SMS zum Tag: Liebe könnte alles regeln
Wäre die Liebe die Leitschnur unseres Tuns,
wir bräuchten keine Gesetze.
Wir lernten an uns den liebenden Umgang mit uns selbst,
und die Egos würden ruhen.
Der Anstoss zu den heutigen Gedanken kommt von Aristoteles.
Wir können doch nicht jeden lieben! werden Sie jetzt sagen. Ja, vielleicht. Schon gar nicht mit Inbrunst.
Aber uns würden wir doch durchaus immer selbst gern haben können wollen, nicht wahr? Und Tatsache ist doch, dass jeder Ärger, den wir erleiden zu müssen glauben, uns umtreibt. Wir sehen uns nicht gerne ausserhalb unseres Gleichgewichts. Wir wünschten uns, gerade gegenüber dem missliebigen Nachbarn in unserer Mitte zu ruhen, gelassen zu bleiben. Dies gelingt mit dem Blick über den Zaun sehr viel leichter, und damit sind wir bereits auf dem Weg zur liebenden Güte. Und damit möchten wir im Grunde allem begegnen, weil es auf uns zurück strahlt und uns Frieden schenkt.
Für mich ist es das grösste Wunder der Menschheit, dass dem so ist, und daran ändern alle Kriege und Pogrome nichts: Der Mensch will lieben und geliebt werden, und durchaus nicht nur im Umgang mit einzelnen Menschen, sondern im ständigen Umgang mit sich selbst.
Das Ego? Es verwechselt Anerkennung mit Liebe und sucht immer die Leistung, die dafür ausreicht, ausreichen muss und sollte. Die Liebe aber ist keine Belohnung. Sie ist zwischenmenschlich auch eine Haltung – und eine Liebeserklärung an sich selbst.

Werner · 19. Juni 2007, 00:39 · #
Ja, die Liebe zur Leitschnur unseres Tuns machen, das könnte die meisten oder vielleicht sogar alle Probleme lösen.
Wie kann das gelingen?
Wir sollten endlich das “Wie du mir, so ich dir” ersetzen durch das: “Wie GOTT mir, so ich dir”
Caro · 19. Juni 2007, 07:21 · #
Oh, das Ego ist sehr gut darin, die Liebe zu verleugnen.
Aber die Wurzeln der Seele, der die Liebe zu eigen ist, sind immer stärker. Sie müssen nicht erst gesät oder angelegt werden – sie sind schon in uns und wollen sich entfalten, wollen wachsen und dem Ego all ihr Strahlen und Schön-sein entgegen setzen.
Liebe heilt.
tom · 19. Juni 2007, 15:35 · #
Kommt denn mit der Liebe nicht immer gleichzeitig der Hass und wäre das dann wirklich wünschenswert? Mag ja sein, dass irgendwas nicht richtig verstanden habe, aber das wäre doch so als würde ich an Gott glauben und den Teufel verleugnen.
Thinkabout · 19. Juni 2007, 20:46 · #
@ Tom: Ich meine hier eine Liebe, die den Hass vielmehr besiegt: Diese Liebe eifert nicht, will nicht besitzen, muss sich nicht bestätigt finden, scheut keinen Verrat, kennt keine Enttäuschung. Sie ist sehr fern von der Anziehung unter Geschlechtern. Vielleicht wird sie darum etwas gering geachtet, gerade von frisch Verliebten oder solchen, die sich nach nichts so sehr wie danach sehnen… Aber hier meine ich ein Gefühl der Liebe, wenn wir das Verliebtsein und Verschmelzen wollen oder gar müssen hinter uns lassen, ohne jede Verbitterung und ohne jeden Triumph.
Gabi · 20. Juni 2007, 07:12 · #
Meine Gedanken blieben bei Tom und dem Hass gegenüber der Liebe hängen … .
Muss denn Nichtlieben bedeuten, dass dann Hass da ist?
Kann das Gegenteil von Liebe nicht auch Gleichgültigkeit sein? Oder einfach Nichtliebe?
Ich kann ja nicht Alles und Jede/n lieben, dazu habe ich so meine “Vorlieben” und Symphatien.
Wohin gehört der Hass?
Zum Fanatismus?
Zum Egoismus?
Ich habe ihn nie gefühlt.
werner · 20. Juni 2007, 09:17 · #
@ thinkabout
“Liebe eifert nicht, will nicht besitzen, muss sich nicht bestätigt finden, scheut keinen Verrat, kennt keine Enttäuschung”
So ähnlich steht das ja auch im Korintherbrief im “hohen Lied der Liebe”.
Aber es ist halt nicht immer so ganz leicht, das zu verwirklichen. Wollen wir nicht doch immer wieder “besitzen”? Lassen wir nicht doch immer wieder Gefühle der Enttäuschung zu?
Lassen wir uns nicht entmutigen, diese Haltung der wirklichen Liebe anzustreben und wennmöglich zu verwirklichen.
Thinkabout · 20. Juni 2007, 13:22 · #
@Werner: Die Liebe, die besitzen möchte, wünscht sich Sicherheit. Bestätigung. Anerkennung. Geborgenheit.
Ich glaube, dass man in einer gütigen Selbstannahme und fern allen Geltungsbedürfnisses in einer Liebe zu allen fühlenden Wesen zu einer besonderen Ruhe kommen kann, in der zu verweilen viel attraktiver wird als jedes Leistungsziel oder jede gesellschaftliche Anerkennung, die geboten werden könnte – ja auch attraktiver als jede Berührung, sexuelle Anziehung oder gar irgend eine Leidenschaft. Und daraus wächst eine Liebe, die sich allem anbietet, das danach fragt und darin Frieden findet.