
“Die „Krise“ ist ein griechisches Substantiv (ein anderes ist die „Kritik“) zum altgriechischen Verb krínein, welches „trennen“ und „(unter-)scheiden“ bedeutet (Hermann, 1969 nach Designing and Evaluation Games and Simulations. A Process Approach, M. Gredler, 1992). Es bezeichnet „(Ent-)Scheidung“, „entscheidende Wendung“ (Duden) und bedeutet eine „schwierige Situation, Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt“ (Duden). Dass es sich hierbei um einen Wendepunkt handelt, kann jedoch oft erst konstatiert werden, nachdem die Krise abgewendet oder beendet wurde (Gredler, 1992). Nimmt die Entwicklung einen dauerhaft negativen Verlauf, so spricht man von einer Katastrophe (wörtlich in etwa „Niedergang“).”
Tina · 3. Juli 2007, 03:43 · #
Kriesen zeigen ja eigentlich nur deutlich das Mißverhältnis von Soll- und Istzustand meiner Einstellung zu etwas an. Wenn meine Vorstellungen sich nicht mit der Wahrheit/Realität decken versuche ich als harmoniebedürftiger Mensch beides wieder in Einklang zu bringen.
Jetzt kann ich beide Parameter ändern:
Dafür sorgen, daß sich die Fakten ändern so wie ich sie gerne sehen möchte – oder meine Meinung überprüfen und korrigieren.
Die Chance liegt wohl darin, am richtigen Ende anzusetzen :-)) und für was auch immer ich mich entscheide – das mit positiver Einstellung und aus Überzeugung zu tun.
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Zu neuen Ufern
Wenn wir uns von der Vorstellung lösen, es müsste immer so weitergehen wie bisher, dann laden uns plötzlich tausend neue Möglichkeiten zu neuem Leben ein.
(Jochen Mariss)
Caro · 3. Juli 2007, 07:28 · #
Und wie schön, wenn am Ende der Dank für diese Krise stehen darf.
Margit Farwig · 3. Juli 2007, 08:01 · #
Nach jeder Krise setzt die Hoffnung erneut ein.
Es liegt im Hoffen
das Streben
das Lieben
das Trauern
das Sichergeben
das Darniederliegen
das Erwachen
das Erblühen
das Erleben
da wiedergegeben
das Hoffen
© Margit Farwig
Caro · 3. Juli 2007, 09:10 · #
@Margit: bei mir löst eine Krise keine neue Hoffnung aus sondern erst einmal eine Gewissheit.
Und ein Danken.
Margit Farwig · 3. Juli 2007, 10:04 · #
Carp: Das war für mich selbstverständlich, aber dann….
Caro · 3. Juli 2007, 10:42 · #
@Margit: für mich war das lange nicht selbstverständlich.
paz · 3. Juli 2007, 10:46 · #
manche krisen dauern ein halbes (oder ganzes) leben lang… und möchten so gern übersehen werden…
da kommt mir die mundart zu hilfe, welche krise unter anderem als kriesi (chriesi) interpretiert. kirsche!
“chum mir wey ga chrieseli gwünne, zwei bis drü an einem stiel, roti-schwarzi-gigeligälbi…”
und da hinkte ich gestern zum obstbauern in der nachbarschaft. die kirschenernte ist zwar fast vorüber (die äste seiner bäume bogen sich dieses jahr unter der süssen last), dafür sind die preise gefallen. nur noch 6 franken pro kilo. vor einer, zwei wochen waren’s noch 9. also habe ich ein kilo heimgetragen und “chriesiprägel” gemacht:
kirschen entsteinen, altes brot würfeln oder zerbrechen, und in bisschen milch einweichen, ein ei oder zwei reinmischen und mit den kirschen vermengen. ein wenig frisch gehackte pfefferminze dazu sowie eine prise zimt. nun kann man das gemisch in der bratpfanne langsam auf kleiner flamme rösten, oder aber, wie ich es tat, in eine gut gebutterte form geben, und in der öfin backen.
beim essen hatte ich fast ein “herz-chriesi” es war so gut.
perhaps personal crisis is a state of hightened awareness!
liebe grüsse
Margit Farwig · 3. Juli 2007, 10:52 · #
Caro: Kennst du das nicht, eine Krise ist vorbei, der Stein ist abgefallen, die alte Fröhlichkeit kehrt wieder zurück und dann der automatische innere Jubelschrei danke, danke, danke. Dann hat man sogar eine Berechtigung, dass einem so viel Gutes widerfährt, das ist doch ein Dankeschön wert. Natürlich kommt es hier wie schon bei dem anderen Thema auf die Heftigkeit der Krise an. Wenn man sich erst aufrappeln muss, fällt ein Dankeschön nicht gleich in den Schoß.
Caro · 3. Juli 2007, 11:44 · #
Margit: Ich meinte das Danken für die Krise, nicht für all das Gute, das einem wiederfährt, wofür man den Blick oft erst wieder nach einer Krise hat.
Nein, ein ganz bewusstes Dankeschön für die Kirse, für die Zeit, in der Bedrohung Realität wird, in der Angst regiert und, ja, einem auch der Boden unter den Füssen entzogen wird.
Nur, von wem … doch nur von Einem selbst, weil man so gerne davonrennen möchte…
knirsch ich habe heute etwas Mühe, meine gedanken klar zu formulieren, sorry ;-)
Thinkabout · 3. Juli 2007, 12:09 · #
@paz: awareness durch chriesiprägel in persönlichen Krisen: Reinfuttern und gut is!
paz, Du bist ein Koch am Tisch des Lebens!
rielei · 3. Juli 2007, 12:46 · #
Ich kann Caro so gut verstehen.
Auch ich verfalle nach einer Krise nicht in alte Fröhlichkeit.
Dankbarkeit fühle ich auch für die Krise, sie ist durch ihre eigene Intensität sehr spürbar und auch in der Tiefe ist es sehr lebendig!
Nach der Krise bin ich erst mal still und nachdenklich, denn die nächsten (neuen) Schritte will ich bewusst setzen können.
Ich hatte da mal was:
Danke
für Geborgenheit
die ich in mir fühle
für Akzeptanz
die mich zur Ruhe führte
für Zuversicht
die ungebrochen
für Angst
die wieder fort gekrochen
für Mut
der mich bestärken mag
für jede Nacht
und jeden Tag
Danke
(c)rielei
Margit Farwig · 3. Juli 2007, 13:03 · #
Caro: Ich denke wir missverstehen uns, ich meine nicht das Gute nach der Krise, du hast dich von dem Spruch ablenken lassen, das Gute, dass mir die Krise abgenommen worden ist, gut verlaufen. Das ist ein großer Unterschied. Dein Einwand würde ja bedeuten, dass ich mich für das Gute nach der Krise bedanken würde, davon ist nicht die Rede. Es geht immer um die Krise ansich und die Dankbarkeit, diese so g u t überstanden zu haben. Ich will auch nicht allzu viel hineinsetzen, dankbar zu sein, dass ich in eine Krise hatte, ich kann gut darauf verzichten, passe aber auf, nicht wieder in so einem Schlamassel zu landen. Es sei denn, andere reißen mich da hinein. Auf die kann ich dann gut verzichten.
Davon rennen, das kennt jeder. Mir ist zweimal jemand ins Auto gefahren (kein Personenschaden), der erste Gedanke war weglaufen. Ich hatte auch keine Schuld, trotzdem der Gedanke. Was kommt da auf mich zu. Das sind Sekunden, dann ist die Realität wieder da. Ich muss dadurch. Wer soll das denn für mich tun, soll ich mich selbst entmündigen. Nee, nee…
knirsch Caro, dann komm doch morgen wieder…:)
Tina · 3. Juli 2007, 17:41 · #
@Caro
Mir gelingt das Danken für die Krise/Veränderung auch erst dann, wenn ich Licht am Ende des Tunnels sehe und sich die neuen Fakten, mit denen es nun weitergeht, klar herauskristallisiert haben.
Davor nimmt mich die Angst vor dem ungewissen Ausgang gefangen. Wenn die neuen Parameter aber dann vor mir liegen pack ich es oft, mich damit zu arrangieren und sogar etwas Gutes darin zu erkennen, denn alles hat ja immer zwei Seiten auch wenn es anfangs nicht so scheint…
Liebe Caro, Deine Gedanken sind oft eine wertvolle Bereicherung für mich! Und ganz besonders heute!
@paz
“lach*...manchmal wünschte ich, man könnte alle Krisen der Welt mit so einem leckeren Kirschen-Rezept aus der Welt schaffen, wie Du es hier so unbeschwert machst :-))
Leider verstehe ich viel zu wenig von Euerem hübschen schweizer Dialekt….